Medizin

Tierärztemangel auf dem Land

Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (BPT) weist auf einen Mangel von Tierärzten und -ärztinnen im ländlichen Raum hin. Auf der Messe "Internationale Grüne Woche" will er vom 18. bis 27. Januar Lösungsvorschläge anbieten.
Tierärzte würden immer mehr in der Großstadt arbeiten wollen.
Tierärzte würden immer mehr in der Großstadt arbeiten wollen.

Für den Tierärztemangel auf dem Land gäbe es mehrere Gründe. Einer davon hängt mit der immer älter werdenden Bevölkerung Deutschlands zusammen.

In absehbarer Zeit wird es zu Schwierigkeiten kommen. Ältere Kollegen, die kurz vor dem Ruhestand stehen, haben Probleme, Praxisnachfolger zu finden und müssen ihre Praxis dann wahrscheinlich aufgeben.

Dr. Uwe Hörügel, Präsident der Sächsischen Landestierärztekammer

Von alledem sei auch Sachsen betroffen. Der Freistaat würde sich aber nicht besonders vom Rest Deutschlands abheben.

Die Dichte der landwirtschaftlichen Nutzung ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Aber ich denke, dass wir auf alle Fälle vergleichbar sind mit anderen Bundesländern. Das wird allgemein ein deutsches Problem werden.

Dr. Uwe Hörügel, Präsident der Sächsischen Landestierärztekammer

Land in Sicht?

Der BPT will auf der "Internationalen Grünen Woche" der Messe Berlin vom 18. bis zum 27. Januar auf diesen Mangel aufmerksam machen. Er fordert zudem, dass kostendeckende Rechnungen für Notdienste in die Gebührenordnung der Tierärzte aufgenommen werden.

Es ginge darum, dass man geregelte Arbeitszeiten hat, dass man ordentlich verdient und die Gebührenordnung auch ausgeschöpft wird.

D. Uwe Hörügel, Präsident der Sächsischen Landestierärztekammer

Dr. Uwe Hörügel sucht aber auch andere Lösungen, die eher auf eine tierärztliche Bildung abzielen und die Arbeit auf dem Land attraktiver darstellen. Das könnte zum Beispiel durch Praktika in ländlichen Räumen bewerkstelligt werden.

Ein weiterer Vorschlag sei es, die Hochschulzulassungsvoraussetzungen für Tiermedizin zu ändern, damit Bewerbende von ländlichen Gebieten mehr Chancen auf einen Studienplatz bekommen. Diese würden dann wahrscheinlicher auf dem Land und in der Großtiermedizin arbeiten wollen.

 

Kommentieren

Daniel Griffioen
14.01.2019 - 14:14