Konzertbericht: Emma Ruth Rundle

Stürmisch und intim

Emma Ruth Rundle ist Meisterin starker und düsterer Songs, irgendwo zwischen Ambient und Post-Rock. Am 18. Oktober war sie im Zuge ihrer „Dark Horse“ Tour im UT Connewitz.
Emma Ruth Rundle
Emma Ruth Rundle zu Gast im UT Connewitz

Emma Ruth Rundle sieht fast ein bisschen scheu aus, wie sie da hinter ihrem Mikrofon steht. Ihrem Publikum schaut sie kaum in die Augen, sondern fixiert lieber einen Punkt an der Decke. Was ironisch ist, weil ihre Zuschauer*innen sie anstarren wie Kaninchen eine Schlange. Die Beleuchtung im UT Connewitz ist spärlich, die Steinwände ragen hoch empor. Das Ganze wirkt schummrig, aber auch ein bisschen kühl. Der perfekte Schauplatz für die Kalifornierin und ihre bleischweren Songs. 

Alleine in der Menge

Schon die Art, wie Rundle und ihre Band die Bühne betreten, macht klar: Hier geht's nicht um die Show. Ohne großes Intro nehmen alle die Plätze hinter ihren Instrumenten ein und beginnen zu spielen. Brummender Bass, stapfendes Schlagzeug und Rundles wehmütige E-Gitarre. Auch das Publikum erfüllt seinen Job: mit geschlossenen Augen wippen die meisten sanft vor sich hin. Irgendwie sind alle für sich, aber dann auch wieder nicht. Der Raum ist zwar gefüllt, aber sowohl Band als auch Zuhörer*innen wirken ganz auf sich selbst konzentriert. Emma Ruth Rundle unterbricht den Strudel nur ganz selten. Sie begrüßt das Publikum knapp, erwähnt ihr neues Album „On Dark Horses“ und wie sie uns ein paar Songs daraus vorstellen möchte. Die Tracks sind schon auf Platte nie kürzer als vier Minuten und entfalten sich live noch mehr. Gebrochen wird die Düsternis nur kurz, wenn zwischen den Songs laut applaudiert wird und Jubelrufe durch den Raum hallen. 

 

Eine Frau in ihrer Einsamkeit

Emma Ruth Rundle nimmt die Bühne ein, ohne dabei tatsächlich viel zu tun. Irgendwann öffnet sie ihre Haare, welche ihr daraufhin in langen, braunen Wellen über die Schultern fallen. Sie wiegt sich im Takt ihrer Songs, wirkt dabei irgendwie allein. Als sie die Bühne verlässt, tobt die Menge. Die Lichter gehen an und langsam kommen auch die Letzten wieder zu sich. Rundles Show war kurz, roh und intim. Damit wurde sie nicht nur sich selbst, sondern auch dem Leipziger Publikum gerecht.

 

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Für alle, die nicht dabei sein konnten gibt's hier eine kleine Hörprobe vom aktuellen Album.