Filmrezension: Alibi.com

Und noch eine Fremdgehkomödie

Der ehrgeizige Jungunternehmer Greg führt mit seinen zwei Mitarbeitern die Agentur "Alibi.com." Diese erleichtert ihren vorwiegend männlichen Kunden das Fremdgehen. Das kann natürlich nur schief gehen.
Alibi.com
Greg und seine Kollegen in der Firmenzentrale

Gregs Leben könnte eigentlich nicht schöner sein: Er ist erfolgreicher Unternehmer und mit der wunderschönen Flo zusammen. Doch da gibt es kleines Problem: Greg verschafft seinen Kunden Alibis für ihre Bettgeschichten. Er hilft also beim Lügen und wird so selbst zum Schwindler. Leider hasst Flo nichts mehr als lügende Männer. Also spielt Greg ihr vor, er sei Flugbegleiter. Und als sei das noch nicht genug, entpuppt sich Gregs Schwiegervater in spe als ein treuer Kunde von "Alibi.com". Als dieser dann auch noch mit seiner Affäre in den Urlaub fährt und seine Ehefrau und Flo ins gleiche Hotel einchecken, geht das Chaos erst richtig los.

Klingt bescheuert? Ja, das ist es auch. Kein anderes Wort beschreibt Alibi.com besser. Philippe Lacheau, sowas wie die französische Version von Owen Wilson haben wir diesen Schlamassel zu verdanken. Er führte nicht nur Regie, sondern spielt auch Greg, die männliche Hauptrolle. Leicht arrogant, mit Charme, der auch mal unter die Gürtellinie zielt. Und ständig oberkörperfrei. Vor dem Spiegel im Bad oder in sexy Polizeiuniform, die nur aus einem Gürtel, einer Polizei Mütze und einem als Schlagstock getarnten Vibrator besteht.

Viel schlechter Humor

Fremdschämen darf man sich natürlich auch. Wenn Flos Eltern von Hormonen getrieben übereinander herfallen, daraufhin in heftigsten Dirty Talk ausarten und wild knutschend ins Badezimmer zu stürzen (wo ihre Tochter gerade ein Bad nimmt), dann ist das kein schlechter Witz, sondern einfach peinlich.

Die Gagdichte ist hoch, aber die Qualität der Witze nicht. Die männlichen Akteure bekommen ständig Schläge und Tritte in ihr Gemächt. Unter anderem von einem Zebra. Tatsächlich haben die Macher des Filmes es auch noch geschafft ein Zebra in die Handlung mit einzubeziehen. Greg spielt Flo nämlich vor, er sei gerade als Flugbegleiter in Afrika. Da wird dann einfach in einen Zirkus eingebrochen.

Frankreich ist ohne Zweifel wunderschön. Das beweisen die zahlreichen Landschaftsaufnahmen im Film. Das ist neben Anspielungen auf Filmklassiker wie unter anderem "Star Wars" aber auch schon alles, was den Film erträglich macht.

Wer sich also französische Strände anschauen möchte, ist bei Alibi.com an der richtigen Stelle. Besser beraten wäre man aber sie sich live oder im Reiseführer anzuschauen, denn der Film ist definitiv keinen Kinobesuch wert.

Die komplette Rezension können Sie sich im Beitrag von mephisto 97.6 Redakteurin Annika Sparenborg anhören: 

Ein Beitrag von Annika Sparenborg
 
 

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Annika Sparenborg
04.08.2017 - 17:56
  Kultur