Kommentar

Spielplatz vs. KiTa

Dass es in Leipzig an KiTa-Plätzen fehlt, ist keine neue Nachricht. Aber das Anwohner gegen den Bau einer KiTa sind hingegen schon. Warum? Darüber hat sich Redakteurin Peggy Fischer Gedanken gemacht. Ein Kommentar.
Kita im Stadtbezirk Lindenau
Lieber neue KiTa-Plätze schaffen oder bestehende Spielplätze erhalten?

"Wir sind keineswegs gegen Kindergärten." So zitiert die Leipziger Volkszeitung Detlef Bartholomäus, einen der Anwohner der Eigenheimstraße in Dölitz-Dösen. Das hört sich doch nach einem wunderbaren Aber-Satz an. Und haben Sie denn noch nie was davon gehört, dass alles, was in einem Satz vor dem Wörtchen aber kommt, nichts zählt? Also: Wir sind keineswegs gegen Kindergärten abeeeer… wir wollen unsere schöne Grünfläche nicht wegen einer KiTa verlieren. Unsere Kinder können dort doch ungestört spielen…

Jaaaa… Und in einer KiTa nicht oder was?

In Ihrem offenen Brief an die Stadtratsfraktionen beschweren Sie sich auch darüber, dass Sie in die Entscheidung nicht mit einbezogen wurden. Ja hey, ich kann mir auch nicht aussuchen, ob bei mir um die Ecke 'ne neue Dönerbude aufmacht oder nicht. So 'ne Kita ist da wenigstens noch was Sinnvolles. Außerdem, sagen Sie, bräuchten Mütter mit Ihren Kindern ja mindestens 20 Minuten von der Straßenbahn bis zum neuen KiTa Standort.

OOOOOh…

Na also wenn ich mir aussuchen dürfte, ob ich lieber 20 Minuten Gehweg sparen oder Betreuung für mein Kind haben will… Ich weiß echt nicht was ich da wählen würde…

Wobei ich Ihnen allerdings zustimme, ist Ihr letztes Argument: Sie haben in ihrem Umkreis sechs KiTas und drei Tagesmütter. Brauchen Sie da wirklich noch eine zusätzliche KiTa? Sind Sie nicht eigentlich schon versorgt? Wird die KiTa dann nicht eher von Leuten aus anderen Stadtteilen genutzt? Und wenn das so ist, werden die dann nicht höchstwahrscheinlich mit dem Auto kommen?

Hier also noch ein Appell an unsere Stadt: Sollte man nicht mal darüber nachdenken, KiTas in Stadtteilen zu bauen, in denen es nicht schon sechs Stück davon gibt? Die Stadtverwaltung sagt zwar, dass auch im Süden Leipzigs perspektivisch noch mehr KiTa Plätze gebraucht werden. Aber ganz ehrlich: Sollte man nicht erstmal schauen, dass man den akuten Bedarf deckt?

Sonst passiert nämlich genau das: Die Leipziger müssen vom einen Ende der Stadt zum anderen fahren, um ihr Kind überhaupt in irgendeiner KiTa unterzubringen… Und wer macht das schon mit der Straßenbahn?

Die Stadt will umweltbewusst sein und sie braucht neue KiTas. Aber so wie sie das momentan plant, lassen sich diese Ziele nicht vereinbaren. Sollte man also vielleicht an dieser Stelle ansetzen? Ich meine, der Hausarzt nimmt doch auch nur Patienten an, die in der Nähe wohnen. Und noch ein kleiner Anreiz von mir: Chillt mal bisschen Leute! Das ganze KiTa-Bauprogramm ist doch noch nicht mal beschlossen!

 

- Ein Kommentar von Redakteurin Peggy Fischer -

 

Kommentare

Abgesehen davon, dass mir Ihre Art sich auszudrücken nicht behagt, was heißt hier chillt mal?, bevor Sie solche Sprüche in die Welt setzen, fragen Sie vor Ort diejenigen, welche sich mit dem Thema auseinander gesetzt haben! Wir haben alle Gründe, die für uns an dieser Stelle gegen eine BEBAUUNG! sprechen, sachlich und ohne Polmik aufgeführt.Wir beschweren uns nicht, sondern machen die Stadträte auf die Umgehung der demokratischen Rechte des Einspruches, bzw. der Fragestellung aufmerksam.Und wie mir scheint sind Ihre Kenntnisse von Verwaltungs- und Baurecht nicht so weit her. Deshalb mein Rat an Sie als Redakteur eines Öffentlichen Mediums: besser informieren und nicht einfach herausposaunen! Sie schaden sich und uns damit. Im übrigen gibt es hier 8 Tagesmütter.

Radio mephisto zählt ja zu den Sendern, die oft zum Thema „Courage zeigen“ berichten.
Wenn aber der Leipziger Bürger Courage zeigt und sich für eine transparente Verwaltung und wirklich nachhaltige Lösungen für unsere schöne wachsende Stadt einsetzt, wird er von Redakteurin Peggy Fischer auf die Schippe genommen.
Auch einen Versuch, die Argumentation von mittlerweile 244 couragierten Anwohnern, die ihre berechtigten Sorgen in einer Petition zum Ausdruck gebracht haben, korrekt im Kommentar wiederzugeben, sucht man in Frau Fischers Kommentar vergeblich.
Stattdessen wird der Leser mit wilden Vermutungen („Das hört sich doch nach…an. abeeeer… Jaaaa… . OOOOOh…“ Zitate - Ende) überschüttet.
Wo der niveauvolle Journalismus geblieben ist und ob wir diesen Kommentar von Redakteurin Peggy Fischer dem häufigen und von ihr in ihrem Kommentar ausdrücklich weiterempfohlenen Chillen zu verdanken haben, bleibt ein Rätsel.

