Ballett

Tanz zu Musik, Musik zu Tanz

Bei Ankündigungen zu Sinfonien und Klavierkonzerte denkt man erstmal an Aufführungen in den verschiedensten Konzertsälen. Dass das aber nicht die einzigen Orte sind, in den man sich solcher Musik hingeben kann zeigt das neue Ballett der Oper Leipzig.
Ballett Beethoven/Ravel
Paare tanzen zur Musik von Beethovens siebter Symphonie

Sobald sich der Vorhag lüftet heben die Tänzer ihre Partnerinnen hoch, dann erklingen die ersten Akkorde von Beethovens Siebter Symphonie. So beginnt das neue Ballettstück der Oper Leipzig "Beethoven/Ravel". Nach dem Beginn mit der Siebten Symphonie geht es weiter mit Ravels Klavierkonzert in G-Dur. Den dritten Teil zeichnet eine Mischung aus verschiedenen Musikstücken aus. Dazu zählt neben Teilen von Beethovens "Geschöpfen des Prometheus" und der "Mondscheinsonate" auch eine Polka von Strawinsky sowie eine neuere Komposition, der "Naive Waltz" von Elena Kats-Chernin.

Drei Teile...

Den ersten Teil bildet ein Ballettstück von Uwe Scholz. Dieser war bis zu seinem Tod im Jahr 2004 Chefchoreograf des Leipziger Balletts.

Bei der Inszenierung "Siebte Symphonie"  waren die Tanzenden fast immer Paarweise oder mit mehreren Paaren auf der Bühne. Was besonders beeindruckt hat dabei war, wie gut Tanz und Musik zusammenpassten. Sie wirkten wie eins. Daher störte es auch nicht, wenn oft die gleichen Bewegungen wiederholt wurden. Dadurch wurde eher das Gefühl erweckt, nichts zu verpassen.

Bei dem zweiten Teil des Programmes "TuTu" waren Musik und Bewegungen nicht mehr vollständig eins. Diese Choreografie war auch etwas anders aufgezogen. Sie hatte besonderes Tutus und Ballettklischees zum Thema. Hier wurde auch deutlich, wie extrem dünn und muskulös die Tänzer und Tänzerinnen sind. Zwischenzeitlich waren die Tanzbewegungen der Agierenden etwas irritiernd, das sie sehr abgehakt und steif wirkten, anders als bei der "Siebten Symphonie". Ravels Klavierkonzert in G-Dur wirkte zeitweise deutlich spielerischer. Die überstilisierten, zwischenzeitlich seltsam anmutenden Bewegungen der Tanzende waren allerdings durch den australischen Choreografen Staton Welch beabsichtigt.

... drei Choreografen

Nur bei der Premiere wurde eines der Paare aus "TuTu" von einem Paar aus Houston getanzt. Denn dieses Premiere fand auch im Rahmen der Houston-Week statt. Sie sollte die beiden Städte auch so tänzerisch und musikalisch zusammenbringen und zusammen zeigen.

Der dritte Teil wurde inspiriert durch Beethovens "Die Geschöpfe des Prometheus", was auch zu dem Titel "Geschöpfe" veranlasste. Das war auch gut erkannbar. Die Lehmklumpen waren am Anfang auf jeden Fall gut vorstellbar. Die Tanzenden trugen zu Beginn Anzüge mit denen sie ungefähr doppelt so dick wirkten. Denn der Choreograf Mario Schröder, Chefchoreograf des Balletts, wollte erforschen, wie sich Tanzbewegungen und Körper gegenseitig beeinflussen. Dieses Tanzen mit den dicken Anzügen war interessan zu sehen. Es wirkte irgendwie plump und gleichzeitig elegant. Im Verlauf des Stückes wurden dann auch die Unterschiede zwischen Tanzenden mit und ohne Anzüge immer deutlicher.

Spiel mit Licht

Den ganzen Abend über war ein faszinierendes Spiel mit der Bühnenbeleuchtung zu sehen.

Während der siebten Symphonie erschien immer wieder ein Leuchtender Kreis auf der Bühne, der von den Tanzenden wenn überhaupt nur minimal berührt wurde. Auf die Bedeutung des Lichtkreises wurde auch bei der Einführung vor Vorstellungsbeginn hingewiesen. Hier wurden sie als der Geist Beethovens, und in gewisser Weise auch als der Geist des Choreografen Uwe Scholz erklärt.

Bei "TuTu" war lange Zeit eine leuchtendes Rechteck am hinteren Rand der Bühne zu sehen, dessen wechselnde Farben auf den Tutus der Tänzerinnen leuchteten und mit deren verschiedenen Farben spielten.

Der Ballettabend Beethoven/Ravel ist ein beeindruckende Inszenierungen, die auch bei einfachen Hören der gespielten Stücke die Bilder der Tanzenden in Erinnerung ruft.

Weitere Aufführungen gibt es am 31.10.2018, 09.11.2018, 19.05.2019 sowie 23.05.2019 zu sehen.

Den Beitrag zum Nachhören findet Ihr hier:

Beethoven/Ravel-Gespräch von Angela Fischer und Svenja Tschirner

Moderatorin: Angie Fischer

Rezension von "Beethoven/Ravel"
 

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Svenja Tschirner
01.11.2018 - 10:42
  Kultur

Weitere Aufführungen am

09.11.2018

19.05.2019

23.05.2019