Die Kolumne

Schicksalstage eines Franken

Die Kolumne. Immer freitags und immer mit den guten Fragen der Woche. Heute mit Thomas Tasler und dem Schicksal, ein Franke zu sein.
Kolumne, Symbolbild, Redaktion
Was ist diese Woche passiert? Unsere Kolumnisten und Kolumnistinnen haben sogar Antworten, wenn sie gar nicht gefragt werden.

Die Kolumne zum Nachhören findet Ihr hier:

Die Kolumne von Thomas Tasler.
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Als Franke in der sächsischen Diaspora hat man es echt nicht leicht. Erst wird man für seine zugegeben, manchmal etwas rustikalen kulinarischen Vorlieben belächelt, dann verlieren unsere Nürnberger Clubberer haushoch gegen die Rasenballer und zu guter Letzt ist da ja noch dieser Kasperkopf Söder bei der bayerischen Landtagswahl.

Herr im Himmel noch einmal, kein Wunder wenn uns keiner ernst nimmt.

Ich weiß ja selbst nicht, was die CSU geritten hat, diesen Möchtegern-König-Ludwig ins Rennen zu schicken. Denn außer der Tatsache, dass Söder schon früh wie ein fränkischer Terrier das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten anvisiert hat, und er absoluten, ja fast schon ewigen Durchhaltewillen beweisen hat, qualifiziert ihn kaum was für dieses hohe Amt. Gut zugegeben, als Finanzminister hat er den Laden schon ordentlich auf Vordermann gebracht. Auch die Jahre unter Seehofer ohne seelische Schäden zu überleben, da gehört fei scho was dazu.

Aber um Gottes Willen, was ist denn mit ihm passiert, seit er den Seehofer in der Staatskanzlei beerbt hat?

Erst schiebt er sich die alten Möbel vom Strauß ins Büro und dann faselt er was von einem bayerischen Raumfahrtprogramm – da hat wohl einer ein bisschen zuuu oft an der Möbelpolitur vom alten Franz-Josef geschnüffelt.

Jetzt mal unter uns, so ein Raumfahrtprogramm ist an ja sich gar nicht mal so dumm. Langfristig gesehen sogar richtig schlau. Aber warum um Gottes Willen posiert er mit diesem peinlichen Bavaria One Logo mit seinem Konterfei darauf vor den Kameras der Weltöffentlichkeit. Ich meine, diese leichten Anflüge von Größenwahnsinn, die haben wir Franken ja quasi in unserer DNA. Mich holen ja meine Kollegen hier in der Redaktion immer mal wieder auf den Boden der Tatsache zurück. Aber hat der Markus also wirklich niemanden um sich rum, der ihn vor sich selbst schützt?

Puhhh, ich sehe, auch als Franke in der bayerischen Diaspora muss das Leben fei hart sein.

Markus, wenn du mir zuhorchst, pass auf. In ein paar Tagen hast es geschafft, da mach ma erstmal schön zünftig Frühschoppen.

 

Kommentare

Solche Ausdrücke wie Kasperkopf sind respektlos und einfach nur daneben. Aber es ist leider so, dass sich Franken fast immer das Leben gegenseitig schwer machen. Christen haben jedenfalls einen anderen Weg. Die Bibel sagt uns: Betet für die Obrigkeit, dass ist viel, viel besser, als solche Kommentare von angeblichen Franken.

@Martin Treml

Servus Martin, ich muss schon sagen, ich fühle mich ein klein bisschen persönlich angegriffen, wenn du behauptest, ich sei nur ein "angeblicher Franke". Aber Schwamm drüber, des bassd scho. 

Ob der Ausdruck "Kasperkopf" daneben ist, da können wir uns ja sicherlich streiten, am Ende ist es aus meiner Sicht Geschmackssache und der ist bei mir - ähnlich wie die kulinarischen Vorlieben - etwas rustikaler ausgeprägt. Respektlos ist er allemal, da geb ich dir absolut recht. Das ist ja auch das was den Franken ausmacht: niemals eine Obrigkeit über sich selbst dulden. Ich hoffe, ich habe dir beweisen können, wie viel Franke in mir steckt. Wenn nicht, die nächste Halbe geht auf mich. 

Habe die Ehre!

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