DreamHack Leipzig

Rückblick auf das Gaming-Festival

LAN-Party, eSports und der Ausstellungs- und Eventbereich DreamExpo – damit wird die DreamHack Leipzig üblicherweise verbunden. Doch das dreitägige Gaming-Festival bietet mehr als nur das. Unsere Spieleredakteure waren vor Ort und haben berichtet.
Die über 2.000 Spielerinnen und Spieler sitzen im LAN-Bereich vor ihren PCs und spielen mit und gegeneinander.
In der LAN-Area spielten über 2.000 Spielerinnen und Spieler gegen- und miteinander.

Vom 15. bis 17. Februar fand die DreamHack Leipzig 2019 statt. Über 20.000 Besucherinnen und Besucher lockte das Festival auf das Gelände der Leipziger Messe. Neu mit dabei waren dieses Jahr die eSports Turniere DreamHack Pro Circuit (eine internationale Rocket-League-Turnierreihe) und "The WinterNational" (ein nationales Counter Strike: Global Offensive Turnier). Ebenfalls neu waren die Indie Arena Booth und die Deutsche Casemod-Meisterschaft, die zum ersten mal im Rahmen der DreamHack Leipzig stattfand. Darüber hinaus gab es dieses Jahr auch einen Bereich für Besuchende ab zwölf Jahren.

Die Nachberichterstattung über die DreamHack Leipzig zum Nachhören:

Moderatorin Peggy Fischer im Gespräch mit Laura Kreuzhage und Johannes Bundemann
Studiogespräch Nachbericht DreamHack

56 Stunden mit- und gegeneinander zocken

Fast eine ganze Halle füllten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des LAN-Bereichs auf der DreamHack. An rund 2.000 selbst mitgebrachten oder geliehenen PCs zockten sie mit- und gegeneinander von Freitagmorgen bis Sonntagabend. Die Kosten für einen Sitzplatz sind nicht gerade gering: Zwischen 110 und 330 Euro kostet der Spaß. Allerdings sind im Preis auch die Nutzung von Duschen und sogenannten „Relax-Zones“ inbegriffen. Und der enorme Aufwand für die Technik.

Zelte in der Halle der Leipziger Messe.
In der LAN-Area ist Campen ausnahmsweise erlaubt.

Denn das Gaming Festival ist sehr bandbreiten-hungrig. Nachdem im vergangenen Jahr das Internet sogar ausfiel, hat die IT der Messe dieses Jahr besonders vorgesorgt: Sie hat das Internet selbst angeboten und war somit ein eigener kleiner Provider wie die Telekom. In diesem Rahmen wurde auch die Leitung zweimal aufgestockt von einer 10 zu einer 20 Gigabit Leitung. Hinter der stecken zwei verschiedene Provider – das macht das Internet ausfallsicher. Das ist sehr wichtig, denn nicht nur die LAN-Area hängt vom Internet ab, sondern auch die Livestreams in der StreamArea und vor allem die eSports Turniere.

Gaming als Sportart – eSports

Bei eSports handelt es sich um Wettkämpfe, die von menschlichen Spielerinnen und Spielern über geeignete Video- und Computerspiele ausgetragen werden. Zu den Spielen zählen zum Beispiel League of LegendsHearthstone und Counter Strike: Global Offensive.

Auf der Leinwand können Besuchende das Spiel verfolgen.
Die internationale Rocket League Turnierreihe "DreamHack Pro Circuit" startete in Leipzig.

Diese Art von Wettkämpfen hat sich vom Spielen unter Freunden zu einer ernst zu nehmenden Sportart entwickelt. Allerdings erkennt das Internationale Olympische Komitee eSports diese noch nicht als Sport an. Dafür müsse auch Deutschland noch die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, findet Hans Jagnow, Präsident des eSport-Bundes Deutschland.

