Bedeutung der DSGVO für die USA

Und das FBI liest mit

Die neue Datenschutz-Grundverordnung wirkt sich bisher nur auf international operierende Unternehmen in den USA aus. Aber wie stehen die Amerikaner und Amerikanerinnen zu mehr Privatsphäre im Netz?
Privatsphäre im Netz ist in den USA nicht geschützt.
Das DSGVO wirkt sich auch auf die USA aus.

Datenschutz wird in den USA kleingeschrieben. Viele Einheimische stehen der digitalen Überwachung sehr positiv gegenüber. Denn die Vorteile scheinen hier zu überwiegen. Der Weg durchs Internet wird durch gespeicherte Daten erleichtert, die Algorithmen finden Produkte und Menschen, die wir mögen könnten und all das spart natürlich Zeit. Aber wie hoch ist der Preis, den Internetnutzende zahlen?

Genau hier liegt das Problem, denn persönliche Daten im Netz sind schwer zu fassen. Laut der aktuellen Definition, die der europäischen Datenschutz Grundverordnung, kurz DSGVO, zugrunde liegt, sind das alle personenbezogenen Informationen. Also nicht nur wie bisher Name und Anschrift, sondern auch die IP-Adresse und der Standort.

Die neue Verordnung hat in Deutschland große Wellen geschlagen. Aber die sind auch bis über den Atlantik in die USA gerollt, denn viele US-Bürger und Bürgerinnen bekommen seit einigen Wochen jede Menge E-Mails. International operierende Unternehmen müssen über die erneuerten Datenschutzbedingungen informieren, sonst drohen Strafen von 20 Millionen Euro oder 4% des Jahreseinkommens, je nachdem welcher Wert höher ist.

Bedeutung für die USA

Das gilt allerdings nur für die Daten europäischer Nutzender. Die amerikanische Presse ist sich einig: Auf die DSGVO-Bestimmungen sollten sie neidisch sein. Die vielen E-Mails scheinen viele Amerikaner und Amerikanerinnen aktuell zu nerven, denn kaum jemand hat sich vorher mit dem Inhalt der Geschäftsbedingungen vertraut gemacht und wird es wohl auch jetzt machen.

Privatpersonen sind also bisher nicht betroffen, auch wenn sich viele mehr Onlinesicherheit wünschen würden. „Insbesondere nach den Facebook-Leaks dieses Jahr kenne ich viele, die sich bessere Privatsphäreeinstellungen im Netz wünschen würden“, sagt der Lehrer Justin Robe. „Mit unserer aktuellen Regierung halte ich ein Gesetz in der Richtung aber für schwierig.“

Aber nicht nur die aktuelle Regierung plant wohl keine strikteren Datenschutzbestimmungen. Nach den Anschlägen des 11. Septembers hat die Bush-Regierung den USA PATRIOT ACT verabschiedet. Der ermöglicht dem FBI und auch der CIA Online-Kommunikation auch ohne direkten Verdacht und richterlichen Beschluss zu lesen und zu speichern.

Diese Überwachung wird in den USA von vielen noch immer nicht kritisch betrachten. Just Robe sieht dieses Verständnis in der amerikanischen Mentalität.

Hier in den USA mögen die Amerikaner und Amerikanerinnen ihre Rechte. Also Viele sehen mehr Richtlinien als Angriff auf den ersten Verfassungszusatz, die Redefreiheit. Ich persönlich denke, es müssen Einzelne und Unternehmen sicherstellen, dass ihre Daten sicher sind. Für alles darüber hinaus ist die Regierung verantwortlich.

Justin Robe, Lehrer

Viele sehen in der Online-Überwachung aber kein Problem, schließlich habe sie auch Vorteile. Der Chemiker Michael Spencer hat eine, aus europäischer Sicht, naive Vorstellung von Datennutzung im Netz.

„Ich hoffe immer auf das Gute im Menschen, und da ich mit meinen Daten in dem Sinner nichts anfangen kann, hoffe ich, dass sie genutzt werden, um allen zu dienen und beispielsweise Kosten zu senken.“

Die EU hat mit dem DSGVO einen ersten, wegweisenden Schritt für mehr Privatsphäre im Netz getätigt. In den kommenden Jahren werden die Ausläufer davon auch die USA betreffen, wenn auch bisher nur internationale Unternehmen.

 

Den Beitrag finden Sie hier zum Nachhören:

Ein Beitrag von Lauren Ramoser zur Bedeutung der DSGVO für die USA
Bedeutung des DSGVO für die USA_Ohio

 

 

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Lauren Ramoser
11.06.2018 - 11:49