Langzeitarbeitslosigkeit

Sachsen schafft sozialen Arbeitsmarkt

Die sächsische Regierung hat ein Programm beschlossen, um Langzeitarbeitslose auf ihren Weg in einen Job zu unterstützen. Dafür will das Land 12,5 Millionen Euro jährlich ausgeben. Doch der neu geschaffene soziale Arbeitsmarkt ist begrenzt.
Bäckerei
Mit dem Programm sollen Langzeitarbeitslose wieder an ein Arbeitsumfeld gewöhnt werden.

Das Programm gegen Langzeitarbeitslosigkeit umfasst drei verschiedene Schwerpunkte: Der Erste sieht eine individuelle Betreuung der Langzeitarbeitslosen durch das Jobcenter vor. Der Zweite beinhaltet die Bezuschussung sozialversicherungspflichtiger Jobs, die Unternehmen für Langzeitarbeitslose schaffen. Im dritten Punkt sollen Menschen gegen eine geringe Entschädigung bis zwei Euro pro Stunde gemeintätig arbeiten können, die auf dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt nicht unterkommen. Dies meint Jobs, die ohne Zuschüsse und weitere Maßnahmen auskommen. Arbeitsminister Martin Dulig erklärte die Bedeutung des Programms. Auch wenn sich der Arbeitsmarkt gut entwickelt habe und weniger Menschen arbeitslos seien, so bleibe dennoch ein "harter Kern" an Langzeitarbeitslosen bestehen. Dulig betont deshalb:

Niemand wird aufgegeben.

Martin Dulig, sächsischer Arbeitsminister

Zugangsbegrenzung für sozialen Arbeitsmarkt

Doch genau diesen Punkt kritisiert die Linke-Fraktion im Landtag. Denn diese gemeintätigen Jobs sind altersbeschränkt, es können nur Langzeitarbeitslose ab 58 Jahren teilnehmen. Der wirtschaftspolitische Sprecher Nico Brünler kritisiert diese Einschränkung, denn Langzeitarbeitslosigkeit sei in jedem Alter schwer zu ertragen. Und er führt fort:

Für einen Mitte-30-Jährigen ist es vielleicht sogar noch deprimierender, weil noch viel Zeit bis zur Rente vor sich sieht und etwas daraus machen will.

Nico Brünler, Linke-Fraktion im sächsischen Landtag

Auch wenn eher ältere Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen seien, gibt es Brünler zufolge auch junge Menschen, die nur schwer an einen Job kommen. Zudem werden die Jobs nur für zwei Jahre gefördert. Laut Brünler werden durch die Befristung Strukturen geschaffen, die nach zwei Jahren wieder zusammenbrechen. Die Langzeitarbeitslosen wöllten langfristig arbeiten, man nehme ihnen damit die Perspektive auf eine dauerhafte Stelle.

Das Ministerium begründet die Altersbegrenzung damit, dass generell alle auf dem ersten Arbeitsmarkt unterkommen sollen. Für Langzeitsarbeitslose ab 58 Jahren sei dies jedoch besonders schwer, weshalb ein zweiter, sozialer Arbeitsmarkt geschaffen werden soll.

Diese und weitere Informationen zum Programm gegen Langzeitarbeitslosigkeit können Sie hier nachhören:

Ein Bericht von mephisto 97.6-Redakteur Florian Barth
0811 bme Langzeitarbeitslose
 

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