Studiumsstress

So gut wie ich kann - Leistungsdruck

Im zweiten Stock des Universitätsgebäudes Leipzig, in der Redaktion des mephisto 97.6, blinkt der Cursor im weißen Dokument auf. Ein unruhiges Gefühl kommt auf.
Blätter in mephistozentraleWenn
Wenn sich die Arbeit häuft

In der Bibliothek im gleichen Gebäude blinken weitere schwarze Cursor. Manche Hausarbeiten wollen noch geschrieben werden, die Prüfungszeit ist gerade vorbei.
Doch was macht der Druck nach Präsens und Leistung mit den Studierenden und wie gehen Sie mit dem Stress um?

Motivierend und ermüdend

Vor der Studentenbibliothek Albertina hört man Lachen, laute Stimmen und sieht weiße Stummel an Lippen. Beim Reingehen hört man Schritte, laufen und das Klacken des Spinds.
Studierende sagen zu Stress, dass er motiviert.
Ich will so gut sein, wie ich kann, sagt ein Student, der nicht dem Studiensystem die Schuld an seinen hohen Erwartungen gibt.  
Dafür gehen viele weit, ziehen sogar Drogenkonsum zur Leistungssteigerung in Betracht, davon sind Koffeintabletten, Ritalin und Speed die Gängigsten.
Hohe Erwartungen an sich selbst gehen mit einem erhöhten Stresslevel einher.
Das kann Folgen haben:
Die Studierenden geben an, unter Müdigkeit, Kopfschmerzen und Schlafstörungen zu leiden. Manche fühlen Verspannungen in ihrem Kiefer, bei anderen zeigt sich der Stress körperlich durch Durchfall.

Was tun gegen den Krankmacher Stress?

Die Psychologieprofessorin Julia Moeller weiß, wie man dem Stress entgegentritt.
Ihre Forschung befasst sich mit dem Zusammenhang von Motivation und Stress. Bisher sei die Wissenschaft davon ausgegangen, motivierte Menschen seien weniger gestresst. Sie meint, auch hochmotivierte Menschen können ein erhöhtes Stresslevel empfinden.
Durch Abschalten können nach Ihr selbst hochmotivierte Menschen dem Stress bewältigen.
Dabei sind eine gesunde Balance aus Studium und Freizeit, genügend Schlaf und effizientes Zeitmanagement nötig.
Auch Universitäten können dem Gewicht, das auf ihren Studierenden liegt, entgegenwirken: Die Nottingham Trend University arbeitet mit Micropigs, kleinen Schweinchen, mit denen die Studierenden zur Stressreduktion kuscheln können.
Wer unter Schlafstörungen, Konzentrationsverlust oder Selbstverletzungsgedanken leidet, und sich diesen Problemen nicht alleine stellen will, kann sich Hilfe suchen.

Hilfe für Studierende

Eine Möglichkeit für Studierende – die Nightline: Ein studentisches Sorgentelefon.
Ihre Hilfe besteht in Form von aktivem Zuhören, also mittels Fragen und Paraphrasierung des Gesagten. Dem Hörer wird geholfen selbst auf Lösungen zu kommen. Eine therapeutische Ausbildung können die Nightliner nicht vorweisen.
Die psychosoziale Beratung des Studentenwerks Leipzig bietet professionelle Hilfe für alle Fragen des Studierendenlebens an. Dabei entstehen für die Hilfesuchenden keine Kosten.

Den Beitrag zum Nachhören:

Ein Beitrag von den Redakteuren Nicole Collignon und Max Brose
2802 Stressprüfungszeit
 

Kommentieren

Nicole Collignon, Max Brose
09.03.2018 - 10:53

Wem seine Probleme den Schlaf rauben, kann die Nightline unter der Nummer 0341 97 37 777 erreichen.
Montag bis Freitag von 21:00 bis 0:00 Uhr

 

Die telefonische Anmeldung zur psychosozialen Beratung ist unter 0341 97 18 848 möglich.

Sie sind zu folgenden Zeiten erreichbar:

Montag & Dienstag: 08.00-16.30 Uhr
Mittwoch & Donnerstag: 08.00-13.00 Uhr
Freitag: 08.00-12.00 Uhr

 

Stress und Motivation gehen Hand in Hand, mehr darüber in einem Artikel von Emma Sepala und Julia Moeller.