Bundestagswahl

SPD-Direktkandidatin Daniela Kolbe

mephisto 97.6 stellt die Leipziger Direktkandidaten für die Bundestagswahl vor. Diesmal: Daniela Kolbe. Sie kandidiert für die SPD im Wahlbezirk Leipzig-Nord. Wir haben mit ihr gesprochen.
Daniela Kolbe Porträt
Daniela Kolbe (SPD) tritt im Wahlkreis I Leipzig an.

Daniela Kolbe kommt morgens in die mephisto 97.6 Redaktion - sie ist zehn Minuten zu früh. Um ihre Schulter hängt ein SPD-Jutebeutel voll mit Werbematerial. Nach dem Interview geht es für sie nämlich sofort weiter zu einer Wahlkampfaktion auf dem Augustusplatz. Stressen lässt sich Kolbe von ihrem vollen Termin Kalender augenscheinlich nicht. Sie nimmt sich Zeit und spricht über ihre politischen Anfänge, soziale Gerechtigkeit und den Wahlkampf.

Vom Esszimmertisch in den Bundestag

Daniela Kolbes politisches Engagement geht bis in ihre Jugendjahre zurück. Politisiert hat sich die 37-Jährige am Esszimmertisch in den Auseinandersetzungen und Diskussionen mit ihrem Vater. Der sei, so Kolbe, zwar sehr weltoffen, aber immer konservativ gewesen. Gestritten hätten sich die beiden stets über die Frage: Was ist gerecht?

Aber da man mit Diskussionen am Esszimmertisch noch keine Politik macht, trat Daniela Kolbe irgendwann den „Falken“ bei, einem politischen Kinder- und Jugendverband.Später wurde sie dann bei den Jusos und in der SPD aktiv. Ab 2004 durchlief sie mehrere Führungspositionen innerhalb der SPD. Seit 2009 ist Kolbe Abgeordnete im Deutschen Bundestag und vertritt dort die Interessen ihrer Wahlheimat Leipzig. In die Stadt habe sich die gebürtige Thüringerin während ihres Physikstudiums 1998 sofort verliebt, sagt sie.

Kolbe im Wahlkampfmodus

Die Frage nach der Gerechtigkeit beschäftigt Daniela Kolbe bis heute. Dabei sind ihr zwei Themen besonders wichtig: Sie will die Aufteilung in private und gesetzliche Krankenversicherung abschaffen. Stattdessen soll es eine Bürgerversicherung für alle geben. Außerdem will sie eine Solidarrente einführen. Diese soll in bestimmten Fällen eine geringe Rente im Alter aufwerten.

Die zwei Themen passen gut in den Gerechtigkeitswahlkampf der SPD. Deren Ruf nach sozialer Gerechtigkeit hält die Opposition aber für unglaubwürdig. Schließlich hat die SPD in den letzten vier Jahren mitregiert. Und für Ziele wie gebührenfreie Bildung hätte die SPD mit Linke und Grünen sogar eine Mehrheit im Bundestag gehabt. Daniela Kolbe findet aber: Die SPD hat in der vergangenen Legislaturperiode viel erreicht. Laut ihr habe die SPD trotz nur 25 Prozent Stimmenanteil den Koalitionsvertrag dominiert.

Ohne uns wäre in dieser Legislatur gar nichts passiert. Wir haben den Mindestlohn gemacht, die Rente 63, Rentenangleichung Ost-West, Frauenquote in der Wirtschaft und so weiter und so fort.

Die Wählerinnen und Wähler scheinen diese Ergebnisse aber nicht anzuerkennen. Die CDU liegt in Umfragen derzeit deutlich vorne. Für viele sind die Unterschiede zwischen SPD und CDU außerdem kaum noch spürbar. Zu Unrecht, sagt Daniela Kolbe.

Also wir haben uns so viel gestritten und streiten uns und ringen und man merkt einfach: Ok, das sind ganz unterschiedliche Geisteshaltungen zwischen der Union und der SPD

Und für diese Unterschiede streitet Kolbe im Wahlkampf weiter. Und das mit vollem Einsatz: egal, ob beim Häuserwahlkampf im Dauerregen oder beim Radiointerview trotz Infekt. Im Gespräch mit ihr, merkt man auch: Kolbe ist ein Politprofi. Kein Wunder, schließlich ist das auch ihr dritter Bundestagswahlkampf. Das mache es aber keineswegs weniger aufregend für sie.

Klar, wenn man sich das erste Mal zur Wahl stellt, ist das ein ganz krasses Gefühl, aber ich gebe zu auch jetzt, wenn ich an einer Tür klingel und ich nicht weiß, was mich erwartet im Gespräch mit den Bürgern, ist man natürlich trotzdem noch aufgeregt.

Das Porträt der Direktkandidatin gibt es hier zum Nachhören:

Daniela Kolbe im Porträt - ein Beitrag von Angela Fischer.
Daniela Kolbe im Porträt - ein Beitrag von Angela Fischer.
 

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