Lexikon Bundestagswahl

Überhang- und Ausgleichsmandate

Was ist ein Überhangmandat? Was macht der Bundeswahlleiter? Und wie läuft die Regierungsbildung ab? mephisto 97.6 hat die Antworten zu diesen und mehr Fragen.
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Wenn eine Partei mehr Direktmandate durch die Erststimmen hat, als der Partei an Sitzen zusteht, kommt es zu sogenannten Überhangmandaten. Das liegt daran, dass sämtliche überzähligen Direktmandate gültig sind. Stehen zum Beispiel Partei A nach den Zweitstimmen 10 Sitze zu, durch die Erststimmen wurden aber 15 Direktmandate bestimmt, hat die Partei letztendlich 15 Sitze im Bundestag.

Das Bundesverfassungsgericht hat vor der Wahl im Jahr 2013 entscheiden, dass diese Überhangmandate gegen das Grundgesetz verstoßen, da nicht alle Parteien gleichberechtigt sind. Deshalb hat der Bundestag ein neues Wahlgesetz verabschiedet, das zur Wahl 2013 in Kraft getreten ist. Darin haben die Fraktionen entschieden, dass es die sogenannten Ausgleichsmandate geben soll. Dadurch wird gesichert, dass die Parteien genauso viele Sitze erhalten, wie ihnen prozentual zustehen.

Ein Beispiel: Wenn Partei A Überhangmandate hat, erhöht sich ihr prozentualer Anteil an Sitzen im Bundestag. Dadurch sinkt aber der Anteil aller anderen Parteien. Um dieses sogenannte negative Stimmgewicht auszugleichen, erhalten die anderen Parteien auch zusätzlich Sitze. Dadurch kommen sie wieder auf den ursprünglichen prozentualen Anteil, der ihnen zusteht. Durch diese neue Regelung erhöht sich dann die Gesamtzahl der Sitze im Bundestag und keine Partei wird benachteiligt.

Der Beitrag von mephisto 97.6 Redakteurin Anna Wamsler zum Nachhören:

Ein Beitrag von Anna Wamsler.
Lexikon Überhangs- und Ausgleichsmandate

 

 

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Ella Kreße
15.08.2017 - 00:00