Matthäikirchhof

Streit um die Neugestaltung

Der Matthäikirchhof zwischen dem Goerdellerring und der Großen Fleischergasse ist noch nicht sonderlich bekannt. Doch das könnte sich bald ändern. Die Stadt plant schon seit einiger Zeit die Neugestaltung.
Das Gebäude ist Teil des ehemaligen Matthäikirchhofs

Das Areal auf dem die ehemalige Matthäikirche stand, ist heute hauptsächlich wegen der "Runden Ecke", dem Stati-Museum, bekannt. Auf dem Kirchhof soll nun das Einheits- und Freiheitsdenkmal erbaut werden. Dazu wurde von den Bürgern Leipzigs ein Offener Brief verfasst: 21 Unterzeichner kritisierten die Pläne. Die Erbauung vom Einheits-und Freiheitsdenkmal bereitete schon in der Vergangenheit häufig Schwierigkeiten. Vor fünf Jahren sollte das Denkmal auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz erbaut werden, doch aufgrund der mangelnden Unterstützung des städtischen Gremiums, was die Bürger repräsentiert, missglückte dieser Plan letztendlich.

Forderung der Bürger

Moderne Stadtentwicklung hat auch was mit Baukultur zu tun. Das bedeutet, dass man erstmal nachdenkt und in so einem Verfahren, in dem man die Bürgerschaft und Fachöffentlichkeit beteiligt, im Prinzip erstmal Ideen sammelt. 

Wolfram Günther, Mitunterzeichner des Briefs und Sprecher des Stadtforums

In dem Offenen Brief wurde plädiert, dass die Stadt die Neugestaltung des Kirchhofes grundsätzlich von der Idee Einheits-und Freiheitsdenkmal trennen solle. Der Matthäikirchhof gilt mit seiner vergangenen Geschichte als ein sehr wichtiger historischer Ort und deshalb müsse die Neubebauung, so die Bürger, „in höchster kultureller Verantwortung“ erfolgen. Die ursprüngliche Planung war, das Gelände zu einem Erinnerungs-, Forschungs- und Bildungsort umzugestalten.

Oberbürgermeister Burkhard Jung ist der Meinung, dass das Einheits- und Freiheitsdenkmal auf diesem Kirchhof und die ursprüngliche Planung garantiert werden kann. 

An diesem authentischen Ort können wir Bildung, Forschung und Erinnerung zusammenführen.

Oberbürgermeister Burkhard Jung 

Dies wird nicht von der Leipziger Bürgerschaft unterstützt. Zusätzlich forderten die Bürger mehr Mitspracherecht im Projekt Matthäikirchhof. Anfang März gab es schon einen Beschluss im Stadtrat und im darauffolgenden Planungsprozess waren fünf ausgewählte Bürgervereine beteiligt, welche laut der Unterzeichner nicht die Leipziger Bevölkerungsgruppen repräsentieren würden.

Wie geht es jetzt weiter?

Das Projekt wird momentan im Stadtrat beraten und durchläuft die verschiedenen Fachausschüsse. Wenn der Stadtrat zustimmt, geht es in die Bauplanung und Umsetzung. Die Diskussionen um den Matthäikirchhof werden auch in Zukunft also nicht ausbleiben.

 

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Marietta Weißflog
19.09.2017 - 20:27