Das lange Interview mit Lipsi Lillies

Show me how to Burlesque

Welcome to Burlesque! Hieß es Mittwochabend bei M19 - denn wir waren zu Besuch bei den Lipsi Lillies. Sie haben uns mit in die glitzernde Showwelt genommen und Redakteurin Sophie verraten, was eine gute Burlesque-Tänzerin können muss.
Lipsi Lillies, Burlesque
Ein gemütlicher Abend: Redakteurin Sophie Rauch im Gespräch mit Mirielle Tautou, Simone de Boudoir und Roxie Heart (v.l.)

Hier können Sie das komplette Interview mit den Lipsi Lillies nachhören:

Redakteurin Sophie Rauch im Gespräch mit Mirielle Tautou, Simone de Boudoir und Roxie Heart von den Lipsi Lillies.

Musik: https://www.jamendo.com/track/1190458/gabriel

Sprecher: Hendrik Zimny

Blindendeskription: Lipsi Lillies

1110 M19 mit Lipsi Lillies

Schritt für Schritt zur Choreografie

Als Erstes wurde geklärt, ob jeder Burlesque tanzen kann oder ob bestimmte Kriterien erfüllt werden müssen. Zur Antwort kam da nur ein klares Nein. Das Grundkriterium sei nur, dass Spaß am Tanz vorhanden und man mit Leidenschaft dabei ist. Auch der Schönheitswahn habe noch nicht seinen Weg ins Burlesque gefunden:

Es ist für jeden Körpertyp geeignet. Da gibt es, Gott sei Dank, keine Modelmaßvorgaben. Das ist das Schöne an Burlesque - dass eben die Weiblichkeit in all ihren Formen gefeiert wird.

Simone de Boudoir

Also ab in die Trainingssachen, 20er Jahre Musik laut drehen und die weiblichen Reize in Szene setzen. Für Roxie Heart kein Problem, sie kommt aus der rhythmischen Sportgymnastik und hat auch schon andere Tanzstile ausprobiert. Ihre Erfahrungen fließen auch immer wieder in die Choreografien mit ein. Auch Mirielle Tautou ist tänzerisch vorgeprägt - sie hat jahrelang Ballett getanzt. Aber nicht nur tänzerisch gibt es verschiedene Einflüsse bei den Lipsi Lillies - auch Filme aus den alten Hollywood-Zeiten prägen die Performances. So finden immer wieder verschiedene Filmmotive einen Platz in den Lipsi Lillies Shows. Es wurden schon "Alice im Wunderland", "Metropolis" und sogar die "Teletubbies" burlesk performt.

Ausgezogen aber nicht nackt

Das wohl Wichtigste am Burlesque ist das Kostüm. Es muss gut aussehen und natürlich auch gut ausziehbar sein. Das Kostüm erzählt die Geschichte mit und entwickelt sich schon am Anfang und verändert sich auch im Laufe der Zeit, da es immer wieder an die Choreografie und die Anforderungen angepasst wird.

Du musst es halt möglichst tricky und elegant ausziehen können. Sich so zu entkleiden, das ist wirklich nicht so leicht. Also das ist wie so ein Zaubertrick.

Mirielle Tautou

Nun gehört auch immer ein bisschen Überwindung dazu, sich vor Publikum auszuziehen. Aber die Burlesque ist nicht mit dem Striptease gleichzusetzen, denn die Frauen sind niemals komplett entkleidet und arbeiten bei ihrer Performance mehr mit dem Tease - also die Herauszögerung von Handlungen und das Auskosten jeder einzelnen Bewegung. Die Erotik passiert im Kopf, erklärt Simone de Boudoir und grenzt damit die Burlesque vom Striptease ab. Und das sei auch das Interessante am Burlesque, dass man das Publikum mit einer Geschichte verzaubert und nicht mit nackten Tatsachen. Auch man selbst wird in Bann der Performance gezogen und somit fällt auch das Entkleiden leichter.

Aber das Wunderschöne ist ja auch, dass es ein Licht gibt, was einen verzaubert.

Roxie Heart

Auch vonseiten der Familie und Freunde gab es nie irgendwelche Einwände - diese gehörten sogar zum ersten Publikum, vor dem die Lipsi Lillies aufgetreten sind. Auch wird man über die Zeit entspannter bei Auftritten und das Spiel mit dem Publikum wird freier und natürlicher, da man sich an seine Rolle gewöhnt und die anfängliche Vorsichtigkeit von Auftritt zu Auftritt verschwindet.

 

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Sophie Rauch
18.10.2017 - 11:35
  Kultur

Die Lipsi Lillies:

Das sind Mama Ulita, Roxie Heart, Mirielle Tautou und Simone de Boudoir. Die vier Damen gestalten seit 2009 gemeinsam Burlesque-Shows und sind damit auch außerhalb Leipzigs bekannt.

Am 21. Oktober kann man die Lipsi Lillies live erleben. Mit ihrer Show "Die Nacht gehört uns" gratulieren sie der UT Connewitz zum 105. Jubiläum.