Lexikon Bundestagswahl

Stimmenverrechnung

Was ist ein Überhangmandat? Was macht der Bundeswahlleiter? Und wie läuft die Regierungsbildung ab? mephisto 97.6 hat die Antworten zu diesen und mehr Fragen.
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Wie viele Sitze eine Partei nach der Wahl im Bundestag hat, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Es werden nur die Parteien berücksichtigt, die entweder insgesamt mindestens fünf Prozent der gültigen Zweitstimmen haben, die sogenannte Fünf-Prozent-Hürde. Oder die Parteien, die in mindestens drei Wahlkreisen ein Direktmandat gewonnen haben. Das Ziel dieser Regelungen ist, dass nicht zu viele kleine Parteien in den Bundestag einziehen. Das würde die Bildung einer Regierungskoalition erschweren.

Um zu bestimmen, wie viele Sitze einer Partei zu stehen, wird zuerst ermittelt, wie viel Prozent der Deutschen in welchen Bundesländern leben. Danach wird die Anzahl der Sitze auf die Parteien aufgeteilt. Je nachdem wie viele Zweitstimmen sie in dem jeweiligen Bundesland erhalten haben. Bei der Sitzverteilung werden zuerst die Direktmandate und dann die Landeslisten berücksichtigt.

Um die Sitze innerhalb einer Partei zu verteilen, gibt es drei Möglichkeiten: Die erste Möglichkeit ist, dass es genauso viele Direktmandate gibt, wie Sitze für die Partei geplant sind. Die zweite Möglichkeit ist, dass es weniger Direktmandate gibt, als Sitze für die Partei. Dann werden die übrigen Sitze an die Kandidaten auf den vorher festgelegten Landeslisten vergeben. Die letzte Möglichkeit ist, dass es mehr Direktmandate gibt, als Sitze für die Partei. Dann kommt es zu sogenannten Überhangmandaten, da jeder Direktkandidat in den Bundestag einziehen darf.

Der Beitrag von mephisto 97.6 Redakteurin Anna Wamsler zum Nachhören:

Ein Beitrag von Anna Wamsler.
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Ella Kreße
15.08.2017 - 00:00