Sommerpause in Leipziger Clubs

Ruhe auf dem Dancefloor

Institut fuer Zukunft, Distillery, So&So, Elipamanoke: Jedes Jahr im Sommer machen alle vier Clubs zur gleichen Zeit dicht - für mehrere Wochen. Wieso pausieren vor allem Techno-Clubs? Wie nutzen deren Crews die Zeit? Welche Alternativen gibt es?
Die Treppe zum Institut fuer Zukunft.
Der Weg zum Einlass des IfZ: Im Gegensatz zum Rest des Jahres wird diese Treppe in den kommenden Wochen verlassen bleiben.

Sonntag, 22. Juli 2017, 04:00 Uhr, Trakt I.

Der Bass pulsiert. Tief, drückend, ergreift er jeden, der sich auf dem größten Dancefloor des Institut fuer Zukunft der Musik hingibt. Die Tanzfläche ist brechend voll. Dicht an dicht gedrängt wiegen sich die Leute ekstatisch im Takt der Musik, 130 Beats pro Minute. Es ist wahnsinnig heiß, jedem stehen die Schweißperlen auf der Stirn. Zuckende Lichter erhellen den sonst in tiefe Dunkelheit getauchten Dancefloor und lassen einen kurzen Blick auf die Gesichter der Tanzenden zu: Viele haben ein Lächeln im Gesicht, die meisten die Augen geschlossen, versunken in der Musik.

Eine Woche später.

Es ist still auf Trakt I. Keine wummernden Techno-Beats. Keine Menge von tanzenden Ravern, die sich in Ekstase vom treibenden Rhythmus der Musik mitreißen lassen. Der wie ausgestorben daliegenden Dancefloor ist hell erleuchtet. Die sonst von trinkenden, redenden, rauchenden Menschen bevölkerten Sofas in der Chill-Area sind verlassen. Niemand drängelt sich an der Bar, um sein drittes Bier oder fünftes Wasser zu bestellen. Statt ewig langen Schlangen vor den Toiletten und Hochbetrieb auf den Kabinen herrscht gähnende Leere. 

Sechs Wochen bleibt die Tanzfläche leer

Der Grund: Im IfZ, einem Technoclub im Leipziger Süden, hat die alljährliche Sommerpause begonnen. Normalerweise wird hier das ganze Jahr über jeden Donnerstag, Freitag und Samstag, oft auch Sonntag, gefeiert, als gäbe es kein Morgen. Jetzt bleibt es sechs Wochen still im Keller der ehemaligen Großmarkthalle Kohlrabizirkus.

Das IfZ ist nicht der einzige Club, der jedes Jahr im Sommer seine Türen schließt: Die Distillery, mit 25 Jahren der älteste Technoclub Ostdeutschlands, das So&So, ein liebevoll und verspielt dekorierter Club für elektronische Musik im Leipziger Norden und der industriell-angehauchte Technoclub Elipamanoke in Plagwitz verabschieden sich ebenfalls in die Sommerferien.

Das Leipziger Nachtleben hat jedoch nicht nur Platz für Clubs mit elektronischer Musik. Moritzbastei, Ilses Erika, Elsterartig, Absturz - nur ein paar Beispiele für die Leipziger Clubs, die sich weniger auf ein Genre festgelegt haben: Von Hip Hop über Charts zu Rock findet sich hier eine bunte musikalische Palette. Und für eben diese Clubs gibt es keine Sommerpause.

Feiern im August: Wer macht Pause, wer feiert auf Sparflamme und wer macht durch?

 

"Hinter jedem Busch eine Anlage"

Natürlich sind die Sonne und die Wärme zwei Hauptgründe, weshalb viele Leute im Sommer dem Indoor-Dancefloor fernbleiben. Nur der treueste Techno-Fan stellt sich auch bei 30 Grad und Sonne pur in einen dunklen, vernebelten Keller, um dort bei 130 BPM sämtliche Energie aus sich herauszuschwitzen.

