Stadtentwicklung

Sozialer Wohnraum wird gefördert

Die Tatsache, dass bezahlbarer Wohnraum in Leipzig langsam knapp wird, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Nun will die Stadt mit einem neuen Programm für soziale Wohnraumförderung gegensteuern.
Sozialwohnung
Die Schaffung sozialen Wohnraums soll gefördert werden.

Vor Kindertagesstätten bilden sich lange Schlangen, Schulen sind zum Teil überfüllt und günstige freie Wohnungen werden immer seltener. Der Einwohnerboom in Leipzig ist Fluch und Segen zugleich. Um zumindest die Situation auf dem Wohnungsmarkt zu entschärfen, werden mit Unterstützung des Landes bis 2019 Fördergelder für den sozialen Wohnungsbau mit einem Umfang von etwa 60 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Mit den ersten 20 Millionen Euro könnten dann noch in diesem Jahr etwa 500 neue Sozialwohnungen geschaffen werden.

Schwerpunkt Innenstadt

Gefördert werden dabei jedoch nicht nur Neubauten. Auch Bauherren, die leerstehende Mietwohnungen sanieren, können von der Förderung profitieren. Lediglich die Höhe der Zuschüsse seien dann unterschiedlich. Während Altbaumodernisierungen mit einem Zuschuss in Höhe von 27.000 Euro unterstützt werden, sind es bei Neubauten 38.000 Euro. Bevorzugt gefördert werden sollen zwar Immobilien in den zentral gelegenen Stadtteilen. Dennoch sollen Projekte im ganzen Stadtgebiet unterstützt werden. Wenn Investoren also in den äußeren Stadtteilen günstig bauen können, soll ihnen eine Förderung also nicht grundsätzlich vorenthalten werden.

Wir möchten nicht, dass an einer Stelle jetzt so ein riesen „Pool“ kommt, weil dann haben wir schon wieder solche Slums, die sich da entwickeln.

Dorothee Dubrau, Bürgermeisterin für Stadtentwicklung

Allerdings fehlt es derzeit noch an Investoren, die entsprechende Bauprojekte auch kurzfristig umsetzen können. Die Stadt hatte zwar schon vor der Zusage der Landesregierung das Projekt fördern zu wollen, Kontakt mit privaten Bauunternehmen aufgenommen. Allerdings sei es bislang noch zu keiner verbindlichen Förderzusage gekommen. Nach Angaben der Stadtverwaltung haben aber bereits 15 Bauunternehmen ihr Interesse an dem Förderprogramm bekundet. Die geleistete Vorarbeit sei daher wichtig, da nach der nun erfolgten Zusage des Landes die ersten Verträge schnell unterzeichnet werden könnten, um schon bald mit den Baumaßnahmen beginnen zu können.

Nachfrage höher als Angebot

Weiterhin geht Karsten Gerkens, Leiter der Stabsstelle Bezahlbares Wohnen, auch davon aus, dass in nächster Zeit verstärkt Anträge für das Programmjahr 2018 und 2019 eingereicht werden. Er geht davon aus, dass auch aus der Konzeptvergabe und der Ausschreibung kommunaler Grundstücke eine erhöhte Nachfrage nach Fördermitteln resultieren wird. Schließlich sei hier der soziale Wohnungsbau in den städtischen Entwicklungszielen ein wichtiges Vergabekriterium. Trotz dessen ist bereits jetzt klar, dass der Umfang des Förderprogramms bei Weitem nicht ausreichend sei.

Wir müssten eigentlich jedes Jahr 2000 Wohnungen im sozialen Wohnungsbau finanzieren. Im Moment sind’s 500. Das heißt, eigentlich müsste die Summe viermal so hoch sein.

Dorothee Dubrau

Das Programm in der nun beschlossenen Höhe läuft nach drei Jahren jedoch sowieso aus. Ob und wenn ja in welcher Höhe eine Förderung sozialen Wohnungsbaus danach möglich ist, muss noch verhandelt werden.

mephisto 97.6-Redakteurin Angela Fischer mit den Einzelheiten:

mephisto97.6 Moderator Paul Materne im Gespräch mit Angela Fischer
0806 SG Wohnraumförderung
 

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Thomas Tasler
08.06.2017 - 19:40