Konzertbericht - Counterparts

Suspended From The Sky Like Ornaments

Wem es in letzter Zeit noch nicht warm genug war, der war am 12.08. im Naumanns sehr gut aufgehoben: Dort spielten die Bands Pantheress, Skywalker und Counterparts.
Blaues Bühnenlicht und die Band Counterparts im Naumanns
Counterparts spielen live im Naumanns

Erwartungen

Jeder Musikfan trifft immer wieder auf Alben, die zum Soundtrack einer bestimmten Zeit werden. Das Album kann tagelang gehört werden und es finden sich immer wieder neue Song-Lieblinge und Überraschungen auf der Platte. Für mich ist ein solches Album das 2017 erschienene "You're Not You Anymore" der Band Counterparts. Da es sich um ihr aktuelles Album handelt, hoffe und erwarte ich, möglichst viele Songs live hören zu können. Insbesondere "Arms Like Teeth" und "A Memory Misread" möchte ich gerne in der Atmosphäre und Energie eines Live-Konzerts erleben.

Beginn

Der Abend wird durch die Band Pantheress eingeleitet. Sie erfinden den Hardcore nicht neu, bringen aber durch ihre große Motivation und Begeisterung Bewegung in den Saal. Es folgt die englische Post-Hardcore Band Skywalker. Sie überzeugen nicht nur durch die mit harten Shout-Passagen gemischten Melodien ihrer Songs, sondern vor allem auch durch die durchaus sehr witzigen Ansagen von Sänger Jay. Neben Aufrufen zur Achtsamkeit wie "it's a punk rock show not a fucking slaughterhouse" beschwört er das Ende der Hardcore-Szene, wenn die Anwesenden an diesem Abend kein Merch kaufen. Ein Highlight ist außerdem der Song "Sugar", den er seiner Freundin widmet und zu dem er erklärt, dass es generell zu wenig Liebeslieder im Hardcore gäbe. Da geht ein sichtliches schmunzeln durch die Reihen des Publikums.

Show

Endlich sind dann Counterparts dran. Es ist voll und heiß im Naumanns, aber die Musik animiert trotzdem zum Springen und Moshen. Sänger Brendan öffnet außerdem die Bühne für das Publikum. Immer wieder ruft er dazu auf, dass Fans, die textsicher sind, zu ihm kommen sollen. Das Angebot wird direkt genutzt und so haben Counterparts für wenige Minuten eine weibliche Front-Frau. Im Hardcore durchaus eine schöne Abwechslung. Viel verstehen kann man leider von den Fan-Stimmen nicht und auch sonst ist das Mikro für meinen Geschmack ein wenig zu leise eingestellt. Das nimmt aber der Energie der Band nichts und so macht jeder Song des Sets, das eine bunte Mischung der unterschiedlichen Alben der Band bietet, auf's Neue viel Spaß.

Fazit

Counterparts haben sichtlich Spaß an ihrer Musik und interagieren viel mit dem Publikum. Sicher erfüllen sie auch dem ein oder anderen Fan einen insgeheim lange gehegten Traum mit der Möglichkeit, sich zu ihnen auf die Bühne gesellen zu dürfen. Das Set geht viel zu schnell vorbei, wartet aber mit Highlights wie "A Memory Misread" und "The Disconnect", dem wohl ersehntesten Song des Publikums, auf. Die Band verspricht bald wieder zu kommen, und das ist schön zu hören.

 

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Wann Counterparts wieder in der Nähe spielen werden, kann man hier erfahren.