Torsten Reitler ist für die Öffentlichkeitsarbeit des Studentenclubs Moritzbastei zuständig. Die Moritzbastei lässt ihr Programm im August wie gewohnt weiterlaufen und macht keine Sommerpause. Torsten Reitler hat einen Verdacht, woran es liegt, dass im Sommer vor allem die Besucher der Technoclubs andere Pläne für ihre Abendgestaltung haben: 

Die Clubbetreiber sagen sich: ‚Ehe wir uns auf so eine Konkurrenz einlassen, die wir eh nicht schlagen können, machen wir im Sommer lieber eine Pause. Die Leute können im Park zum Rave gehen, und im Herbst kommen sie wieder zu uns zurück.‘

Torsten Reitler, Pressesprecher der Moritzbastei

Die Rede ist hier von den zahlreichen Open Airs, die, sobald sich der erste Sonnenstrahl am Himmel zeigt, überall in der ganzen Stadt aus dem Boden sprießen. Man nehme: Eine Anlage, zwei Plattenspieler, einen Mixer, einen DJ; gebe das Ganze auf eine Wiese oder in einen Wald, mische es mit ein paar Dutzend motivierten Ravern, dazu eine Prise Glitzer und Deko - et voilà, ein Open Air. Diese sind in den allermeisten Fällen nicht bei der Stadt als Veranstaltung angemeldet. Durch die dadurch vermiedenen Kosten können es sich die Veranstalter sparen, von ihren Besuchern Eintritt zu verlangen. Das Geld, das für die Miete der Anlage, das Benzin für den Generator und die Deko benötigt wird, wird über Getränke, die meistens günstig verkauft werden, wieder eingenommen.

Der feiermotivierte Raver muss nur abwägen: Hochkarätiges Line-up und industrieller, minimalistischer Charme im Club, dafür aber zehn Euro Eintritt plus Bier für knapp drei Euro plus 30 Grad auf dem zugenebelten Dancefloor. Oder Wiese, Wald, sternenklarer Himmel, freier Eintritt und Bier für die Hälfte bei einem Open Air. Nur allzuoft fällt die Entscheidung auf die zweite Option.

Ein Open Air in einem Leipziger Wald.

Ein unangemeldetes Open Air in einem Leipziger Wald - die größte Konkurrenz um Besucher für die Techno-Clubs.

"In Leipzig ist im Sommer hinter jedem Busch eine Musikanlage aufgebaut", sagt Torsten Reitler von der Moritzbastei. Dieses Phänomen ist besonders in den Städten des Ostens ausgeprägt. Auch in den Bundesländern im Westen und im Süden gibt es unangemeldete Open Air Veranstaltungen, allerdings nicht in diesem Ausmaß. Deshalb kennen die Clubs dort auch meistens keine Sommerpause. Meistens wird einfach nur das Programm auf Sparflamme gesetzt. In Städten wie Halle und Chemnitz dagegen schließen die Clubs der elektronischen Musik in den Sommermonaten ebenfalls komplett.

Die Musik, die auf Open Airs gespielt wird, ist vorrangig elektronisch, meistens House oder Techno. Das dürfte auch der Grund sein, weshalb die Besucher von Moritzbastei, Ilses Erika und Elsterartig auch im Sommer diese Clubs aufsuchen: Die von ihnen bevorzugte Musik werden sie bei einem Open Air selten finden. Torsten Reitler macht auch die Größe der Clubs verantwortlich:

Es ist für einen kleinen Club, wie zum Beispiel das Elsterartig, einfacher, eine Party im Sommer zu machen, weil man eh nur mit hundert Leuten rechnet. Wenn man da dann mit achtzig Leuten durchs Ziel geht, ist das nicht so schlimm. Aber wenn man einen Club wie die Distillery macht, und dann kommen statt 600 nur 250 Leute, dann tut das schon richtig weh.

Torsten Reitler 

Neben den Open Airs in der Stadt gibt es eine weitere Konkurrenz: Die Festivals. Diese werden in den letzten Jahren immer elektronischer - und immer teurer. Viele potentielle Besucher von IfZ, Distillery etc. werden am Wochenende gar nicht in der Stadt sein, da sie ein schlafloses und durchtanztes Wochenende an der Ostsee, auf einem Flugplatz in der Mecklenburg-Vorpommern oder an einem Brandenburger See verbringen. Und wenn doch, dann haben sie ihr Feier-Budget möglicherweise am Wochenende davor bei einem solchen Festival aufgebraucht.

Das Institut fuer Zukunft hält die Sommerpause seit seiner Eröffnung vor drei Jahren ein - so wie die anderen Technoclubs in Leipzig. Meistens um die sechs Wochen, denn länger wäre es schwierig, einen Club ohne Veranstaltungen und Umsatz über Wasser zu halten. Das sagt Markus Krasselt, DJ- Booker im Institut fuer Zukunft. Wäre die Pause bereits im Juli, wäre der Saison-Beginn im August - in dieser Zeit sind viele noch im Urlaub oder auf Festivals. Deshalb schließen mit dem IfZ, der Distillery, dem So&So und dem Elipamanoke gleichzeitig die vier größten Clubs für elektronische Musik der Stadt.