Einerseits müssen wir als Nation die gesetzlichen Regelungen anpassen. Andererseits müssen wir auch eine gesellschaftliche Anerkennung schaffen. Also nicht nur zu sagen "Mein Kind spielt ein bisschen", sondern "Mein Kind ist erfolgreich darin und ich bin stolz darauf, dass es zu den lokalen Helden gehört"

Hans Jagnow, Präsident des eSport-Bundes Deutschland

Pimp my PC

Die DreamHack Leipzig war erstmalig Schauplatz der Deutschen Casemod-Meisterschaft. Davor fand die Meisterschaft auf der gamescom statt. Auf der Messe konnten Besuchende 50 umgestaltete Computergehäuse, auch Cases genannt, bestaunen.

Die Casmod von Monia Reuter
Die Casemod von Monia Reuter. Sie hat ihr PC Gehäuse optischer ähnlich einer Kathedrale gestalte

Neben der Meisterschaft gab es auch zwei Challenges. Bei der Livemodding Challenge haben Modding-Teams über die drei Tage verteilt 20 Stunden Zeit, um vor Ort ein vorgegebenes Gehäuse umzugestalten. Außerdem gab es eine Keyboard-Challenge, bei der Tastaturen der Sponsoren umgebaut wurden.

Monia Reuter betreibt das Casemodding schon seit vier Jahren. Im Interview (hier ab 41:12 nachzuhören) hat sie uns verraten, was ihr an diesem Hobby Spaß macht.

Mit Spieleentwickelnden reden

Ebenfalls zum ersten mal auf der DreamHack Leipzig war die Indie Arena Booth vertreten. Passend zur Veranstaltung standen dort Multiplayerspiele im Mittelpunkt. In dem kleinen Areal im 16+ Bereich präsentierten unabhängige Spieleentwickelnde Demos ihrer unfertigen Spiele und holten sich dabei Feedback ein. Spieleredakteur Johannes Bundemann hat sich an „Out of Place“ gewagt und auch mit dem Entwickler Peter Schmidt gesprochen. Seine Eindrücke vom Spiel und das Interview sind ab 27:32 in der Sendung nachzuhören.

Johannes Bundemann versucht sich an der Demo zu "Out of Place".
Spieleredakteur Johannes Bundemann testet das Indie Game "Out of Place".

In andere Rollen schlüpfen

Cosplays sind heutzutage von Gaming Conventions kaum mehr wegzudenken. Für Kostümbegeisterte gab es wieder einen Cosplay Contest, bei dem 30 ausgewählte Cosplayerinnen und Cosplayer ihr Kostüm auf der Bühne präsentieren durften. Ihrer Fantasie waren dabei keine Grenzen gesetzt – von Videospielcharakteren wie aus Overwatch oder World of Warcraft über Figuren aus Film und Fernsehen wie Maleficent bis hin zu Verkörperungen ohne direkte Vorlage war eine große Vielfalt vertreten. Auf der Bühne konnte man die Show verfolgen und gleichzeitig mit seiner Vorlage auf der Leinwand vergleichen. Aber auch wer nicht vor Ort war, konnte den Contest per Livestream mitverfolgen.

Eine bunte Bühne voller Cosplays von Kirby bis Roadhog.
Die Teilnehmenden des Cosplay Contest auf der Event-Bühne der DreamHack Leipzig.

Live dabei – auch außerhalb der Messe

Menschen aus aller Welt konnten die eSports Turniere und Events per Livestream miterleben. Selbstverständlich streamten auch die Teilnehmenden der StreamArea live von der Messe aus und kommentierten dabei ihr jeweiliges Spiel. Mit dabei waren aus der Szene bekannte Streamende, wie das Spandauer Inferno, Kamikatze und Jim Panse. Aber auch kleinere Streamende hatten über eine Wild Card die Chance, mit dabei zu sein.

Wer nicht bei der Messe dabei sein konnte, aber unbedingt die Events nachholen möchte, kann sich die Aufzeichnungen des Livestreams noch nachträglich anschauen.

 

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Die komplette Sendung mit Moderation findet ihr hier:

Die nächste DreamHack Leipzig findet vom 24. bis 26. Januar 2020 statt.