Amazon

Streik am Schnäppchen-Tag

Anlässlich des Schnäppchentags Black Friday wird bei Amazon erneut gestreikt. Dabei geht es um die Forderung nach einem neuen Tarifvertrag. Wegen dieses Problems wurde dieses Jahr schon rund ein dutzend Mal gestreikt.
Das Amazon Logistikzentrum in Leipzig.
Das Amazon Logistikzentrum in Leipzig.

Amazon plant mit Rabattaktionen zum Black Friday, viele Kunden anzulocken. Aus diesem Grund rief die Gewerkschaft Verdi zum Streik bei Amazon auf und fordert Verhandlungen über einen Tarifvertrag für „gute und gesunde Arbeit“. Der Verdi-Streikleiter Thomas Schneider rechnete mit mehr als 400 Beteiligten bis zum Ende der Spätschicht. Der Großteil der 11.000 Beschäftigten arbeitet Amazon zufolge allerdings regulär, darum komme es nicht zu Lieferverzögerungen.

Make Amazon Pay

Kritik kommt nicht nur von Verdi, sondern auch von der Kampagne "Make Amazon Pay". Dahinter steht eine Gruppe Aktivisten aus dem linken und linksradikalen Spektrum, wie die Pressesprecherin Maria Reschka erklärt. Der Protest der Kampagne richte sich gegen die Arbeitsbedingungen bei Amazon und die Zukunftsvisionen des Unternehmens. Laut Reschka kann das Unternehmen nicht plötzlich grundlegend geändert werden. Sie ergänzt jedoch:

Wir sehen das als öffentlichen Startschuss für eine Transnationale Organisierung von Arbeitskämpfen. 

Maria Reschka von „Make Amazon Pay“

So würden sie auch auf Amazons Rolle als Vorreiter eines Produktions- und Konsummodells hinweisen wollen. Die Protestaktionen am Black Friday an den Amazon-Standorten Leipzig und Berlin seien der Höhepunkt der Kampagne wie auch der Aktionswoche, die seit Montag läuft.  

Amazon sieht keinen Änderungsbedarf

Amazon erklärte in seiner Stellungnahme zum erneuten Streik an seinen deutschen Standorten, dass das Unternehmen auch ohne Tarifvertrag ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber seien könne. Laut eigenen Angaben zahle der Online-Händler Gehälter am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich sei. So zahle Amazon an allen Logistikzentren in Deutschland mindestens 10,52 Euro brutto pro Stunde. Zu der Kritik an den Arbeitsbedingungen äußert sich Amazon allerdings nicht.  

Kritik auch an Amazons Steuerpraktiken

Die globalisierungskritische Nichtregierungsorganisation Attac organisierte anlässlich des Black Fridays eine Fotoausstellung zu Steueroasen. Plakativ positionierten sie sich vor der Deutschen Bank auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. Die NGO solidarisierte sich mit den Streikenden bei Amazon und kritisiert, dass Amazon Steueroasen gezielt zur Gewinnoptimierung nutzt. Dies gehe zulasten der Allgemeinheit. Denn das Geld entgehe dem Staat durch Steuertricks und fehle so für die Daseinsvorsorge, Bildung, Gesundheit oder die Bekämpfung von Armut.  

Die Informationen können Sie hier auch nochmal nachhören: 

 

Ein Bericht von Johanna Honsberg über den Amazon-Streik
 
 

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Moritz Lünenborg
24.11.2017 - 19:56

In den U.S.A wird der Brückentag nach Thanksgiving Black Friday genannt. Thanksgiving fällt immer auf den vierten Donnerstag im November und läutet die Weihnachtseinkaufsaison ein.  In den USA wird der Black Friday schon lange als Tag für Schnäppchenjäger beworben und es werden die höchsten Umsätze des Jahres erzielt. Auch in Deutschland locken viele Unternehmen mit Rabattaktionen zum Black Friday, gerade im Onlineversandhandel.