Das Institut für Zukunft befindet sich im Keller des Kohlrabizirkus.
 

Das Institut fuer Zukunft befindet sich im Keller des Kohlrabizirkus.

Frühjahrsputz und Energie tanken

Und nun ist er also gekommen, der alljährlichen Zeitpunkt, an dem es sich nicht mehr lohnt, den Laden im gleichen Umfang wie den Rest des Jahres weiterlaufen zu lassen - die Sommerpause für die Clubs beginnt. Für das IfZ, die Distillery und das Elipamanoke war es am vorletzten Juliwochenende soweit, für das So&So schon eine Woche früher. Und jetzt?

Um das zu ändern, was man die ganze Saison beobachten kann, also das, wo man sich denkt: ‚Ah, das könnte man ein bisschen optimieren‘ - dafür hat man jetzt zwei, drei Wochen Zeit, anstatt wie sonst nur von Montag bis Donnerstag, um da etwas neumachen zu können.

Markus Krasselt, DJ-Booker im Institut fuer Zukunft

Der Club wird erstmal richtig aufgeräumt, quasi ein Frühjahrsputz, sagt Markus. Die Lichtanlage und die Technik werden verändert, das Barlager wird neu sortiert. “Das sind oft auch so Kleinigkeiten, die die Leute gar nicht sehen.“ Manchmal werden auch größere Umbau-Aktionen durchgeführt: Letzten Sommer wurde Trakt II, der kleinere Dancefloor des IfZ, umgebaut. Eine neue Lichtinstallation wurde angebracht, die Anlage optimiert, die Fenster verändert und das DJ Pult von der einen Wand an die andere gerückt. Sowas bedarf dann schon mal ein wenig mehr Zeit, erklärt Markus. In der Sommerpause rückt außerdem die Arbeit im Büro des Clubs in den Vordergrund, man wird nicht mehr von den Wochenend-Veranstaltungen abgelenkt.

Für die Mitarbeiter ist die Sommerpause eine Zeit "mal so zum runterkommen", in der sie wieder "ein bisschen Energie tanken" können. Und Sommerzeit ist Festivalzeit: "Viele Leute die im Club arbeiten sind noch anderweitig involviert“, erklärt Markus. Die Security und die Techniker arbeiten dort, und auch viele der Resident-DJs spielen in dieser Zeit auf sämtlichen Festivals und in anderen Clubs.

Kompromiss: Programm auf Sparflamme

Aber so ganz dicht machen die meisten in ihrer Sommerpause dann doch nicht. Im IfZ läuft zumindest noch die drei Wochen nach der Closing-Party die Donnerstagsreihe SPAZZ weiter. Am 19. August findet in der Arena des Panometer das Aware Open Air statt - für die Aftershow-Party öffnet das IfZ seine Tür zumindest für eine Nacht. Auch die Distillery setzt auf die Open-Air-Strategie: Das Th!ink?-Festival fand am Sonntag am Cospudener See statt, und auch hier strömten die Massen der begeisterten Raver zur Aftershow-Party auf die beiden Dancefloors des Clubs. Das Elipamanoke hat sich etwas besonderes einfallen lassen: Dieses Jahr veranstaltet der Club vom 11. bis zum 13. August ein eigenes Festival: Das ZilpZalp Festival auf der Wassermühle, im südlich von Leipzig gelegenen Berndorf.

Einlass IFZ

Bis Anfang September wird der Einlass des IfZ verlassen bleiben - mit Ausnahme des 19. August, denn dann findet die Aftershow-Party zum Aware Open Air hier statt.

Und nach dem Dornröschenschlaf?

Am ersten Septemberwochenende geht es dann weiter im Institut fuer Zukunft mit einer Party des IO-Kollektivs, die jedes Jahr nach der Sommerpause das Season-Opening übernehmen. Wie sich fühlt sich die IfZ-Crew dann? Eher voller Tatendrang und Vorfreude auf die kommende Zeit oder eher verschlafen wie früher nach den Sommerferien in der Schule?

