Zwangsversteigerung

Ruine aus Steuergeldern

Der Rechtsextremist Karl-Heinz Hoffmann bekam vom Freistaat Sachsen über 130.000 Euro Fördermittel für den Erhalt eines Rittergutes. Nun wird es als Ruine zwangsversteigert.
Das Amtsgericht Leipzig entschied am 27. Januar über die Liquidität des Höchstbietenden für das Rittergut.

Rechtsextremist lässt Rittergut verfallen

Seit mehr als zehn Jahren war das Rittergut Kohren-Sahlis im Besitz des bundesweit bekannten Rechtsextremisten Karl-Heinz Hoffmann. Nun kann er die Anlage nicht mehr weiter erhalten. Das Baudenkmal, das eine Ruine zu werden droht, soll am 20. Januar am Amtsgericht Leipzig zwangsversteigert werden. 

Laut Kerstin Köditz, Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE im sächsischen Landtag, stellt ein ihr vorliegendes Gutachten mehrere nicht beendete Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen fest. Hoffmann selbst schreibt auf seiner Website, er sei "kräftemäßig und materiell ausgeblutet", um den Erhalt des Denkmals zu ermöglichen. Die Zwangsversteigerung empfinde er als "Enteignung". 

Zwischen 2005 und 2007 unterstütze der Freistaat Sachsen eine von Hoffmann begründete Stiftung zur Erhaltung des Rittergutes mit über 130.000 Euro Fördermitteln.

Hoffmann äußert sich auf seiner Website zu diesen Vorwürfen wie folgt:

Falsch ist auch die Behauptung, ich hätte einen Teil der Fördermittel für nicht förderfähige Bereiche verwendet. Förderfähig waren alle durchgeführten Maßnahmen, für welche die Fördermittel verwendet wurden. Das Problem bestand nur darin, dass diese Bereiche nicht im Zuwendungsbescheid ausdrücklich ausgewiesen waren.

Karl-Heinz Hoffmann

tweet hoffmann

Das Sahlis-Projekt Hoffmanns ist der Partei DIE LINKE zufolge keinesfalls unpolitisch, entgegen des vermeintlichen Stiftungszwecks der "Erhaltung des Kulturdenkmals Rittergut". Hoffmann selbst berichtet, es habe auf dem Rittergut unter anderem einen "Arbeitseinsatz von einem halben Dutzend junger Männer, die sich zum rechten Lager bekennen" gegeben. Hoffmann ist für enge Kontakte zur freien Neonazi-Szene sowie NPD-Altkadern bekannt.

 

Womit Hoffmann strafrechtlich noch in Verbindung gebracht wird, über den Zustand des Rittergutes, Hoffmanns Reaktionen auf die Vorwürfe und wie es mit dem Baudenkmal jetzt weitergehen soll, weiß Redakteur Tobias Schmutzler:

Redakteur Tobias Schmutzler mit den Hintergründen zum Fall des Rittergutes im Gespräch mit Moderatorin Anna Vogel
1301 Rittergut Hoffmann

 

 

Kommentieren

Die Zwangsversteigerung des Baudenkmals findet am 20. Januar im Amtsgericht Leipzig statt. Für einen symbolischen Euro können die mehr als 60.000 Quadratmeter erworben werden.