Hallo Frau Fischer,
auch wenn ich aus dem Alter heraus bin einen Kita Platz zu benötigen,habe ich die verschiedenen Ansichten mit Interesse verfolgt.
Ihre Art der Berichterstattung ist einer Redakteurin unwürdig und passt in dieser Form nicht zu diesem angesprochenen Thema.
Sie sollten aus meiner Sicht lieber recharchieren wo die Unterlagen über eine "Stiftung mit Auflage" abgeblieben sind.
Wenn diese dann existiert haben sind diese dann für die Stadt zweckmäßigerweise nicht mehr aufzufinden??
Haben Sie sich schon Gedanken gemacht wie viele Ersatzpflanzungen für die zu fällenden Bäume erfolgen müssen um einen adäquaten Ausgleich zu schaffen?
Was nützt eine Kita wenn gleichzeitig der Lebensraum der heranwachsenden Generation weiter zerstört wird!?
Um mit Ihrer Ausdrucksweise zu enden: aaaber man kann Bäume ja auch malen - das geht auch in einer Kita.
Ob diese dann auch den zum Leben nötigen Sauerstoff spenden wage ich zu bezweifeln.

An die Herren, die sich offensichtlich sehr angegriffen gefühlt haben, es handelt sich hier ziemlich eindeutig um Sarkasmus. Vielleicht ein bisschen zwischen den Zeilen lesen bevor man sich vornimmt junge Journalisten runterzumachen.

an Jona:
Chill mal bisschen Jona!
Dein Kommentar hört sich doch nach einem wunderbaren Aber-Satz an.
"zwischen den Zeilen lesen."
Jaaaa… Und in der Zeilen nicht lesen oder was?
In Deinem Kommentar beschwerst Du dich auch darüber, dass man junge Journalisten runtermacht.
Ja hey, ich kann mir auch nicht aussuchen, ob Peggy Fischer über Anwohner schreibt oder nicht.
OOOOOh...

Die Leipziger Ratsversammlung entschied am 16.05.2018 die KITA Einrichtung an der Eigenheimstrasse nicht zu bauen. Bis zuletzt hatten der OB und Teile der Fraktionen von SPD und Linke an ihrem Vorschlag festhalten wollen, obwohl es genügend Gründe gab, ihn fallen zulassen. Die Gründe waren vielfältig: so war uns Anwohnern nicht vermittelbar, dass der Stadtteil Connewitz/Südvorstadt mit KITA Plätzen überversorgt ist, aber in Dölitz-Dösen, wo schon 6 KITAS und 8 Tagemütter Kinder aus überwiegend anderen Stadtteilen Leipzigs betreuen,zusätzlich in ein reines Wohngebiet! gebaut werden sollte, auf eine strittige Grünfläche, hier wollte die Stadtverwaltung etwa 20 von 40 ca. 100 Jahre alte einheimische Ahornbäume fällen,die Bäume waren im Baumkataster des Grünflächenamtes nicht enthalten... Trassenbreite der Anwohnerstraßen zur Erschließung der KITA: 6-8 m, abzüglich des ruhenden Verkehrs ergibt Fahrwegbreite 2-3-m! und unübersichtliche Einmündungen auf die Leinestraße, hier gibt es mehrere große Kleingartenanlagen und Verkehr in ein Gewerbegebiet...und dann jeden Tag zusätzlich 120 Kinder+Betreuer+ Versorgungsanfahrten... Vermeidung von Individualverkehr und Förderung des ÖPNV sehen anders aus...Das Ansinnen der Auenkirchgemeinde Markkleeberg, eine KITA an der Johanniskirche zu betreiben, wurde abgelehnt, kein Bedarf an Betreuungsplätzen, so die Begründung der Stadt. Ein privater Verein in unmittelbarer Nähe hatte ebenfalls die Idee, seine Anfragen wurden nicht einmal beantwortet... Man fragt sich, wie die Stadtverwaltung arbeitet, wie dem OB dieser Vorschlag unterbreitet wurde und zum Schluß fragten wir uns alle: warum keine Einsicht und alle Gründe zusammenfassen um zu sagen: wir (OB+SPD und Linke) hatten nicht den richtigen Vorschlag, also suchen wir einen besseren Standort... Dieser Gedanke kam erst, nahdem wir Anwohner diese Alternativen vortrugen, bzw. sich die Mehrheit von CDU, AfD und Grünen gegen den Vorschlag nicht mehr wegzutäuschen war...Man beachte die Aussagen des OB in der Ratsversammlung im Oktober 2017 zum Ansinnen der Stadträte nach mehr Informationen zu Vorhaben der Stadt: meine Verwaltung hat die Kompetenz und das Wissen und sie (die Abgeordneten) bekommen genügend Informationen, um gute Entscheidunge treffen zu können...
Einige denken nun: Gott sei Dank gibt es die AfD, diese Partei war die erste und einzige, welche unsere Anfragen (an alle Fraktionen) beantwortet hatte und auf den Platz kam, um zu sehen, was ist...Alles richtig gemacht übrige Parteien???
Bis heute gibt es Ansichten, der Platz, welcher übrigens nie bebaut sondern immer schon Grünfläche war! also keine Bombenlücke aus dem letzten Krieg,kein Alteigentümer, kein Spekulationobjekt, wäre ein Stiftungsgeschenk des Eigentümers an die Gemeinde. Hieb und stichfest wurden diese Ansichten durch die Stadtverwaltung nicht ausgeräumt, unsere Recherchen im Stadtarchiv liefen fest: die Unterlagen waren stets ausgeliehen...
und nun bitte wieder die BESTE MUSIK IN DIESER STADT!!! man will ja mal abschalten von diesem Demokratiealltag

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Peggy Fischer
12.10.2017 - 18:36