Wir sind alle mega motiviert. Auch ich freue mich auf die neue Saison, die ersten Bookings stehen schon – man hat wirklich richtig Bock drauf. Die Pause ist einfach ein kleiner, kurzer ‚Sommerschlaf‘, aber wenn es dann wieder losgeht, sind alle sehr happy.

Markus Krasselt, DJ-Booker im Institut fuer Zukunft

Und auch die Gäste müssen sich nicht erst wieder warmtanzen, sondern stürzen sich gleich auf den Dancefloor, berichtet Markus von seinen Erfahrungen der letzten Jahre:

Am Anfang sagen sich alle: ‚Okay, jetzt ist halt mal kurz Pause‘, aber schon nach zwei Wochen fragen sich die Leute ‚Mmh, was mach ich heute? IfZ hat zu, der Club ist auch zu…‘ Man merkt schon, dass die Leute wieder Bock haben. Die haben zwei, drei Monate die Festivals mitgenommen, dann ist es auch mal wieder schön im Club zu feiern.

Keine Sommerpause in Deutschlands Großstädten 

In den kommenden Wochen ist in den Techno-Clubs unserer Stadt nicht allzuviel los. Wo kann man als Liebhaber elektronischer Musik seiner Leidenschaft in dieser Zeit nachgehen?
Neben Open Airs und Festivals gibt es immer noch die Möglichkeit, das Nachtleben anderer Städte zu erkunden. Die großen Clubs in München, Frankfurt und Köln haben auch im heißesten Monat des Jahres geöffnet. Und die Hauptstadt schläft sowieso nie - hier gibt es auch im Sommer eine breite Auswahl an Clubs: Vom Kater Blau über Sisyphos und Grießmühle bis hin zum Berghain - sie alle kennen keine Sommerpause. Wer sich das genau anschauen möchte, werfe einen Blick auf diese Karte von Thump, einem Magazin für elektronische Musik. So sind die sechs Wochen Sommerpause doch zu verschmerzen.

Die ersten Sonnenstrahlen - Ein Problem für die Clubs

Die Clubs haben nicht erst im Hochsommer, also Juli und August, mit niedrigeren Besucherzahlen als im Rest des Jahres zu kämpfen. Der Sommer im Club-Kalender beginnt meistens schon im April - und damit auch die rückläufigen Besucherzahlen. "Sobald die ersten Sonnenstrahlen kommen, wollen die Leute auch mal draußen abhängen“, sagt Markus Krasselt. Die Leute haben den Winter im Club verbracht und wollen dann mal rauskommen, um die ersten warmen Tage zu genießen, erklärt er. "Wenn der erste ‚Hype‘ um die Sonnenstrahlen abklingt, dann finden sie auch wieder in den Club.“

Die Clubs müssen sich dementsprechend auf den Sommer einstellen. Eine Möglichkeit ist es, von zwei Floors nur einen zu bespielen. Oder sich, statt einer großen Party am Freitag und Samstag, nur auf den Samstag zu beschränken, erklärt Markus. Und man wird im Sommer wohl nur eine oder zwei Partys im Monat finden, auf der wirklich große Namen spielen und die dreißig Stunden lang läuft.

Wenn man im Sommer jedes Wochenende in die Vollen geht, dann würden von den Veranstaltungen erfahrungsgemäß ein, zwei nicht funktionieren. Und das ist für alle nicht gut. Finanziell gesehen, aber auch für die Künstler. Für die ist es ja auch schade, vor einem halb-leeren Laden zu spielen.

Markus Krasselt, DJ-Booker im Institut fuer Zukunft

Die meisten Clubs haben einen Außenbereich, in dem man sich von der Hitze des Dancefloors abkühlen und von der Nachtluft erfrischen oder am Morgen die ersten Sonnenstrahlen genießen kann. Vor zwei Wochen band das IfZ diesen Außenbereich aktiv in die Party mit ein. "Good Life - Gold Life" nannte sich die Veranstaltung, 24 Stunden lang elektronische Musik. Auf drei Floors drinnen - und einem draußen. Draußen Musik spielen geht leider nicht immer - wegen der Lautstärke war eine spezielle Genehmigung für diese Party nötig. Der Aufwand hat sich gelohnt, sagt Markus:

Das Konzept hat sehr gut funktioniert. Tagsüber kamen neue Leute, die abends noch nicht dagewesen sind. Die Leute hingen draußen ab, es gab Minigolf, Glücksrad und einen kleinen Pool, da sind die Leute auch tatsächlich reingesprungen. Und Musik draußen gab es auch.

