Fantasy Filmfest 2018

Schweißtreibender Survivaltrip

Eine Journalistin, eine Luftschleuse tief unter der Erde, ein unerwarteter Zwischenfall, sengende Hitze und wenig Luft zum Atmen. Der dänische Fantasy Filmfest - Beitrag "Cutterhead" ist nichts für Menschen mit Klaustrophobie!
Szene aus "Cutterhead"
Eingesperrt unter der Erde

Viel Tageslicht zeigt einem der dänische Regisseur Rasmus Kloster Bro in seinem Debütfilm nicht. Es dauert kaum fünf Minuten, da steigt die Journalistin Rie (Christine Sønderris) in einen Aufzug, der sie unter Tage befördert. Die Kamera ist live dabei, wenn es immer weiter in die Tiefe geht. Rie möchte den Bau der Kopenhagener Metro dokumentieren, die Arbeiter aus ganz verschiedenen Ländern portraitieren, die den ganzen Tag im Untergrund arbeiten und neue Tunnel durch die Erdmassen fräsen. Gerade erlangt sie das Vertrauen der Arbeiter, da schrillt der Alarm los. Qualm breitet sich aus. Es brennt. Brie flieht mit zwei Männern in eine kleine Luftschleuse und die lässt sich von innen nicht mehr öffnen. Die Temperaturen steigen, der Sauerstoff wird knapp und der menschliche Überlebensinstinkt bricht hervor.

Panik auf engstem Raum

Menschen mit Klaustrophobie dürften bei Cutterhead schnell an ihre Grenzen stoßen und auch alle anderen werden die Panik der Hauptfigur nur zu gut nachvollziehen können. Cutterhead überzeugt mit einer wunderbar subjektiven Kameraführung, die das Publikum mit den Charakteren in der kleinen Druckkammer einsperrt. Erlösende Kameraschwenks nach draußen gibt es nicht. Stattdessen glaubt man fast, den (Unter-)Druck in der Kapsel am eigenen Leib zu spüren, wenn Ries Trommelfelle zu platzen drohen und ihr der Schweiß in Strömen aus dem Körper fließt.

Viel Stoff gibt die Geschichte natürlich nicht her. Die gesamten 80 Minuten drehen sich nur um eine Frage: Wie befreit man sich aus dieser beklemmenden Situation? Das zieht sich in einigen Momenten kurz in die Länge, aber Regisseur Rasmus Kloster Bro versteht es immerhin, immer wieder genau im richtigen Moment den Figuren und damit auch dem Publikum, den Boden unter den Füßen wegzuziehen. So ein minimalistischer Katastrophen/Survivalfilm fällt beim Fantasy Filmfest auf jeden Fall aus der Reihe, immerhin hat Cutterhead mit den restlichen Horrorfilmen und Genre-Spielereien des Programms eher wenig gemeinsam. Nichtsdestotrotz ist das hier Spannungskino sondergleichen und die finalen Minuten, wenn ein Kampf um die letzten Züge Sauerstoff entbrennt, sind in ihrer Intensität kaum zu ertragen.

Fazit

Cutterhead ist ein simpel gestrickter, aber wirkungsvoll inszenierter, hochspannender Survivalthriller und einer der großen Geheimtipps in diesem Fantasy Filmfest - Jahrgang!

 

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"Cutterhead" läuft in fünf deutschen Städten beim Fantasy Filmfest 2018.

Ein regulärer Veröffentlichungstermin ist noch nicht bekannt.

Screening - Termine

BERLIN: 13 Sep / 20.45 Uhr
MÜNCHEN: 14 Sep / 18.00 Uhr
HAMBURG: 19 Sep / 20.30 Uhr
KÖLN: 20 Sep / 20.45 Uhr
FRANKFURT: 28 Sep / 20.15 Uhr