Frisch gepresst: BRMC

Steige hinab in die Tiefen!

„What are you rebelling against, Johnny?“. Nach fünf Jahren melden sich Black Rebel Motorcycle Club mit ihrem achten Studioalbum „Wrong Creatures“ zurück.
Black Rebel Motorcycle Club
Black Rebel Motorcycle Club

Black Rebel Motorcycle Club – der Name ist Programm. Seit fast zwanzig Jahren steht das Trio für Rebellionsgeist und Antihaltung, sowohl musikalisch, als auch privat. Dabei verwehren sie sich jeglichen Trends. Ob jetzt ihr punkiger Rock der Anfangstage oder die eher nach Folk und Blues klingenden späteren Veröffentlichungen: die Band hat ihren ganz eigenen Kopf, losgelöst vom musikalischen Zeitgeist.

Hard Times

Die vergangenen Jahre waren nicht leicht für das Dreiergespann. Drummerin Leah Shapiro war vor drei Jahren gezwungen sich aufgrund einer Entwicklungsstörung am Gehirn operieren zu lassen. Die anderen Bandmitglieder Robert Levon Been und Peter Hayes litten unterdessen an psychischen Störungen. Es scheint so, als wären diese Negativerlebnisse auch in den Sound der Band eingeflossen

Wrong Creatures

Die neue Platte Wrong Creatures erscheint dementsprechend sehr düster. Eine beschwerende Melancholie scheint über allem zu liegen. Nach einer fast zwei minütigen Ramp, die den Songtitel „DFF“ trägt, folgt mit „Spook“ der eigentliche Einstieg in das Album. Der Song lässt ein wenig Nostalgie aufkommen, da er stilistisch an die frühen Garagerock-Tage der Band erinnert. Danach senkt sich die Platte deutlich ab. Der Mittelteil ist dominiert von langen, melancholischen Tracks. „Haunt“ liefert genau das, was sein Name verspricht: dunkle, verträumte Melodien, die dem Song eine tiefe Eindringlichkeit verleihen.

Auch „Echo“ bewegt sich in einem ähnlichen Spektrum. Allerdings steht hier die melancholische Note im Vordergrund. Der Song versprüht bittersüßen Schmerz – irgendwo zwischen Trauer und Glückseligkeit. Erst der neunte Track des Albums bricht aus dieser Spielart so richtig aus. „Little Thing Gone Wild“ führt uns wieder zurück in die anfängliche Garagerockzeit. Mit „Circus Bazooko“ holen uns Black Rebel Motorcycle allerdings sofort wieder in die Gegenwart zurück. Mit langsamer Jahrmarktmelodie würde er wohl jeden Horrorclown-Filmsoundtrack um Einiges aufwerten.

Mit „All Rise“ liefern die Rebels einen passenden Schluss für ihr Album. Nach ruhigem, zurückhaltendem Beginn bricht ein langsames Crescendo die Stimmung aus und schafft einen abschließenden Höhepunkt, der noch leise nachhallt.

Melancholie zum Hören

Auf „Wrong Creatures“ bewahren sich Black Rebel Motorcycle Club ihren allgemeinen und universellen Rebellionsgeist – der sich gegen Alles und Nichts konkret zu richten scheint. Das Album ist keine leichte Kost und würde beim nächsten Nightout mit Freunden die Stimmung in den Keller ziehen. Trotzdem ist es aufgrund seiner sehr eindringlichen, bittersüßen Melancholie und Tiefe eine extrem hörenswerte Platte, die sich vor allem alleine oder zu zweit in schwelgerischer Stimmung genießen lässt. 

 

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Black Rebel Motorcycle Club: Wrong Creatures

Tracklist:

01. DFF
02. Spook
03. King Of Bones
04. Haunt
05. Echo
06. Ninth Configuration
07. Question Of Faith
08. Calling Them All Away
09. Little Thing Gone Wild
10. Circus Bazooko
11. Carried From The Start
12. All Rise

Erscheinungsdatum: 12.01.2018
Abstract Dragon