Langzeitarbeitslosigkeit

Raus aus dem Kreislauf

Langzeitarbeitslose und deren Familien haben es aus den verschiedensten Gründen meist schwer, wieder einen Anschluss im beruflichen und gesellschaftlichen Leben zu finden. Das Förderprogramm TANDEM Sachsen will deshalb die ganze Familie fördern.
Menschen, Markt
In Sachsen sind sechs Prozent der Bevölkerung Arbeitslos

Probleme der Langzeitarbeitslosigkeit

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Arbeitslosen stetig zurück gegangen. Mit derzeit sechs Prozent Arbeitslosenquote steht Sachsen im direkten Vergleich zwischen den neuen Bundesländern auch recht gut da. Allerdings handelt es sich bei 40 Prozent davon um Langzeitarbeitslose – also um Menschen, die mehr als ein Jahr arbeitslos sind.

Aber auch wirtschaftlich geht in Sachsen aufwärts. Unternehmen vermelden aus unterschiedlichen Gründen (Rente, Betriebliches Wachstum) mehr freie Stellen, die nicht besetzt sind. Um diese beiden Faktoren der Langzeitarbeitslosen und Unternehmen mit freien Stellen zusammen zu bringen, hat das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr im August 2017 das Arbeitsmarkt-Modellprojekt "TANDEM Sachsen" ins Leben gerufen.

TANDEM Sachsen – Förderprogramm für Familien

Das besondere an dem neuen Programm ist, dass es speziell Familien anspricht. Elternpaare oder Alleinerziehende, bei denen mindesten ein Elternteil als Langzeitarbeitslos gilt, können von ihren jeweiligen Jobcentren für das Programm ausgewählt werden. Die Teilnahme an den Programm ist allerdings freiwillig.

Bei TANDEM Sachsen werden zum einen die Ausbildungsplätze für das Langzeitarbeitslose-Familienmitglied finanziert. Damit soll eine nachhaltige Eingliederung in den Arbeitsmarkt erfolgen. Zum anderen sollen allerdings auch die Kinder und Jugendlichen gefördert werden. Das können individuelle Lernförderungen sein, aber auch Angebote im kreativen, sportlichen und musischen Bereich sind möglich, so das Wirtschaftsministerium.

Speziell in Familien wächst die Gefahr der 'Vererbung' von Langzeitarbeitslosigkeit auf die Kinder. Diesen Kreislauf wollen wir durchbrechen.

Martin Dulig, Arbeitsminister

Mit dem Programm soll auch der gesellschaftlichen Abgrenzung von Arbeitslosen entgegen gewirkt werden.

Erste Fördermittel

... wurden am 21. Dezember 2017 an die Produktionsschule Moritzburg gGmbH überreicht. In den nächsten drei Jahren stehen der Schule dann 630.000€ für das Projekt zur Verfügung.

Für ganz Sachsen stehen in den nächsten drei Jahren für weitere Träger insgesamt 9,2 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Mittel stammen aus dem Europäischen Sozialfond und vom Land Sachsen.

Projektanträge waren bis zum 13. Oktober bei der Sächsischen Aufbaubank einzureichen. Nach Angaben des sächsischen Staatssekretärs für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr Stefan Brangs haben sich viele Träger aus den neun Förderregionen beworben. Deren Antragsverfahren laufen derzeit allerdings noch und werden geprüft.

 

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