Archivausstellung

Speck von Sternburgs Erben

Was haben die Brauerei Sternburg in ihrer heutigen Form und die Einkaufspassage Specks Hof in der Innenstadt gemeinsam? Beide sind Teil der Familiengeschichte der Speck von Sternburgs. Diese wird ab Montag im Staatsarchiv Leipzig ausgestellt.
Redakteurin Luise Tasler spricht mit Freiherr Speck von Sternburg und Birgit Richter vom Staatsarchiv Leipzig (v.l.)
Redakteurin Luise Tasler spricht mit Freiherr Speck von Sternburg und Birgit Richter vom Staatsarchiv Leipzig (v.l.)

Vor fast 200 Jahren gelangte eine Brauerei in Lützschena in den Besitz des Schafzüchters Maximilian Speck. Als er wenige Jahre später geadelt wurde, nahm er zusätzlich den Namen Sternburg an. Durch die Produktion des Exportbiers Sternburg, der international erfolgreichen Schafszucht und seiner Tätigkeit als renommierter Kunsthändler, wurde er zu einer der einflussreichsten Händler Sachsens. Fünf Generationen später fand sein Nachfahre Wolf-Dietrich, Freiherr Speck von Sternburg ein fast vollständiges Familienarchiv auf dem Dachboden der Lützschenaer Schlosskirche. Jahrelang arbeitete er es auf und statt es, im Falle seines Ablebens, weiter dort vermodern zu lassen, beschloss er vor zwei Jahren es dem Leipziger Staatsarchiv zu übergeben. Dort wird es nun, vom 13. November 2017 bis zum 31. Mai 2018 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Eine Künstler-, Händler- und Diplomatenfamilie

Das Archiv der Familie Speck von Sternburg ist nur eines von rund 600 Familienarchiven, die das Staatsarchiv Leipzig verwaltet. Die Ausstellung mit dem Titel "Maximilian von Sternburg und seine Erben" besteht aus fast 100 Exponaten. Von Diplomen und Briefen über Geschäftsbücher bis hin zu alten Fotografien und Porträts ist alles zu sehen. Dabei fällt auf, dass sich unter Maximilian Speck von Sternburgs Nachfahren fast ausschließlich Diplomaten, Händler und vor allem viele Künstler einreihen. So sind die meisten der Porträts von den Mitgliedern der Familie selbst gemalt. Für die Ausstellung haben die Mitarbeiter des Staatsarchives zahlreiche Biogramme und einen Stammbaum für die letzten fünf Generationen der Familie erstellt. Nachfahre Wolf-Dietrich, der sich bereits vor dem Fund des Archivs immer für die Familiengeschichte interessierte, wirkte auch an der Entstehung der Ausstellung mit. Er ist froh seine Familiengeschichte mit der Öffentlichkeit teilen zu können und hofft, dass er damit etwas bewegen kann.

In der heutigen Zeit sollte man auch immer daran denken, dass die Zukunft und die Gegenwart auch die Vergangenheit brauchen. 

Wolf-Dietrich, Freiherr Speck von Sternburg

Eindrücke aus der Ausstellung:

Die Informationen können Sie auch im Beitrag von mephisto 97.6-Redakteurin Luise Tasler nachhören:

 
 

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