Konzertbericht

Seite C

Zu ihrem 20-jährigen Bandbestehen bringt die Band Turbostaat ein Live-Album heraus. Die Aufnahmen dazu fanden in den letzten Tagen im Conne Island in Leipzig statt. Wie die Aufnahmen am dritten Konzerttag abliefen, haben wir uns angeschaut.
Die Band in blauem Licht
Turbostaat auf der Bühne

Bevor es losgeht, wird zunächst ein Mikro in Richtung des Publikums angebracht. Die Message ist klar: Es soll mitgesungen werden. Und ich kann vorab schon spoilern, die Erwartung konnte das Publikum hervorragend erfüllen.

Ablauf

Direkt zu Anfang geht es mit einem unglaublichen Energie-Level los. Dazu muss auch wirklich hervorgehoben werden, dass der Sound perfekt abgemischt ist. So habe ich buchstäblich noch nie ein Konzert gehört. Die Band variiert schon zu Anfang zwischen alten und neuen Songs, aber wie für eine Jubiläumsplatte zu erwarten ist, sind es vor allem die Hits der einzelnen Platten. 

Crowdsurfing
 

Turbostaat spielen bereits den dritten Tag und ändert daher die Setliste ein wenig ab. Mit der Erklärung, dass die Songs der C- und D-Seiten der Platten an den vorangegangenen Abenden weniger stark klangen, sollte dieser Abend dazu dienen, sie in der gleichen Intensität aufzunehmen wie die ersten beiden. Leider ist das eines der winzigen Mankos eines wirklich beeindruckenden Konzertes. Die Dynamik, die die Live-Platten in richtiger Reihenfolge haben werden, geht leider durch den Wechsel verloren. Das führt vor allem dazu, dass die alten Punk-Songs der Band zu einem Zeitpunkt kommen, zu dem viele Gäste der Show schon einiges an Energie eingebüßt haben. 
Die fehlende Energie ist natürlich auf die eineinhalb Stunden Spielzeit, aber auch auf die durch viele tanzende Menschen entstandene Wärme im ausverkauften Conne Island zurückzuführen. Dazu sei an dieser Stelle nochmal gesagt, dass Wasserflaschen von Mitarbeitenden des Conne Island ins Publikum geworfen wurden. Ein riesiges Lob für so viel Mitdenken! 
 

Highlights

Für begeisterte Musikfans ist es wohl nichts Neues, dass man mit bestimmten Songs immer auch Erinnerungen und Menschen verbindet. Während der Show liefern Turbostaat nicht nur ein objektiv betrachtet sehr gutes Konzert, sie geben mir auch im Laufe des Sets immer wieder Grund zu denken "Ah, wäre doch (Name) jetzt auch hier!". Dadurch wird die Punk-Stimmung für mich emotional unterlegt. Insbesondere die Songs '18.09 Uhr. Mist, verlaufen.', 'Es fehlte was im 2. Karton' und 'Abalonia' sind mir in dieser Hinsicht während der Show aufgefallen. 

Turbostaat im Conne Island
 

Fazit

Es lässt sich nicht viel Kritik an dieser Show üben. Neben der angesprochenen verwirrenden Dynamik der Setliste, die aber im Kontext der Aufnahmen natürlich völlig nachvollziehbar ist, kann ich eigentlich nur sagen, dass mir persönlich der Song 'M-eine Stadt sucht ihren Mörder' gefehlt hat. Das war's. Mehr Kritik habe ich nicht. Es war eine tolle Show, zum Tanzen, Schwitzen, Singen, Mitschreien, und einem gehörigen Bisschen in Nostalgie schwelgen.

 

 

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Gesa Koy
15.05.2018 - 00:24
  Kultur

Mehr Infos zu Bandaktivität und Jubiläums-Platten gibt es auf der Homepage der Band.