Symposium zur Stimme

Richtig mit der Stimme umgehen

Schon bei Kindern sollte darauf geachtet werden, dass sich deren Stimmen gesund entwickeln. Wir trafen dazu Michael Fuchs auf dem Symposium zur Kinder- und Jugendstimme an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig.
Thomanerchor
Der Thomanerchor profitiert von der stimmlichen Beratung des Universitätsklinikums.

Die Universitätsmedizin unterstützt über das "forum thomanum" auch den Thomanerchor. Pünktlich zum Symposium soll nun eine Kooperation entstehen. Es geht darum die Schüler*innen stimmlich zu bilden, sodass sie ihr "Arbeitswerkzeug" Stimme auch in Zukunft richtig einsetzen können.

Wir haben mit Michael Fuchs von der Uniklinik Leipzig über das Symposium gesprochen. Das Interview können Sie hier nachhören oder im Folgenden nachlesen:

Reporterin Lilian Krüger im Gespräch mit Michael Fuchs
2302 Stimmforschung

mephisto 97.6: Wie soll sich die Zusammenarbeit zwischen dem Universitätsklinikum und dem "forum thomanum" verändern?

Michael Fuchs: Seit einigen Jahren arbeiten wir mit dem "forum thomanum" zusammen, einem Bildungscampus hier in Leipzig, der sich insbesondere damit beschäftigt, Kinder vom Kindergartenalter bis hinauf zu den Größeren auch musisch und stimmlich zu bilden. Es gibt dort auch eine Akademie, die sich damit beschäftigt und wir sind sehr froh über diese Kooperation, weil wir damit noch mehr und hoffentlich auch erfolgreich an einem Strang ziehen können. Wir haben beide das gleiche Interesse, Stimmen zu gesund zu entwickeln und erhalten. Uns ist also auch der Aspekt der Prophylaxe sehr wichtig. Wir wollen gar nicht erst, dass sich Krankheiten in der Stimme entwickeln, sondern wir wollen die Kinder, ihre Eltern, aber eben auch die Pädagogen schulen und befähigen, gesund mit der Stimme umzugehen.

Erhoffen Sie sich neue Erkenntnisse von der Konferenz?

Ja, die Konferenz ist zunächst mal eine Möglichkeit, uns über aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse auszutauschen, insofern lerne auch ich als Organisator dieser Konferenz immer wieder was Neues dazu. Wir werden Kollegen aus wissenschaftlichen Bereichen dahaben, die über neue Erkenntnisse berichten. Für mich als Arzt finde ich es auch immer bereichernd künstlerische Beiträge zu erleben, also auch die Musik- und Gesangspädagogen, die in Workshops und Vorträgen ihr Wissen und ihre Erfahrungen zeigen.

Was kann jetzt jeder für sich für den Alltag mitnehmen?

Das geht bei ganz kleinen Dingen los, beispielsweise bei der Frage, wie stark ich bei einer Erkältung oder Heiserkeit meine Stimme belasten sollte. Oder sollte ich doch lieber Stimmruhe einhalten, um sie mechanisch zu entlasten und den Heilungsprozess zu befördern? Wie groß ist dennoch das Risiko, wenn ich arbeiten gehe oder mein Kind zur Schule oder in den Chor schicke?

Wir haben auch gerade bei der Pressekonferenz gelernt, ein großer Appell ans Singen an sich kann wohl auch präventiv gegen Erkältung wirken, meinten sie.

Es gibt mehrere Studien, aber eine von Frankfurter Kollegen habe ich besonders im Kopf, die gezeigt haben, dass bei einer Chorprobe in unserem Körper Abwehrstoffe produziert und verstärkt ausgeschüttet werden. Man hat dadurch zeigen können, dass der Körper tatsächlich durch regelmäßiges Singen Abwehrstoffe produziert, die uns gegen Erkältungen schützen können. Das ist doch eine gute Maßnahme.

 

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