Frisch Gepresst: Fatima

Queen Fatima

"And Yet It Is All Love" ist das neue Werk von Fatima und bestätigt ihren Ruf als faszinierende Stimme in der Post-Soul Ära.
Fatima
"And Yet It Is All Love" ist der nächste musikalische Schritt in der Karriere der Sängerin

Vier Jahre sind seit ihrem mittlerweile als Klassiker gefeierten Debütalbum vergangen. Es dauert aber nur ein paar Sekunden, um auch bei dem neuen Album sofort wieder begeistert in die Welt von Fatima gezogen zu werden. Fatima ist nämlich eine spannende Persönlichkeit und wirklich großartige Sängerin. Ihre charakterische Stimme drückt der Musik sofort ihren eigenen Stempel auf und zeichnet sich dabei durch eine große Vielseitigkeit und verspielte Details aus. Für ihr zweites Album wählte sie Musik von einigen der spannendsten und innovativsten Produzenten. Ob nun gestande Größen wie Taz Arnold, Natureboy Flako und MNDSGN oder neue Gesichter wie Purist, Swarvy und Freckles Pecan ist völlig egal, denn bei Fatima geht es in ihrer Musik nämlich überhaupt um eines: fortschrittlicher und frischer Sound.

Eine unterhaltsame und emotionale Reise

„And Yet It is All Love“ ist nach einem thematischen Konzept aufgebaut, denn es erzählt auf unterhaltsame und emotionale Weise den Verlauf und die Ausereinandersetzungen einer Beziehung. Hierbei werden die Hörer*innen auf eine Reise durch die vielen unterschiedlichen Phasen mitgenommen, jedesmal durch die humorvolle Perspektive Fatimas geleitet, die trotz der emotionalen Themen ziemlich lässig und selbstbewusst bleibt. Sie berichtet von Hochphasen, von Problemen und auch von der Trennung. Dabei betrachtet sie das Thema aus einer sehr persönlichen und eigenen Perspektive, präsentiert dies aber auch auf eine abstrakte Weise. Gerade dieser Raum ermöglicht den Hörenden die Möglichkeit für Identifikation und einer eigenen Interpretation. Einer der Schlüsselmomente ist daher das großartige "Somebody Else". Die futuristischen Produktion von JD Reid mit den kurzen zerschnittenen Samples und dem Klavier und gebrochenem Drumrhythmus ergänzt perfekt Fatima's Enttäuschung und Wunsch, jemand anders zu sein.

 

 

"You can say what you want about me, but I’m won’t compromise my vision for anything… the day I get my chance I’ll take it all."

Fatima im Song "Take It All"

Im Vergleich zu dem jazzigen und organischen Vorgänger "Yellow Memories" lässt sich auch erkennen, dass das neue Album deutlich elektronischer geworden ist. Eine Entwicklung, die sich beim genauen Hören von Fatimas "Maple Syrup Waffle Show" auf dem Radiosender NTS schon erahnen ließ. Fatima schafft es, auf dem Album die vielen verschieden musikalischen

Einflüsse unter einen Hut zu kriegen. Eine offene Herrangehensweise, die sie und auch das Plattenlabel Eglo Records auszeichnet. Auch wenn das dramatische Ende des Albums sicherlich nicht für das entspannte Hören auf der Couch gemacht ist, bringt es auf Albumlänge einfach nur Spaß zuzuhören, wie eine Künstlerin absolut kompromisslos ihre Vision umsetzt.

All Hail The Queen

Ihre Musik wird oft als Soul eingestuft, eine Musikrichtung, die wie so viele anderen Stile auch oft in einem goldenen Zeitalter gefangen bleibt, von Retro Sound dominiert ist und wo eine klare festgeschrieben Vorstellung herrscht, wie die Musik zu klingen hat. Fatima hingegen bricht mit diesen klar abgegrenzten, wiederspruchsfreien Vorstellungen und präsentiert einen futuristischen, experimentellen und eigenen Sound. Gerade dieser Mut zur Öffnung weiterer Positionen und Interpretationsmöglichkeiten ist von besonderem Wert. "And Yet It's All Love" ist ein emotionales und anspruchsvolles Projekt, das vor allem wegen Fatimas großartiger Stimme, den vielseitigen Harmonien und ihrer unorthodoxen Art für Begeisterung sorgt .

 

Kommentieren

Ramin Büttner
09.10.2018 - 17:53
  Kultur

Fatima: And Yet It's All Love

Tracklist:

1.Dang

2. Westside

3. Attention Span Of A Cookie

4. I See Faces In Everything

5. Take It All

6. Somebody Else

7. Caught In A Lie

8. Waltz

9. So Rite

10. Movie

11. Note To Self

12. And Yet It's All Love

Erscheinungsdatum: 28.09.2018
Eglo Records