Protest gegen neurechtes Compact-Magazin

"Schaulaufen neurechter Einstellungen"

Das Compact-Magazin, der publizistische Arm der Neuen Rechten, beruft am Samstag eine Konferenz in Leipzig ein - mit den Köpfen von Pegida, AfD und Co. Das Aktionsbündnis "NoCompact" ruft mit Kundgebungen und Demonstrationen zum Protest auf.
Ein Plakat der "NoCompact"-Kampagne
Ein Plakat des Aktionsbündnisses "NoCompact" am Connewitzer Kreuz.

Am kommenden Samstag finden sich in Leipzig die Protagonisten der neurechten Szene Deutschlands zusammen - unter anderem auch Lutz Bachmann (Pegida) und Björn Höcke (AfD). Der Anlass: Die jährlich stattfindende "Souveränitäts-Konferenz" des Compact-Magazins. Das neurechte Magazin ruft unter dem Motto "Opposition heißt Widerstand" dazu auf, über "Widerstand" gegen die "Blockparteien" und die "Rettung Deutschlands" zu diskutieren. Für Juliane Nagel, Landtagsabgeordnete der Linken, bedeutet diese Konferenz vor allem eines:

Die Compact-Konferenz ist ein Schaulaufen von neurechten, verschwörungstheoretischen und rassistischen Einstellungen und deren Protagonisten.

Juliane Nagel, Die Linke

"Die Konferenz darf nicht unkommentiert bleiben"

So fasst Stephen Hummel, Vertreter von "NoCompact" das Anliegen des Aktionsbündnisses zusammen. Die drei erklärten Hauptziele von "NoCompact": Stören, Erschweren, Verhindern.

Dazu ruft das NoCompact zunächst zu einer Kundgebung auf, die am Samstag, 25.11., um 9 Uhr am Willy-Brandt-Platz stattfinden soll. Da der Ort der Konferenz erst 24 Stunden vorher bekanntgegeben wird, wird sich die Demonstration zur Konferenz bewegen, um dort den Protest zu äußern. Angemeldet sind eine Fahrrad- und eine Fußgänger-Demonstration.

Für Juliane Nagel ist es wichtig, dass Menschen präsent sind, um zu zeigen, dass "in Leipzig so etwas nicht ungestört vonstattengehen kann". Bei der Konferenz in Schkeuditz 2013 war der Protest erfolgreich, da es Demonstranten gelang, die Redebeiträge zu stören.

Weitere Informationen zum Aktionsbündnis "NoCompact" hören Sie hier:

mephisto 97.6 Redakteur Steffen Voigt zum Protest gegen die Compact-Konferenz.
2311 Compact

Was ist Compact?

Seit 2010 erscheint das neurechte Magazin Compact monatlich. Laut Recherchen der Zeitung "Die Zeit" mit einer Auflage von 70.000 Exemplaren. Mittlerweile hat es sich zu einem publizistischen Arm der neurechten Szene entwickelt: von Pegida über die AfD bis hin zur Identitären Bewegung. Chefredakteur Jürgen Elsässer mit der Compact-Redaktion im Rücken sieht die anderen Medien in Deutschland als "gleichgeschaltet" und bezeichnet sie als "Lügenpropaganda des Systems". Die Zeitung arbeitet eng mit der AfD zusammen und unterstützt den Wahlkampf der Partei. Auch die Ansichten überschneiden sich:

Deutschland ist immer noch ein besetztes Land. (...) Die USA und Israel sind die größten Gefährder des Weltfriedens. (...) Weitere Zuwanderung ist nicht verkraftbar.

Compact-Magazin, Rubrik "Mission"

Die jährlich an wechselnden Orten stattfindende, kostenpflichtige Konferenz hat vor allem die Vernetzung und den Austausch verschiedenster Akteure zum Ziel, die allesamt dem rechten Spektrum zuzuordnen sind.

 

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Lea Schröder
23.11.2017 - 20:52