Fachkräftemangel

Überlastete Pflegekräfte

In Sachsen ist der Fachkräftemangel seit 1991 massiv gestiegen. Stärker als in jedem anderen Bundesland - besonders betroffen davon sind die Pflegekräfte in Krankenhäusern. Doch warum?
Pflegebedürftiger
Es gibt mehr Pflegebedürftige – und weniger Pfleger.

Laut Ulrike Nieß sei es ein großes Problem, dass das Durchschnittsalter der der Bevölkerung steige. Nieß leitet die Pflegedienststelle des St. Elisabeth Krankenhauses in Leipzig. Die Patienten bräuchten demnach eine zeitaufwendigere und intensivere Pflege. Das Problem hierbei: Die Patienten verbringen weniger Zeit im Krankenhaus, wodurch die Pfleger in kürzerer Zeit mehr Betreuung leisten müssen. Das ist vor allem in Sachsen problematisch. Hier betreut ein Pfleger durchschnittlich 58 Fälle. Vor 20 Jahren war es die Hälfte.

Entwicklungskritik

Der steigende Mangel an Fachkräften und die schlechteren Arbeitsbedingungen der Pfleger werden von von der Stiftung Deutscher Patientenschutz kritisiert. Es würden in den Krankenhäusern systematisch Pflegestellen abgebaut. Auch seitens ver.di Sachsen wird diese Entwicklung sehr kritisch gesehen.

Patientenschlüssel

Aus den Zahlen des Statistischen Bundesamtes geht hervor, dass die Belastung der Ärzte etwa gleichgeblieben ist. Bei den Ärzten wurde also auf die Belastung reagiert. Und bei den Pflegekräften? Die Lösung könnte ein gesetzlicher Schlüssel sein. Dieser würde regeln, wie viele Patienten maximal von einem Pfleger betreut werden dürfen.

Diesen Schritt würde auch Bernd Becker von ver.di. unterstützen. Weiterer dringender Handlungsbedarf wird bei der Finanzierung der Krankenhäuser gesehen. Laut Becker würden die Länder zu wenig Gelder zur Verfügung stellen. Diese könnten zum Beispiel für höhere Entlohnungen oder mehr Personal genutzt werden.

Den Beitrag zum Thema könne sie hier nachhören: 

Ein Beitrag von mephisto 97.6 Redakteurin Anneke Elsner gesprochen von Felix Krause
 
 

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Philip Fiedler
05.10.2017 - 19:28