Frauenhaus für Migrantinnen

Schutzhaus für Geflüchtete ist gefragt

Vor vier Monaten eröffnete in Leipzig das erste Schutzhaus für geflüchtete Frauen. Seit dem Beginn des Pilotprojekts ist es voll ausgelastet.
Der Sitz des Trägervereins Frauen für Frauen e.V. in der Karl-Liebknecht-Straße

Bereits seit den 70er Jahren können Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, Schutz in Frauenhäusern finden. Aufgrund der steigenden Flüchtlingszahlen ist der Bedarf solcher Hilfsangebote auch für geflüchtete Frauen gestiegen. Daher eröffnete vor vier Monaten in Leipzig das erste Schutzhaus speziell für geflüchtete Frauen in Sachsen. Der örtliche Träger ist der Frauen für Frauen e.V., der den Frauen mit Flüchtlings- oder Asylbewerberstatus in Notsituationen eine Unterkunft bietet.

Inzwischen ist das Haus im Regelbetrieb angekommen und der Bedarf scheint groß. Seit dem Tag der Eröffnung ist das Frauenhaus voll belegt. Acht Frauen und 18 Kinder wurden bisher im Schutzhaus aufgenommen, einige Betroffene mussten aufgrund fehlender Plätze abgelehnt werden. Bei diesen Frauen wurde versucht, sie an andere Frauenhäuser weiterzuvermitteln.

Besonderheiten im Schutzhaus

Während sich bei Frauenhäusern die Betroffenen meist selbst an die Betreiber wenden, werden geflüchtete Frauen oft von der Polizei an das Schutzhaus vermittelt. Denn nur die wenigsten dieser Betroffenen haben zuvor von dem Konzept der Frauenhäuser gehört.
Für die Beratungen braucht es meist eine Übersetzerin. Nur selten sprechen die Betroffenen und die Sozialarbeiterinnen eine gemeinsame Sprache. Da die geflüchteten Frauen aus verschiedensten Ländern kommen, kommunizieren sie untereinander mit Händen und Füßen. Ein großes Problem stelle die Sprache trotzdem nicht dar.

Die Frauen leben gemeinsam, sie kochen gemeinsam, die betreuen ihre Kinder gemeinsam und es geht immer. Es ist nicht immer einfach, klar, aber es ist in keiner Gemeinschaft immer einfach.

Marlies Sonntag, Frauen für Frauen e.V.

Das Leipziger Schutzhaus ist ein Pilotprojekt. Ob es demnächst weitere solche Einrichtungen geben soll, das muss das sächsische Gleichstellungs- und Integrationsministerium entscheiden.

mephisto 97.6 Reporterin Jessica Reusch sprach mit Marlies Sonntag vom Verein Frauen für Frauen e.V.:   

Jessica Reusch interviewt Marlies Sonntag vom Frauenschutzhaus.
 

 

 

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Betroffene Frauen können sich an den Frauen für Frauen e.V. wenden.