Themensendung: Architektur

Was hinter der Fassade steckt

Die Architektur in Leipzig könnte kaum verschiedener sein: von DDR Plattenbauten über Jugendstilhäuser bis hin zu den vielen Altbauten aus der Gründerzeit. Doch die Gebäude sind oft nicht nur schön anzusehen, sondern haben auch eigene Geschichten.
Leipzigs Westen von oben - der Ausblick vom Panorama Tower.
Leipzigs Westen von oben − der Ausblick vom Panorama Tower.

Nicht viele Städte haben so eine weitreichende Geschichte der Architektur wie Leipzig. Wer aufmerksam durch die Innenstadt geht, merkt, dass er an Bauten aus der Renaissance, wie die Fassade des Alten Rathauses, sowie aus der Neogotik, wie die Fassade der Thomaskirche, vorbei geht. Ein Großteil der Häuser in der Stadt stammt aber aus der Gründerzeit, auch Historismus genannt.

100 Jahre Bauhaus − auch in Leipzig

Der Nibelungenring in Lößnig ist eine Wohnsiedlung im Stil des Bauhauses.

100 Jahre ist es her, dass der Architekt Walter Gropius in Weimar das "Staatliche Bauhaus" gegründet hat. Seine Vision war es, die Kunst und das Handwerk zu vereinen, um eine neue Form der Architektur und der Kunst allgemein zu erreichen. Deshalb wurde am Bauhaus alles gelehrt und ausprobiert.

Das Bauhaus wollte das Schöne mit dem Praktischen vereinen. Alltagsgegenstände sollten einfach gestaltet werden und in Serie produziert. Nach dem Motto "Volksbedarf statt Luxusbedarf" sollte nach dem Ersten Weltkrieg auch günstiger und funktionaler Wohnraum geschaffen werden.

Es war ein Besinnen auf uns selbst, auf das industrielle Zeitalter, aus den Bedingungen der Zeit etwas zu schaffen, was nun der Zeit wirklich entspräche.

Walter Gropius, Gründer des Bauhauses

Einen einheitlichen Stil verfolgt das Bauhaus aber nicht. Denn es ging vor allem um einen offenen Umgang mit Ideen und Methoden und darum, die Welt neu zu denken. Trotzdem verbindet man das Bauhaus oft mit moderner Architektur mit flachen Dächern und weißen Betonwürfern und den Stahlrohrmöbeln. Solche Elemente findet man aber nicht nur in den Bauhaus-Städten Weimar und Dessau, sondern auch hier in Leipzig.

Der Mann hinter dem Gewandhaus und Bowlingtreff

Der "Bowlingtreff Leipzig" zu seiner Eröffnung.
Der "Bowlingtreff Leipzig" wurde am 25.07.1987 eröffnet.

 

Das Neue Gewandhaus und der Bowlingtreff auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz sind mittlerweile nicht mehr aus der Innenstadt Leipzigs wegzudenken, auch wenn man sich über deren Aussehen streiten kann. Winfried Sziegoleit ist der Architekt hinter den beiden Bauwerken. Er erzählt, wie er zur Architektur kam und wie er dazu kam, die zwei Bauten in der Innenstadt mitzugestalten.

 

Ein Portrait von Theresa Moosmann über den Architekten Winfried Sziegoleit
Ein Portrait von Theresa Moosmann über den Architekten Winfried Sziegoleit

Welches Gebäude bin ich?

Leipzig hat viele schöne und bekannte Häuser. Doch kennen die Leipzigerinnen auch die Geschichte hinter ihnen? Das wollte der Kultstatus testen und hat drei Rätsel vorbereitet, in denen sich die Leipziger Gebäude selbst vorstellen.

Es ist ein junges Gebäude, das sich in eine lange Tradition in Leipzig stellt. Die hervorragende Gastgeberin bietet Platz für über 4.000 Personen aus aller Welt. Welches Gebäude ist es?

Ein Rätsel von Levin Schwarzkopf

Das Gebäude wurde gesprochen von Elisabeth Schmidt.

Ein Rätsel von Levin Schwarzkopf

Es ist ein nobles Gebäude, in dem die feinen Damen und Herren Leipzigs hausierten. Aber auch hundert Jahre nach seiner Erbauung strahlt es immer noch seinen exotischen Charme aus. Welches Gebäude ist es?

Ein Rätsel von Judith Schneider

Das Gebäude wurde gesprochen von Micha Köhler.

Ein Rätsel von Judith Schneider

Es ist ein unscheinbares Gebäude, das aber trotzdem gut besucht wird. Nachdem es im Zweiten Weltkrieg zum Großteil zerstört wurde, wurde es aber lange Zeit nicht wieder aufgebaut. Erst nach der Wende hat man das Gebäude wiederhergestellt. Welches Gebäude ist es?

Ein Rätsel von Laura Kreuzhage

Das Gebäude wurde gesprochen von Frauke Siebels.

Ein Rätsel von Laura Kreuzhage

Zitate in der Architektur

Uni Leipzig
Die Universität Leipzig hat ihren Entwicklungsplan veröffentlicht – und freut sich darin über die Fertigstellung des Paulinums.

Wenn man an Zitate denkt, denken viele Menschen bestimmt nicht direkt an Architektur. Doch wie in anderen Kunstformen, ist es auch Architektinnen und Architekten möglich, zu zitieren, indem sie einen Stil aus einer anderen Epoche in ihr Werk einbinden. Wie genau man sich solche Zitate vorstellen kann und an welchen Gebäuden man sie findet, weiß Andreas Wolf, Professor für Städtebau und Entwurf an der HTWK.

Prof. Dipl.-Ing. Andreas Wolf von der HTWK im Interview mit Nina Abraham
Prof. Dipl.-Ing. Andreas Wolf von der HTWK im Interview mit Nina Abraham

 

Das Krochhochhaus auf dem Augustusplatz.
Das Krochhochhaus war zu seiner Entstehung das erste Hochhaus in Leipzig.

Das erste Hochhaus Leipzigs

Wer zur vollen Stunde über den Augustusplatz läuft, kann sie kaum überhören: Die Glockenmänner auf dem Krochhochhaus. Das Krochhochhaus selbst wirkt auf dem Augustusplatz relativ unscheinbar neben dem gigantischen Hauptgebäude der Universität und dem City-Hochhaus. Zu seiner Entstehungszeit war das Gebäude allerdings sehr umstritten.

Ein Beitrag von Robert Vorberg über die Geschichte des Krochhochhauses
Ein Beitrag von Robert Vorberg über die Geschichte des Krochhochhauses
 

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Die Sendung zum Nachhören:

Anlässlich des 100-jährigen Jubliäums des "Bauhauses", findet im Grassi Museum der Angewandten Künste noch bis zum 29. September 2019 eine Sonderausstellung zum "Bauhaus_Sachsen" statt.

Im ersten Rätsel ging es um die Glashalle der Leipziger Messe. Im zweiten Rätsel ging es um das Café Riquet. Im dritten Rätsel ging es um die Biblioteca Albertina.