Sport

Startschuss für neues Sportmuseum

Das Leipziger Sportmuseum wird vom Freistaat Sachsen gefördert. 2,08 Millionen Euro sollen in den Neubau eines der größten Sportmuseen Deutschlands fließen.
Startschuss für das Museum
Startschuss

Leipzig ist eine Stadt des Sportes. Mehr als jeder sechste Leipziger ist Mitglied in einem Sportverein. Orte wie u.a. das Goetz-Haus, das Sportforum, die Galopprennbahn oder der Cottaweg sind fest im Gedächtnis der Leipziger verankert. Hier haben sich Generationen in den unterschiedlichsten Disziplinen gemessen und Zuschauer emotionale Momente auf den Tribünen erlebt. 1976/77 wurde in Leipzig ein Sportmuseum als Sammlungs- und Dokumentationszentrum gegründet.

Förderwürdig

Dieses Sportmuseum soll mit 2,08 Millionen Euro gefördert werden. Das gaben Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung und Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke auf einer Pressekonferenz bekannt. Laut Burkhard Jung ist es der Stadt eine Herzensangelegenheit, die bedeutende Sammlung würdig in Szene zu setzen.

„Es ist uns seit vielen Jahren ein Schmerz, die Exponate nicht würdigen zu können. Endlich können wir ihn lindern.“

Dr. Skadi Jennicke, Bürgermeisterin für Kultur

Seit über 10 Jahren gibt es Bestrebungen, einen neuen Ort für das Museum zu finden. Doch es war bisher nie genügend Geld vorhanden, ein Gebäude zu sanieren oder gar neu zu bauen. Vor einiger Zeit ist die Stadt Leipzig an den Ministerpräsidenten Michael Kretschmer herangetreten und konnte ihn von der Idee einer Förderung überzeugen.

Für mich ist die Förderung ein schlüssiger Gedanke. Leipzig und Sport, das gehört einfach zusammen

Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen

Geschichte speist Geschichte

Das Geld stammt aus dem Vermögen der "Parteien und Massenorganisationen der DDR", dem sogenannten SED-Vermögen. Das werde laut Michael Kretschmer 2018 zum letzten Mal ausgeschüttet. Insgesamt seien rund 60 Millionen Euro zu vergeben.

Das Geld für das Sportmuseum soll innerhalb der nächsten vier Jahre verplant werden. Die Stadt Leipzig muss nun ein Konzept vorlegen. Kooperationspartner könnte der Fußballverein "RB Leipzig" sein. Dieser plant eine Sanierung des ehemaligen Schwimmstadions. Die Stadt könnte sich an dieser Unternehmung beteiligen und unter Beachtung des Denkmalschutzes einen neuen Platz für das Sportmuseum schaffen.

Dr. Volker Rodekamp, Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums, und Peter Kaminski, Vorsitzender des Fördervereins des Sächsischen Sportmuseums Leipzig e.V., sind erfreut.

Leipzig bildet zusammen mit Köln und Berlin ein Dreiergespann im deutschen Sport. Wir haben eine einzigartige Sammlung

Dr. Volker Rodekamp, Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig

Der Sport seit 200 Jahren

Mit mehr als 80.000 Exponaten verfügt das Sportmuseum über eine der größten sporthistorischen Sammlungen Deutschlands. Sportgeräte, Sportkleidung, Medaillen, Pokale, Tonträger, Fotos und vieles mehr vermitteln einen Einblick in Leipzigs Sportgeschichte seit dem 19.Jahrhundert.

Aktuell zu sehen

In der aktuellen Ausstellung „In Bewegung. Meilensteine der Leipziger Sportgeschichte“ wird versucht, den Besuchern einen Einblick in die Fülle bedeutsamer Sportstätten und Institutionen des Sports zu geben. Basierend auf der „Sporthistorischen Stadtroute", die ab 2018 22 Orte von großer Bedeutung für die Bewegungskultur im Stadtraum markieren soll, ist eine Ausstellung konzipiert, die an sportliche Leistungen der vergangenen 200 Jahre erinnert. Seltene Exponate sind eine Stadtansicht von 1595 mit den ältesten Darstellungen sportlicher Betätigung in Leipzig, ein Rundlauf aus dem Schulturnen und ein Seitenwagengespann des Stadtparkrennens im Clara-Zetkin-Park. Zum Mitmachen laden Stationen mit Finger-Skateboarding, Boxen, Rennradfahren oder Gewichtheben ein.

 

Kommentieren

Max Marius Pyl
21.08.2018 - 19:47
  Sport