Konzertbericht - Julien Baker

This Song Is A Lie

Am 13.09. spielte Julien Baker zum ersten Mal ein Konzert in Leipzig. Die Sängerin, die ursprünglich aus der Hardcore Szene kommt, nun aber Singer-Songwriter Musik macht, trat im UT Connewitz auf.
Julien Baker live
Julien Baker singt im UT Connewitz

Erwartungen

Man kennt es ja, jeder erzählt einem von dem neuesten Film, der unfassbar gut sein soll. Das hört man dann so lange, dass der Film einfach nicht mehr an diesen Anspruch heranreichen kann. Genau vor diesem Gefühl habe ich den gesamten Tag vor der Show ein wenig Angst. Mehr von einem Konzert erwarten, als ich von Julien Baker, kann man eigentlich nicht. Ihre beiden Platten "Spraind Ankle" und "Turn Out The Lights" laufen bei mir schon lange sehr regelmäßig und natürlich habe ich auch bereits die ein oder andere Live-Aufnahme gesehen. Alles hört sich immer sehr eindrucksvoll an. Neben der generellen Erwartung an das Konzert, hoffe ich natürlich vor allem, dass meine Lieblingslieder gespielt werden. Bei "Go Home" und "Rejoice" bin ich mir sehr sicher, dass das auch der Fall sein wird. Sie sind sehr bekannt und unter Fans beliebt. Ob "Sour Breath" laufen wird, bleibt für mich erstmal spannend.

Beginn

Den Auftakt der Show spielt Becca Mancari, begleitet von einem Gitarristen. Neben ernsten Texten und mal mehr und mal weniger traurigen Gitarrenklängen besticht Becca Mancari auch durch ihre humorvollen Anekdoten und Kommentare zwischen den Songs. Sie bespricht die aktuelle politische Lage in den USA und lächelt über die vielen Graffittis in Leipzig. Insgesamt bietet ihre Show eine gute musikalische Einstimmung auf Julien Baker.

Becca Mancari live
 

Show

Wish I could write songs about anything other than death.

Mit diesen Worten beginnt Julien Baker ihre Auftritt. Sie gehören zu ihrem Song "Sprained Ankle", den sie mit verschiedenen Loops an der Fußmachine zu einem zauberhaften Klangerlebnis macht. Das Beeindruckende an Julien Baker ist aber nicht nur der Klang ihrer Musik, die von zarten Melodien bis hin zu rockigen Gitarrentönen reicht. Es ist vor allem die Art und Weise, mit der Julien ihre Songs vorträgt. In ihrer Mimik ist die Anstrengung und das oft traurige Gefühl der Lieder klar ablesbar. Jedem Song wird die gleiche Mühe und Liebe gewidmet. Dabei ist besonders schön, dass die Musik so anders klingt als auf Platte. Auch wenn natürlich ein eindeutiger Wiedererkennungseffekt besteht, ist das Live-Erlebnis ganz anders.

Julien Baker live
 

Das Set besteht aus einer Mischung ihrer beiden Alben. Bei einigen Songs bekommt Julien Verstärkung von einer Violinistin. Ein besonderes Highlight ist der Song "Rejoice". Julien Baker selbst sagt über diesen Song, dass sie ihn live sehr gerne spielt und dass er für sie eine sehr intensive Message transportiert.

Give me everything good. I'll throw it away. I wish I could quit but I can't stand the shakes. Choking smoke, singing your praise. But I think there's a god and he hears either way.

Ich persönlich freue mich außerdem, denn sowohl "Go Home" und "Sour Breath" werden ebenfalls gespielt. Mit "Sour Breath" zeigt Julien Baker auch noch einmal ihre rockige Seite. Über die Fußmaschine begleitet den Song sogar ein kleiner Drum-Rythmus.

Julien Baker live
 

Fazit

Die Show ist sehr schwer in Worte zu fassen. Meine ursprüngliche Sorge, ich könnte zu viel erwarten, ist definitiv mehr als unbegründet. Tatsächlich handelt es sich wohl um eines der eindrucksvollsten Konzerte, auf denen ich bisher war.

 

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Mehr Infos zu Julien Baker und weiteren Tourterminen, findet man hier.

Setlist:

1. sprained ankle

2. shadowboxing

3. vessels

4. funeral pyre

5. everybody does

6. blacktop

7. rejoice

8. televangelist

9. everything that helps you sleep

10. hurt less

11. go home

12. something

13. sour breath

14. appointments

15. turn out the lights