Nachtleben

Sperrstunde für Leipzigs Clubszene

Noch kürzliche warb die Stadtverwaltung auf ihrer Internetseite damit, dass in Leipzig rund um die Uhr gefeiert werden kann. Damit scheint es nun erstmal vorbei zu sein.
Partyszene in Leipzig
Partyszene in Leipzig

Die Clubszene in Leipzig ist vielfältig. Egal ob Flowerpower, Westwerk, L1 oder Institut für Zukunft (IfZ) – überall konnte bisher die Nacht zum Tag gemacht werden. Allerdings scheint sich die Stadt von ihrer bisherigen Position, das Partyvolk unbehelligt zu lassen, nun zu verabschieden. Zumindest die Besucher des IfZ im Leipziger Süden bekommen dies zu spüren. Seit etwa einem Monat setzt das Ordnungsamt ausschließlich dort eine Sperrstunde um. Obwohl sich im direkten Umfeld des Clubs keine Wohnungen befinden, liegen der Stadt Lärmbeschwerden von Anwohnern vor. Daher werde zwischen 5 Uhr und 6 Uhr nun keine Musik mehr gespielt und die Besucher müssen den Club verlassen.

Petition als Widerstand

Das harsche Vorgehen der Stadt stößt jedoch zunehmen auf Widerstand. Der Grünen-Politiker Jürgen Kasek hat daher nun eine Petition an den Stadtrat ins Leben gerufen. Er will Unterschriften sammeln, um die Sperrstunde abschaffen zu lassen. Nach dem sächsischen Gaststättengesetz ist es möglich, dass der Stadtrat hier eine einheitliche Regelung finden kann. Kasek fordert, dass am Ende eine Aufhebung der Sperrstunde stehen müsse, so wie es die Stadt auch immer angekündigt hätte.

Stadtrat im Bilde

Die Petition soll dem Stadtrat also als eine Art Entscheidungsgrundlage dienen. Bis es so weit kommt, dürfte es jedoch noch etwas dauern. Der Stadtrat befindet sich nämlich in der Sommerpause. Im Herbst wollten sich auch andere Parteien mit der strittigen Sperrstunde auseinandersetzen.

Ich finde, die Petition geht in die richtige Richtung, was auch ich nach der Sommerpause angeregt hätte, das politisch auf den Weg zu bringen.

Christopher Zenker, Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion 

Ähnlich äußerte sich die Linke. Juliane Nagel bestätigte, dass sich ihre Fraktion für die Abschaffung der Sperrstunde einsetzen wolle.

Streitfall IfZ

Warum die Sperrstunde bisher aber nur das IfZ trifft, ist unklar. Anfragen unserer Redaktion beim Ordnungsamt blieben bislang unbeantwortet. Klar ist jedoch, dass bislang noch keine Messungen über die angezeigten Lärmbeschwerden vorliegen. Veranstaltungen starten an den Wochenenden immer um 0 Uhr. Oft enden die Partys dann auch erst zwischen 8 und 10 Uhr am nächsten Morgen. Eine Sperrstunde um 5 Uhr ist daher besonders gravierend.

Ich befürchte, das ist einfach der Bürokratieschimmel, der hier keine andere Variante gefunden hat. Eine andere Variante wäre, einfach Deeskaltaion und Kommunikation zu betreiben, wie das IfZ das auch macht.

Juliane Nagel, Linke

Mehr zum Thema können Sie im Beitrag von mephisto 97.6 Redakteur Marvin Kalies hören:

Ein Beitrag von mephisto 97.6 Redakteur Marvin Kalies.
 
 

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