Wilhelm-Leuschner-Platz

Stadt legt Masterplan zur Bebauung vor

Die Brachfläche auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz könnte nun endlich weichen. Die Stadt hat einen Masterplan entwickelt, der nun in die Fachausschüsse geht. Anders sieht es beim Einheitsdenkmal aus, dazu steht eine Entscheidung bislang aus.
So stellt sich die Stadt den Wilhelm-Leuschner-Platz in Zukunft vor.

Der Wilhelm-Leuschner-Platz wartet seit dem Ende des Kriegs auf eine neue Gestaltung. Damals wurden die dort stehenden Gebäude von Bomben zerstört. Außer dem Räumen der Trümmer war lange Zeit nichts passiert. Erst gegen Ende der DDR-Zeit kamen der unterirdische Bowling-Treff und ein Fußgänger-Tunnel dazu. Letzterer wurde für den Bau der Citytunnel-Station genutzt, die seit der Wendezeit die einzige größere Veränderung darstellt.

Der Platz und das Einheitsdenkmal

2008 beschloss der Bundestag, dass Leipzig neben Berlin auch ein Freiheits- und Einheitsdenkmal erhalten solle. Dafür geriet der Wilhelm-Leuschner-Platz erstmals in den Blick der StadtplanerInnen. Zum Einen liegt der Platz an der historischen Marschroute der Friedlichen Revolution, zum anderen bietet er eine große freie Fläche. Mit dem Denkmal sollte er deshalb den Zusatztitel „Platz der Friedlichen Revolution“ bekommen. Aber genau das war auch ein Punkt der Kritik: im eigentlichen Sinne war der Wilhelm-Leuschner-Platz kein besonderer Schauplatz der Friedlichen Revolution wie etwa die Nikolaikirche oder der Augustusplatz.

Die Stadt schrieb einen Wettbewerb für das Denkmal aus. Es gewann der Entwurf „Siebzigtausend“, der eben so viele verschieden farbige Würfel auf dem Platz vorsah. Vor allem von den BürgerInnen kam Kritik an dem Wettbewerb, Form und Ort hatten sie nicht gewollt.

Stillstand beim Einheitsdenkmal

Es folgte eine Odyssee des Einheitsdenkmals, die noch heute andauert. Die Stadt ging mit dem Wettbewerb in eine zweite Runde, die aber durch Fehler nicht gültig war. Am Ende stellte sie den Wettbewerb ein und musste die bereits erhaltenen Fördergelder von 415.000 Euro samt Zinsen dem Land wieder zurück zahlen. Doch für Leipzig bestehe laut Stadtverwaltung weiterhin die Möglichkeit einer Förderung von fünf Millionen Euro vom Bund.

Im Februar diesen Jahres wurde erneut über das Denkmal gesprochen, weil der Plan des Berliner Einheitsdenkmals endgültig beschlossen wurde. Doch der Weg des Leipziger Einheitsdenkmals bleibt weiterhin steinig. Die Linke-Fraktion hat nun einen Antrag auf einen Bürgerentscheid gestellt, die Leipziger sollen für ein Ja oder Nein des Denkmals entscheiden. Erst dann solle über Ort und Form wieder nachgedacht werden. Von den Linken stammt auch die Idee, ein Denkmal nach Vorbild der Freiheitsstatue in New York zu errichten.

Fortschritte beim bislang leeren Platz

Für den Wilhelm-Leuschner-Platz geht es aber voran, der Ost-Teil könnte schon bald bebaut werden. Nach den beschlossenen Leitlinien vor zwei Jahren legt die Stadt nun einen Masterplan vor. Besonders freute sich Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau über die Entwicklung:

Viele Jahrzehnte lang lag dieser bedeutende Platz in großen Teilen brach. Jetzt haben wir die Chance, einen alten städtebaulichen Missstand zu beheben.

Dorothee Dubrau, Baubürgermeisterin der Stadt Leipzig

Dabei soll die Fläche gegenüber der Kirche St. Trinitatis frei bleiben. In der Mitte soll eine Markthalle ihren Platz finden. Hier gab es bis zum Ende des 2. Weltkriegs die Zentralmarkthalle. Am Roßplatz ist ein 55 Meter hohes Gebäude geplant, das damit etwa so hoch ist wie der Glockenturm der St. Trinitatis-Kirche. Weiter hinten an der Windmühlenstraße soll ein weiteres, etwas niedrigeres Gebäude entstehen. In beide Häuser sollen Büros und Wohnungen einziehen. Die Gestaltung orientierte sich an der Umgebung wie dem Europahochhaus oder der Trinitatis-Kirche, weshalb u.a. Naturstein verwendet werden soll. Außerdem gebe es die Überlegung, den Bowling-Treff wiederzubeleben.

Der Masterplan geht zunächst in Fachausschüsse der Stadt und soll im Spätsommer im Neuen Rathaus ausgestellt werden.

Mehr zum Plan von mephisto 97.6-Redakteurin Leah Palgan:

Der Bericht von Leah Palgan über den Masterplan zum Wilhelm-Leuschner-Platz
BmE Masterplan Wilhelm-Leuschner-Platz

 

 

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