Verdi-Demonstration

Schnipp, schnapp Gehalt ab

Ein Friseur-Azubi im ersten Ausbildungsjahr erhält gerade einmal 200 Euro monatlich. Verdi organisierte deshalb und aufgrund von weiteren Problemen bundesweite Protestaktionen.
Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit sei Friseur einer der beliebtesten Ausbildungsberufe in Sachsen.

In rund 20 Städten in Deutschland wurden von der Gewerkschaft Verdi Demonstrationen angekündigt - unter anderem auch in Leipzig. Diese fand auf dem Willy-Brandt-Platz vor dem Hauptbahnhof statt. Mit den Aktionen wollte die Gewerkschaft auf die Missstände für die rund 23.000 Auszubildenden in Deutschland aufmerksam machen.

Scheren und Kämme werden abgezogen

Neben der Aufmerksamkeit für die Probleme wurde eine konkrete Forderung genannt: Es sollte eine Mindestvergütung für Friseur-Azubis von 325 Euro pro Monat im ersten Ausbildungsjahr gesichert werden.

In Sachsen zum Beispiel bekommt ein Azubi im ersten Ausbildungsjahr grade einmal 200 Euro pro Monat. Generell erhalten sie im Osten Deutschlands weniger Gehalt: Mit durchschnittlich 269 Euro müssen sie sich zufriedengeben. Im Westen werden die Auszubildenden im Mittel mit 494 Euro vergütet.

Zusätzlich müssen sich die Lehrlinge ihre Arbeitsmaterialien selber kaufen. Darunter fallen unter anderem Scheren und Kämme. Auch Überstunden und fachfremde Aufgaben wie Putzen und Kaffeekochen müssen sie erledigen.

Bloß ein Infostand

In Leipzig war die Demonstration deutlich schlechter besucht, als die anderen Veranstaltungen deutschlandweit. Somit wurde aus der angekündigten Protestaktion ein Infostand, zu dem lediglich zwei Auszubildende vorbeikamen. Ein Grund für die geringen Teilnehmer sei das Verbot der sächsischen Berufsschulen gegenüber Verdi. Die Gewerkschaft durfte diese nicht besuchen und konnte dadurch kaum Azubis auf ihre Aktion aufmerksam machen.

Wir sind schon im Sommer in vielen Schulen unterwegs gewesen bei den Azubis, haben sie dafür geworben, beziehungsweise auf die Problematik aufmerksam gemacht, mit ihnen gemeinsam für bessere Tarife einzutreten.

Christl Tempel von der Gewerkschaft Verdi

Ebenfalls betonte Frau Tempel, dass viele Auzubildende sich noch nicht zutrauen würden, sich alleine öffentlich zu organisieren.

Weitere Informationen zu den Protestaktionen können Sie im Studiogespräch von mephisto 97.6 Redakeurin Peggy Fischer und Moderator Nico van Capelle nachhören: 

Ein Beitrag von Peggy Fischer
 
 

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Pia Ebeling
29.08.2017 - 19:37