Waldbestattung

Sächsischer Bestattungswald in Planung

Immer mehr Menschen wünschen sich ihre letzte Ruhestätte im Wald. In Deutschland finden sich bereits 80 Waldfriedhöfe. Sachsen ist das einzige Bundesland, in dem die Waldbestattung noch nicht möglich ist. Das soll sich ab jetzt ändern.
Biologisch abbaubare Urnen im Friedwald Fürstenwalde.

Sächsische Bürgerinnen und Bürger, welche sich momentan eine Waldbestattung wünschen, müssen sich einen Baum im 70 km entfernten Friedwald von Dessau suchen. Für Angehörige der Verstorbenen bedeutet das vor allem: lange Wege und der Verlust des sächsischen Heimatgefühls. Sachsen ist das einzige Bundesland Deutschlands, in dem die Waldbestattung noch nicht möglich ist. Grund dafür war bis 2009 das sächsische Bestattunggesetz, das eine naturnahe Form der Bestattung nicht erlaubte. Seit 2009 scheiterte der Ansatz eines sächsischen Bestattungswaldes. Viele sächsische Gemeinden sehen keinen Bedarf an Waldfriedhöfen und führen oft als Grund auf, es gebe genug herkömmliche Friedhöfe und zu wenig Interessenten. 

Wie funktioniert die Bestattung im Friedwald? Ein Erklärstück von Marlene Schneider
 

Dass doch ein Bedarf an Waldbestattung in Sachsen besteht, zeigt die Gemeinde Bennewitz östlich von Leipzig. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger der 5000 Einwohner Gemeinde äußerten bei Bürgermeister Bernd Laqua (parteilos) den Wunsch, im Wald beerdigt zu werden. Laqua setzt sich seit 2005 für einen Freidwald in seiner Gemeinde ein. Wenn die Antragstellung beim Kreis gelingt und die geologischen und hydraulischen Auflagen erfüllt sind, rechnet Laqua mit der Eröffnung des Friedwalds in ca. einem Jahr. Laut Laqua wird sich das Einzugsgebiet für den Bennewitzer Planitzwald über die Grenzen Leipzigs und des Leipziger Landes bis nach Grimma und Colditz erstrecken.

Damit auch in anderen Teilen Sachsens die Stimmen der Interessierten auf politischer Ebene gehört werden können, gründete sich gestern die Initiative "Pro Bestattungswald Sachsen". Sie möchte über Waldbestattung informieren und bei der Errichtung von Besttatungwäldenr öffentlich für diese eintreten. Der Initiatorin, Kerstin Gutfeld, reiche die Baumbestattung, die beispielsweise auf dem Leipziger Südfriedhof oder dem Dresdner Heidefriedhof möglich ist, nicht aus. Gutfeld hat selbst eine Angehörige im Wald bestatten lassen und schätzt die besondere Atmosphäre im Wald. Sie erklärt:

"Trotz der Trauer gibt die Bestattung im Wald eine Art Trost. Der Trost nämlich, dass ein Mensch  seine letzte Ruhestätte dort findet, wo er sich am liebsten aufgehalten hat."

 

 

Bestattung im Friedwald. Ein Beitrag von Marlene Schneider
 
 

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Marlene Schneider
04.04.2014 - 08:12

So funktioniert's:

An der Errichtung eines Friedwald sind drei Parteien beteiligt: Ein Waldbesitzer stellt die Fläche zur Verfügung. Naturbestattungen führen die Unternehmen Friedwald GmbH oder Ruheforst GmbH durch. Als Träger eines Bestattungswaldes agiert die örtliche Kommune. Letztere sind Grund, warum die Waldbesttung in Sachsen bisher scheiterte.