Bundestagswahl

SPD-Direktkandidat Jens Katzek

mephisto 97.6 stellt die Leipziger Direktkandidaten für die Bundestagswahl vor. Diesmal: Jens Katzek. Er kandidiert für die SPD im Wahlbezirk Leipzig-Süd. Wir haben mit ihm gesprochen.
Jens Katzek (SPD) tritt im Wahlkreis II Leipzig an
Jens Katzek (SPD) tritt im Wahlkreis II Leipzig an.

Jens Katzek kommt morgens vor der Arbeit in die mephisto 97.6 Redaktion und tritt gleich sehr selbstbewusst auf. Der 53 Jährige trägt einen legeren Anzug, keine Krawatte, aber ein SPD-Logo am Rever. Katzek ist sofort da. Hier ein nettes Wörtchen über die schönen Räume, da ein Kommentar, dass er Kontakte habe, wenn der Sender mal Probleme bekäme.

Man merkt, dass Jens Katzek schon lange Menschen zu überzeugen versucht: bisher jedoch nicht als Politiker, sondern als Lobbyist. Aktuell für die Autoindustrie, früher für Gentechnik in der Landwirtschaft. Lobbyismus hat eine klare negative Konnotation, aber Katzek sieht das anders, denn jeder der etwas durchsetzen möchte, sei gewissermaßen Lobbyist. Und da er sich als Biochemiker gut mit Gentechnik auskannte, war ihm klar, dass er sein Wissen auch teilen muss, damit die Gesellschaft die Chancen und Risiken kennt.

Wenn du von was Ahnung hast, und wenn man Biochemie studiert hat, hat man ein bisschen Ahnung von Gentechnik, dann musst du dich auch politisch engagieren.

Nach dem Aus der Gentechnik in Deutschland wechselte er zur Autoindustrie. Ein wichtiges Thema für Leipzig, mit den Werken von BMW und Porsche.

Selbst wenn es Menschen gibt, die sagen, ich bin ein Automobillobbyist, muss ich sagen, bin ich stolz darauf. Denn wir haben fast zehn Prozent aller Beschäftigten in Leipzig, die von der Automobilindustrie abhängig sind. Wenn ich Dinge tue, die für die Automobilindustrie hier relevant sind, dann unterstütze ich sie direkt in ihrer Zukunftsperspektive.

Die Automobilindustrie ist auch sein größtes Thema für den Wahlkampf: Leipzig soll Hauptstadt für Elektromobilität werden. Ein echter Leipziger ist Jens Katzek nicht, er kommt aus dem Ruhrgebiet. Als Arbeiterkind war sein Schulabschluss noch etwas Besonderes, der Vater schmiss zum Abitur des Sohnes in der Kneipe eine Runde.

Vom Ruhrgebiet nach Berlin

Nach dem Abitur leistet Katzek Zivildienst, danach studiert er in Berlin. Früher kämpfte er in der Friedensbewegung gegen die Wiederaufrüstung. Heute glaubt er, dass sie richtig war. Neben der Wirtschaftsförderung für die Automobilindustrie hat der SPD-Direktkandidat ein weiteres großes Thema - die innere Sicherheit. Denn gerade ärmere Menschen könnten sich diese nicht kaufen.

Sicherheit ist etwas, dass sich Reiche kaufen können. Die es nicht haben, sind dann dran.

Er fordert mehr Polizei und einen stärkeren Kampf gegen Extremismus, auch und gerade von Links.

Chancen für Bundestag eher schlecht

Jens Katzek stilisiert sich als Machertyp, spricht deutlich, und hat klare Themen: Wirtschaftsförderung und Sicherheit. Ob das für den Bundestag reicht, wird sich zeigen, als SPD-Direktkandidat hat man es in Sachsen schwer, im Leipziger Süden landet die SPD regelmäßig hinter CDU und Linken, und auch mit seinem Landeslistenplatz 8 brachte Katzek kein außerordentliches SPD-Ergebnis. Aber er zeigt sich kämpferisch. Katzek denkt dabei an seine eigene Vergangenheit. Als er Biochemie studieren wollte, lehnten ihn die Unis zunächst wegen zu schlechtem Numerus clausus ab, also fand er einen anderen Weg.

Das Porträt des Direktkandidaten gibt es hier zum Nachhören:

Jens Katzek im Porträt - ein Beitrag von Kim Bürgl.
Jens Katzek im Porträt - ein Beitrag von Kim Bürgl.
 

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