Energiekosten in den USA

Stromgebühr soll Umwelt schonen

Die USA sind das Land der Superlative. Das Vorurteil bewahrheitet sich auch wenn es um Energiekosten geht. Hier treffen hohe Strompreise auf wenig Wissen über energieeffizientes Wohnen. Ein Gegensatz, den ein neuer Gesetzesentwurf verbessern soll.
Nachhaltige Energien sollen Südost Ohio wirtschaftlich stärken.
Stromkosten treffen ärmliche Regionen besonders hart.

Ohio ist durch den Abbau von Kohle groß geworden. Der Staat hat die Motoren der amerikanischen Wirtschaft buchstäblich damit befeuert. Doch der Kohle-Boom ist vorüber und die Frage nach bezahlbarer Energie wird lauter. Auch in der ländlichen Region um Athens im wirtschaftsschwachen Südosten Ohios ist Energieeffizienz der neue Trend. Denn das spart vor allem bares Geld. Megan Ryan ist Studentin und sagt von sich selbst, dass sie wenig Ahnung vom Stromsparen hat.

Ich glaube nicht, dass ich viel über Energieeffizienz weiß, einfach weil sich die Stromkonzerne nicht darum kümmern, Studenten zu informieren. Immerhin haben die meistens nur einen Einjahresvertrag. Aber wenn es mir Geld spart, bin ich zu 100 gewillt, energieeffizienter zu leben.

Megan Ryan, Studentin

Unwissenheit ist ein weit verbreitetes Problem, denn was in Deutschland als Selbstverständlichkeit gilt, ist im ländlichen Ohio oft unbekannt. Die Heizung bollert im Winter auf fast tropische 25 Grad und die Klimaanlage kühlt im Sommer runter auf frostige 20 Grad. Was fehlt ist eine energiebewusste Ausgewogenheit.

Auch Wasser kostet Strom

Mathew Roberts von der Umweltorganisation UpGrade Ohio hat in einer Kooperation mit der Ohio University einen überschaubaren 10-Punkte Plan für Mieter entwickelt. Unter anderem sind dort Tipps gelistet, wie Energiegeräte im Stand-by-Modus ganz auszuschalten und Lichter auszuschalten, wenn man den Raum verlässt.

Der größte Energieverbraucher sind aber tatsächlich die Wasserwerke. Das heißt, den heimischen Wasserverbrauch einzuschränken, spart im Endeffekt Steuergelder.

Mathew Roberts, UpGrade Ohio

Eine neu entwickelte Gesetzesinitiative schlägt eine Art Strafsteuer vor, die Kunden bezahlen müssen, wenn sie eine gewisse Menge Strom überschritten haben. Allerdings sollen das im Monat nicht mehr als zwei US-Dollar sein. Die Summe aus diesem Fond soll neue umweltfreundliche Energieprojekte in der Region finanzieren.

Hohe Kosten bei schwachem Einkommen

Ohios Energiepreise liegen im Landesvergleich im Mittelfeld, das Einkommen liegt hingegen deutlich niedriger im Vergleich zu anderen Bundesstaaten. Das bedeutet, dass die hohen Energiekosten die wirtschaftsschwache Region besonders hart treffen. Umso wichtiger, dass Energieeffizienz zukünftig in vielen Köpfen fest verankert ist.

„Wenn wir mehr Strom sparen würden, würden die Kosten sinken. Und das mag egoistisch klingen, von jemandem der nur Geld sparen will, aber wenn jeder anfängt effizienter zu leben, würde das dem Energieproblem in Südost Ohio sehr helfen“, sagt Megan Ryan.

Die Entscheidung um diese Initiative fällt im Mai und könnte einen nachhaltigen Einfluss auf den Südosten Ohio haben. Denn das Pilotprojekt setzt den Fokus auf erneuerbare Energien, anstatt sich wie bisher auf umweltbelastende Produktionen zu verlassen.

Den Beitrag zum Nachhören finden Sie hier:

Ein Beitrag von Redakteurin Lauren Ramoser.
0304 Ohio Umweltkosten
 

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