Markus Krasselt

Party in der Moritzbastei

Im Studentenclub Moritzbastei geht die Party auch im August weiter - wenn auch nur am Wochenende.

"Leipzig hat einen Flair-Wandel durchgemacht"

Torsten Reitler von der Moritzbastei kennt das Problem mit dem Sommer: Der Studentenclub macht zwar keine Sommerpause, doch auch dieser Club hat mit Sonne und hohen Temperaturen seine Probleme. Und auch hier wird versucht, möglichst viel nach draußen zu verlagern. Open Air Kino und Konzerte, ein Café auf der Terrasse - nur mit Partys wird es schwierig, denn ab 22 Uhr herrscht Nachtruhe. Die Partys müssen auch im Sommer drinnen stattfinden. Mit stark rückläufigen Besucherzahlen im Hochsommer muss die Moritzbastei jedoch nicht kämpfen: Sie hat in dieser Zeit nur rund zehn Prozent weniger Besucher als den Rest des Jahres zu verzeichnen. Problematischer wird es in der Prüfungszeit, im Juni und September. Trotzdem fällt Torsten Reitler eine Entwicklung auf:

Leipzig hat einen Flair-Wandel durchgemacht: Trends wie ‚Cornern‘ oder vorm Späti abhängen, auf Partys in irgendwelchen Parks zu sein, sind sehr stark gewachsen in den letzten Jahren. Mit solchen Sachen geht es im Juni, Juli los. Da verbringen Leute den Abend in erster Linie auf der Straße, und entschließen sich vielleicht erst um eins oder zwei in den Club zu gehen. Vor fünf, zehn Jahren war es durchaus noch so, dass man um zehn oder zwölf in den Club gegangen ist und dort die Nacht verbracht hat.

Torsten Reitler, Pressesprecher der Moritzbastei

Eine ungewisse Zukunft

Fraglich ist, ob die Sommerpause in dieser Form auch in den kommenden Jahren bestehen bleiben wird. Die größte Konkurrenz für die Clubs, die Open Air Kultur in Leipzig, steht vor einer ungewissen Zukunft. Open Airs sind in den seltensten Fällen angemeldete Veranstaltungen, führen manchmal zu Ruhestörung der Anwohner und sind bei verantwortungslosem Feiern der Auslöser mancher Umweltverschmutzung. Das alles macht die Freiluft-Raves zu illegalen Veranstaltungen. Während sich die Polizei und das Ordnungsamt im vergangenen Jahr Veranstaltern und Feiernden gegenüber äußerst tolerant verhielten und die Verantwortlichen oft gewähren ließen, wird dieses Jahr auch das kleinste und entlegenste Open Air kurz nach Beginn durch die Ordnungshüter aufgelöst. Sollte sich an diesem Zustand nichts ändern, wird sich die Anzahl der Freiluft-Raves sicher erheblich reduzieren - und somit eine Lücke im vielfältigen Leipziger Nachtleben entstehen. Diese könnte dann von den Partys des IfZ, des So&So, der Distillery und des Elipamanoke gefüllt werden - eventuell wäre eine Sommerpause dann nicht mehr nötig.

Bei allen Möglichkeiten, die sich trotz Sommerpause bieten - vielleicht sind die sechs Wochen auch einfach eine gute Gelegenheit, endlich mal zur Ruhe zu kommen, sich von durchtanzten Nächten und durchwachten Wochenenden zu erholen und vor allem Kraft für die neue Saison zu sammeln.

 

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Für Freunde der elektronischen Musik: Wo man trotz Sommerpause feiern gehen kann

Jeden Mittwoch: Halftime im Conne Island (Leipzig)

4. - 6.8.: Nachtdigital Festival (Sachsen)

4. - 7.9.: Zommerfezt (Elipamanoke, Leipzig)

10. - 13.8.: Wilde Möhre Festival (Brandenburg)

11. - 13.8.: ZilpZalp Festival auf der Wassermühle (Nähe Leipzig)

11. - 13.8.: SonneMondSterne Festival (Thüringen)

17. - 20.8.: Artlake Festival (Brandenburg)

19.8.: Aware Open Air mit Aftershowparty im Institut fuer Zukunft (Leipzig)

25. - 27.8: Electric Weekender (Conne Island, Leipzig)

25. - 27.8.: Plötzlich am Meer Festival (polnische Ostsee)