Schulanfang

Schwierigstes Jahr seit 1990

Mit dem Schulanfang jeden Sommer kommen auch einige Fragen auf. So zum Beispiel, ob alle freien Stellen für Lehrer besetzt wurden. Dieses Jahr mussten 1400 neue Lehrer gefunden werden.
Die CDU-Fraktion will Lehrer in Sachsen verbeamten.

Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft ist der Meinung, dass das Schuljahr 2017/2018 das schwierigste seit 1990 wird.

Eine komplizierte Aufgabe sei es vor allem, die Seiteneinsteiger auszubilden. Bei ihnen handelt es sich um Personen mit einem akademischen Abschluss - jedoch haben sie keinen Lehramtsabschluss. Bevor ein Seiteneinsteiger vor eine Schulklasse treten kann, muss er eine dreimonatige Ausbildung durchlaufen. In einigen Fällen dauert es dann noch weiter, bis der Lehrer dann wirklich unterrichten kann. 

Sie müssen angeleitet werden, sie müssen qualifiziert werden, das macht für ein Kollegium Arbeit und das ist ein Stück weit ne Belastung. Aber es geht nicht anders. Wir können die Situation nicht schönreden. Und die Bewerberlage ist so. Und wenn du nicht mal für jede ausgeschriebene Lehrerstelle einen grundständig ausgebildeten Lehrer hast, dann ist die Alternative nicht Seiteneinsteiger ja oder nein, sondern, dann ist die Alternative Seiteneinsteiger oder Ausfall, keine Lehrerperson vor den Kindern.

Roman Schulz von der Sächsischen Bildungsagentur

Das führt dazu, dass die Lehrer zusätzliche Überstunden machen müssen, bis die Seiteneinsteiger voll einsatzbereit sind. Und selbst wenn sie an der Schule unterrichten, müssen sie zusätzlich betreut werden.

Mehr Aufwand

Jens Weichelt vom Sächsischen Lehrerverband meint, dies sei eine Mammutaufgabe für die sächsischen Lehrer. Ebenfalls sollten mehr Mittel zur Verfügung stehen, um den großen Aufwand und die Überstunden zu bezahlen.

Roman Schulz hat gehofft, dass der Mangel in den alten Bundesländern vor fünf Jahren vorbei wäre: "Pustekuchen. NRW, Bayern, BaWü die stellen in ungeahnten Dimensionen ein, weil die möglicherweise ihre Lehrerausbildung und ihren Bedarf auch ein Stück weit aktualisieren mussten, und das ist die schwierige Situation, dass sie in Deutschland diesen leer gefegten Arbeitsmarkt haben, aber die Bedarfe so hoch sind wie lange nicht".

Attraktiv muss es werden

Eine Maßnahme des Kultusministeriums ist die Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig. Bei dem Ausbau des Seiteneinsteigerprogramms sollen Fachkräfte in den besonders gefragten Bereichen der Grund- und Förderschulen ausgebildet werden. Diese sollen dann an drei Tagen der Woche in den Schulen eingesetzt werden. Dadurch sollen bis 2021 insgesamt 300 Grundschullehrer und bis zu 500 Lehrkräfte für weiterführende Schulen und Förderschulen ausgebildet werden.
Der Sächsische Lehrerverbund fordert für dieses Problem, dass der Freistaat wettbewerbsfähige Bedingungen schaffen würden:

(...) das heißt die Attraktivität des Lehrerberufs erhöhen sowohl für die Tarifbeschäftigten Lehrkräfte als auch die Entscheidung zu treffen, zusätzlich Lehrkräfte zu verbeamten.

Der Sächsische Lehrerverbund

Zusätzliche Informationen zu dem Thema können Sie im Beitrag von mephisto 97.6 Redakteurin Jona Zhitia nachhören:

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Pia Ebeling
07.08.2017 - 20:33