Disko-Krieg 2008

Schauhaus-Verfahren eingestellt

2008 in Leipzig: Schüsse fallen vor dem Club Mia's. Eine Migratengruppe und Türsteher geraten in Streit, der blutig endet. Das Verfahren wurde nun eingestellt, die Ermittlungen zu dem Mord am 28-jährigem Russlanddeutschen laufen jedoch weiter.
Leipziger Clubszene

08. März 2008: Eine Migrantengruppe und Diskotheken-Türsteher liefern sich in der Leipziger Innenstadt am Dittrichring einen blutig endenden Konflikt. Den Sicherheitskräften wird schwere Körperverletzung vorgeworfen, einer von ihnen wird niedergestochen. Schüsse fallen vor dem Club Mia's. Gründe sind angeblich die Vorherrschaft des Türstehergewerbes in der Clubszene und somit die gleichzeitige Kontrolle des Drogenhandels.

Kurz danach kommt es weiterhin zu Randalen, mehrere Personen werfen Steine, Flaschen und andere Gegenstände in die Scheiben des Schauhauses. Wegen zu weniger Beamten kann die Polizei erst spät einschreiten. Der Sachschaden beläuft sich auf mindestens 5500 Euro.

Wie das Amtsgericht Leipzig mitteilt, wurde das Verfahren gestern eingestellt.  

Schweigekartelle erschweren die Ermittlungen

 

Gerichtssprecher Hans Jagenlauf machte nach der Beweisaufnahme auf die undurchsichtige Aufklärung des Falles aufmerksam: 

Sämtliche Beteiligte konnten sich wenig bis gar nicht an die damaligen Ereignisse erinnern und hatten erkennbar auch kein Interesse an der Aufklärung

Hans Jagenlauf, Gerichtssprecher

Die sechs Angeklagten wurden jeweils zu einer Geldbuße von 400 Euro verurteilt, die an den Förderkreis der Uni-Kinderklinik für wohltätige Zwecke gehen.

Über weitere Hintergründe klärt unser Redakteur Denis Giessler auf:

Denis Gießler im Studiogespräch über den Schauhaus-Angriff
 
 

Kommentieren

Sarah Bötscher
15.01.2016 - 11:35