Die Kolumne

SPD Go

Die Kolumne. Immer freitags und immer mit den guten Fragen der Woche. Diesmal: Magnus Folten über eine kleine Volkspartei, große Schmerzen und seinen Traumjob.
Kolumne, Symbolbild, Redaktion
Was ist in dieser Woche passiert? Unsere Kolumnisten haben wie immer eine Antwort auf die wichtigsten Fragen.

Die Kolumne zum Nachhören:

Die Kolumne von Magnus Folten
 

Wahlniederlage im Saarland und ein Absturz in Nordrhein-Westfalen. Die SPD profitiert kaum vom Hype der letzten Monate. Ist der Schulzzug schon abgefahren?

Ja, der Hype ist futsch. Aber so ist das mit Hypes. Egal welcher. Ein Hype hieß noch nie, dass sich was ändert. Ich erinnere an die Ice-Bucket-Challenge oder … oder an Pokemon Go. Martin Schulz ist wie Pokemon Go. Und die SPD ist wie Nintendo. Nintendo hatte seit Jahren die gleiche Spielidee. Egal ob Edition Blau, Silber, Perl oder Schwarz.  

Kolumnist Magnus Folten

Pokemon hat mal sehr gut funktioniert, war aber immer das Gleiche. Die Zeiten ändern sich. Da musste was Neues her. Pokemon Go. Wow. Klingt innovativ. Klingt modern. Man spielt es auf dem Smartphone, endlich was Zeitgemäßes. 

So auch Schulz: ist’n total zeitgemäßer Typ. Ex-Alkoholiker und Europa-Politiker. Aber am Ende ist er nur ein neues Medium. Das Spiel ist immer noch das gleiche. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr Sinn ergibt es: Die SPD sollte ihre Wahlkampagne SPD Go nennen!

Die EU hat das Verfahren gegen die deutsche Pkw-Maut nun doch eingestellt. Jetzt heißt es also freie Fahrt! Freust du dich darauf?

Nein. Ich find’s kacke. Auch wenn’s für deutsche Autofahrer ja angeblich nicht teurer wird. Maut macht alles komplizierter. Ist in allen anderen Maut-Ländern auch so. Es macht das Autofahren unkomfortabel. Und das ist es doch, was man sich vom Autofahren erhofft: Komfortabilität. Zumindest tue ich das.

Wenn man über 1,90m groß ist, träumt man oft vom eigenen Auto. Jedes Mal, wenn man sich im Fernbus die Knie am Vordersitz aufscheuert. Wenn man auf einer langen Zugfahrt der einzige ist, der nicht schlafen kann, weil der Kopf weit über die Lehne hinausragt. Von einer Mitfahrgelegenheit ganz zu schweigen. Selten habe ich solche Schmerzen gehabt, wie nach fünf Stunden zu fünft in einem VW-Lupo.

Und jetzt muss man sich mal vorstellen, wie das ist, wenn man mit besagtem Lupo nicht nur im normalen Stau steht, sondern auch noch an jeder Mautstation warten muss.
Ich will ein eigenes großes Auto. Und keine Maut.

Am Mittwochabend wurde am Augustusplatz gegen Homophobie demonstriert. Mit Regenbogenluftballons. Werden Glitzereinhörner und Regenbögen der Homophobie endgültig ein Ende setzen?

Einhörner und Regenbögen? Fiktion und Illusion waren leider bisher nur vermeintlich die Lösung eines Problems. Aber ich will da jetzt nicht drauf rumhacken. Ich find’s schön, dass die Leute beim Demonstrieren noch Spaß haben. Das sieht man in Leipzig sonst selten.

Und nächste Woche?

Werde ich mich bei der SPD bewerben. Mit der SPD Go Idee. Als Wahlkampfleiter verdiene ich bestimmt auch genug Kohle für ein eigenes großes Auto.

 

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