Grundwasser

Steigende Verschmutzung des Grundwassers

Die Hälfte des Grundwassers in Leipzig und Umgebung weist erhöhte Nitratwerte auf. Das zeigt der heute erschienene WWF-Regionalreport. Grund für die Verschmutzung stelle demnach vor allem die intensive Landwirtschaft dar.
Gülle, Düngung
Ist die Düngung mit Gülle gefährlich für Mensch und Tier?

Schon vor neun Jahren wurde an 40 Prozent der Messstellen eine Nitratüberbelastung entdeckt. Nun wurde bei über 50 Prozent der Messstellen erneut ein über dem Grenzwert liegender Nitratgehalt im Grundwasser festgestellt. Dieses gelangt durch Überdüngung zunächst in den Boden. Schuld daran ist laut WWF Sprecher Roland Gramling die intensive landwirtschaftliche Nutzung. Nitrat findet sich in Düngemitteln wieder und sickert so langsam in das Grundwasser. Bei gesunden Erwachsenen kann nitratbelastetes Wasser beispielsweise zu Darmerkrankungen führen.

Das Nitrat kommt letztlich von Schweinemist oder Kunstdünger und das ist natürlich nichts, was man dem Körper zuführen sollte.

Roland Gramling, Pressesprecher vom WWF

Wasserpreise könnten steigen

Besonders gefährdet durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung ist jedoch die tierische Artenvielfalt in den betroffenen Gebieten. Man müsse deshalb verbreitete Praktiken begrenzen, fordert Gramling. Bisher verringern die Wasserwerke die Nitrat-Konzentration im Grundwasser lediglich indem sie Anteile geringer belasteter Wasservorröte hinzufügen. Dies könnte auf Dauer zur Folge haben, dass der Bestand des gering verseuchten Wassers sinkt und so die Preise für Trinkwasser steigen.

Umdenken muss stattfinden

Aus diesem Grund fordert der WWF langfristige Maßnahmen. So solle die Unterstützung von biologischem Landbau stärker gefördert werden. Dies habe die Bundesregierung bisher nicht genug verfolgt. Denn trotz der Zielsetzung bundesweit ein Fünftel des Landbaus mit biologischen Standards zu erreichen, betrifft dies bisher im Leipziger Umkreis nur rund 4 Prozent der Landwirtschaft. Dabei sind die öffentlich erhobenen Werte bereits seit 2014 bekannt. Das bisherige Vorgehen könnte sich auf lange Sicht auf die Bauern selbst auswirken. Denn das verschmutzte Wasser zieht auch die Qualität des Bodens in Mitleidenschaft.

Die Bauern oder Teile der Landwirtschaft, die ziehen sich wortwörtlich den Boden an den Füßen weg, irgendwann.

Roland Gramling, Pressesprecher vom WWF

Die Stadt selbst kann dies nur begrenzt beeinflussen, denn die großen Entscheidungen der Agrarpolitik werden auf Bundes- oder EU-Ebene beschlossen. Trotzdem könne man Maßnahmen beschließen, die biologische Landwirtschaft unterstützen, dazu gehört, dass z.B. in öffentlichen Kitas oder auch Mensen vermehrt Bio-Produkte angeboten werden.

 

Mehr zu dem Thema können Sie im Interview von mephisto 97.6 Redakteur Dennis Blatt mit Roland Gramling vom WWF hören:

mephisto 97.6 Redakteur Dennis Blatt im Gespräch mit Ronald Gramling.
1008 Wasser
 

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