Ausstellung "Leipziger Bettgeschichten"

Über Leipziger Betten

Die Fotografen Martin Neuhof und Eric Kemnitz haben 77 Menschen in ihren Schlafzimmern besucht. Dabei ist eine Fotoreihe entstanden, die aktuell im Hauptbahnhof ausgestellt wird. Unter den Fotografierten ist auch das Leipziger Messemännchen.
Leipziger Bettgeschichte #003, Eric Kemnitz, Martin Neuhof
Leipziger Bettgeschichte #003 "Im Bett mit Vivian und Angel"

Entstanden ist die Idee im Studio der Künstler, die ein gemeinsames Projekt mit Leipzig-Bezug beginnen wollten. Bereits zuvor hatte einer der Fotografen die Bewohner der Stadt in einer Reihe porträtiert - damals auf der Straße. Dieses Mal sollte es etwas intimer sein.

Was ist eine "Bettgeschichte"?

Eine Bettgeschichte besteht aus drei Bildern und Antworten auf sieben Fragen, die die Fotografen den Portätierten gestellt haben. Ein Bild zeigt die Fotografierten im Bett, von der Zimmerdecke aus betrachtet. Ein anderes Bild zeigt deren Wohnungstür. Das letzte Bild ist ein Detailbild, mit dem der Fotografierte seine Persönlichkeit noch einmal genauer zum Ausdruck bringt.

Eric Kemnitz wollte schon seit längerem Türen fotografieren:

Die ganzen Eingangstüren, die man so am Tag sieht, haben schon irgendwie alle eine Geschichte. Da sind hunderte Leute schon durchgegangen, teilweise viele hundert Jahre alt. Und wenn man die so nebenander sieht, ist es irgendwie auch eine interessante Historie. Was die Tür schon gesehen hat, sag ich gern.

Eric Kemnitz, Fotograf "Leipziger Bettgeschichten"

Auf den Bildern sind einzelne Menschen zu sehen, aber auch Paare, Familien und Haustiere – auf einem sogar das Leipziger Messemännchen.

Die Detailbilder reichen von Instrumenten, Büchern und Kopfhörern über Eintrittskarten bis hin zu Magneten und Nähmaschinen. Aber auch Nahaufnahmen der Fotografierten, wie etwa verschlungene Hände, wurden bildlich festgehalten.

Der Ausstellungsort

Die "Bettgeschichten" werden seit 2014 fotografiert und nun zum ersten Mal ausgestellt. Den Leipziger Hauptbahnhof haben die Künstler dabei aktiv als Ausstellungsort ausgewählt. Dort sind die Fotografien über zwei Etagen der Promenaden verteilt. Man kann also auch als Bahnhofsbesucher ganz zufällig darauf stoßen und von einem öffentlichen Ort aus in einen sehr intimen Raum blicken.

Die Bilder öffentlich zu zeigen, das ist eine wunderschöne Sache. Und ich glaube, das bedient auch so ein bisschen den Voyeurimus, der in jedem von uns schlummert.

Martin Neuhof, Fotograf "Leipziger Bettgeschichten"

Die Ausstellung bildet das vorläufige „Finale“ der Reihe. Die Option, das Projekt in Zukunft wieder aufleben zu lassen, halten sich die Künstler aber offen.

 

Welchen Eindruck eine zufällige Besucherin am Eröffnungsabend von der Ausstellung hatte, hören Sie hier:

mephisto 97.6 Redakteurin Kaja Weber hat sich die Ausstellung angesehen

Moderation: Ina Beyer

0509 BmE Leipziger Bettgeschichten
 

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Die Ausstellung ist vom 01. bis zum 25. September 2016 in den Promenaden des Leipziger Hauptbahnhofs zu finden.

Online sehen kann man die Bilder hier.