Virtual Reality

Ritt auf der menschlichen Wahrnehmung

Die virtuelle Realität macht es möglich, mit speziellen VR-Brillen in Fantasiewelten einzutauchen und dabei die Sinne zu täuschen. Dafür muss man sich keine eigene Brille kaufen - man kann auch das "fsociety" in der Südvorstadt besuchen.
Die Rezeption des fsociety
Die Rezeption des fsociety - hier vergeht die Wartezeit wie im Flug

Realität ist ein seltsamer Begriff - wir konstruieren etwas durch unsere Wahrnehmung und nennen es Wirklichkeit. Eigentlich geschieht dieser Vorgang unbewusst. Ob er sich jedoch auch künstlich manipulieren lässt?

Darum geht es. grob gesagt, bei der virtuellen Realität. Können wir unsere Sinne so täuschen, dass wir uns selbst glauben?

Hautnah erleben

Auch in Leipzig kann man seit kurzem in diese konstruierte Wirklichkeit eintauchen: Im fsociety auf der Karl-Liebknecht-Straße. Wer schon immer mal am Great Barrier Reef tauchen oder den menschlichen Körper durchwandern wollte, kommt hier auf seine Kosten.

Für mephisto 97.6 hat sich Redakteurin Alexandra Möckel mitnehmen lassen auf diese Reise, die dort losgeht, wo die menschliche Vorstellungskraft normalerweise an ihre Grenzen stößt:

Der Beitrag von Alexandra Möckel über VR in der F<society Leipzig
VR

Ich bin auf dem Weg ins VR-Cafe auf der Karl-Liebknecht-Straße 8. Das Cafe befindet sich im Keller. Die Wände sind schwarz. Pinke Leuchtschläuche verleihen der Atmosphäre etwas Futuristisches. Die Wände sind dekoriert mit technischen Bauteilen und Tastaturen. An der Bar steht eine Spielekonsole. Hier können sich die Besucher beim Warten die Zeit vertreiben. In verschiedenen Räumen befinden sich zwei HTC-Vive-Brillen. Sie haben einen integrierten Monitor, den man vor den Augen trägt. Man kann aus über 50 Spielen und Simulationen wählen. Dabei ist vom Raumfahren, Tiefseetauchen und Zombies schlachten bis zum Malen, Tanzen, Fliegen und Lernen einiges möglich. Egal ob Egoshooter „Seriou s Sam“ oder „Katana X“, jeder findet etwas Ansprechendes. Das erklärt Paul. Er arbeitet schon von Anfang an mit in dem VR-Café.

Offen für jeden

Altersbeschränkungen gibt es nicht. Wenn dem Besucher die Brille passt, kann er mitmachen. Julius ist 20 Jahre alt und er spielt regelmäßig Computer: VR heute aber zum ersten Mal. Selbst Julius muss feststellen, dass man mit der Zeit an seine Grenzen stößt. Bei manchen tritt aber auch „Motion Sickness“ auf. Das bedeutet, dass die Menschen durch die Reizüberflutung reisekrank werden.

Man kann quasi nicht am Bildschirm vorbeigucken. Das sorgt dafür, dass man ziemlich damit zu kämpfen hat, diese Reizüberflutung mit der Zeit zu verarbeiten. 

Julius, Besucher

Das Café soll mehr als eine Spielhöhle sein. Es gibt nämlich nicht nur eine große Auswahl an Spielen: Es gibt auch Programme, um verschiedene Dinge zu üben, wie Graffiti zu sprühen oder zu zeichnen. Das verleiht dem VR auch im realen Leben eine größere Bedeutung.

Der praktische Nutzen

Auch Lehrfilme gibt es für VR zum Beispiel einen Biologie-Kurzfilm. Es kann eine x-beliebige Region des menschlichen Körpers ausgewählt werden. Wird die menschliche Blutbahn gwählt, dann fährt man auf einem Kahn durch Venen und Arterien. Nebenbei werden alle wichtigen Bausteine und Funktionen erklärt. Wie hilfreich das für meine eigenen Tests und Prüfungen gewesen wäre.Solche Lernfilme sprechen alle Sinne an, und je nachdem, was man für ein Lerntyp ist, wird etwas davon ansprechend sein.

Es gibt Potenzial für die Zukunft der Nicht-Gamer. Man kann VR sehr wohl für weit mehr nutzen als nur, um zu spielen.

Es gibt noch extrem viel Luft nach oben.

Paul, Space Cafe-Mitarbeiter

Ausblick

Virtuelle Realität wird uns definitiv in den nächsten Jahren beschäftigen. Ihre Möglichkeiten sind außerdem noch lange nicht ausgeschöpft. Das Phänomen beweist allerdings auch, dass die menschliche Wahrnehmung beeinflussbar ist. Aber wo wird das alles enden? Kann irgendwann jeder sein Leben selbst virtuell konstruieren, wie es ihm gefällt? Und was bleibt uns dann noch? Oder, anders gefragt, was macht das Leben dann noch lebenswert?

All dies sind Fragen, denen sich der Mensch früher oder später stellen müssen wird. Aber genug philosophiert. Eine virtuelle Reise auf den Mond wartet auf uns, sie gilt es zu genießen.

 

 

 

 

 

 

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Alexandra Möckel, Anton Kästner
13.12.2017 - 11:50
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