GameCheck: Portal Knights

Quatratisch, Portabel, Gut!

Seit Minecraft hat jedes Spiel, bei dem der Spieler Welten aus kleinen Quadraten bauen soll, den Ruf weg, ein günstiger Abklatsch zu sein. Doch der Gewinner des Deutschen Computerspielpreises 2017 will mehr sein – und schafft das!
Welt Portal Knights
Die Welt ist angenehm bunt und verspielt bei "Portal Knights"

Story ist nicht Alles

Das zumindest dachten sich wohl die Entwickler von "Portal Knights". Denn außer im Intro bietet das Einzel- und Kooperationsspiel keine weiteren Hintergründe.

Die Welt in Portal Knights ist durch dunkle Mächte zerbrochen und besteht nur noch aus Inseln. Zwischen den Inseln kann man hin und her springen, indem man durch Portale geht. Diese sind allerdings auch zerstört und müssen durch uns Spieler repariert werden. Alles in Allem erinnert das Spiel zu Beginn an einen Mix aus "Portal", "Minecraft" und "The Legend of Zelda". Doch "Portal Knight" ist mehr als nur ein einfaches Sandboxgame – es ist ein Rollenspielabenteur, das zum stundenlangen spielen einlädt.

Quadratische Spielwiese

Zu Beginn eines jeden Spieles erstelle ich meinen eigenen Charakter. Die Auswahl der Gesichtsmerkmale ist groß und man kann sich darin austoben – schön ist auch, dass man auch einem weiblichen Charakter einen Vollbart geben darf! Nachdem ich dort auch zwischen den drei Kampfklassen Bogenschütze, Ritter und Magier gewählt habe, wird mir per Zufall eine neue Welt zusammengestellt. Neue Charaktere bedeutet also auch eine neue Welt. "Portal Knights" ist ein Genremix aus Actionrollenspiel, Crafting- und Sandboxinggame.

Nach einem kurzen Ladebalken begrüßt mich mein Heimatplanet. Diesen kann ich im Laufe des Spieles noch ändern, doch zu Beginn werden Werkbänke und Ressourcen erst einmal dort gehortet. In einem kurzen Tutorial geht es auch schon los. Indem ich mich durch die Welt grabe, schlage und baue erhalte ich verschiedene Rohstoffe. Per Zufall finde ich dort auch Portalfragmente, mit denen ich die Portale reparieren kann. Damit reise ich dann auf andere Planeteninseln und kann dort andere Rohstoffe finden.

Kämpfen und Bauen

Beim Sammeln – looten – von Rohstoffen treffe ich immer wieder auf Gegner. Das Kampfsystem ist einfach gehalten: Ich kann angreifen oder ausweichen. Hier hätte mehr Potential dringesteckt, denn nach einiger Zeit wird das trotz schwierigeren Gegner eintönig. Abwechslung bringen die drei Bosskämpfe – leider aber auch etwas wenig auf die Dauer. Sollte ich von den Gegner mal Bewusstlos geschlagen werden ist das nicht so schlimm. Ich verliere nur ein paar Münzen, die im Spiel allerdings sowieso nicht so viel Anwendung finden.

Mehr Zeit kann man allerdings mit dem bauen – dem craften – verschiedener Gegenstände verbringen. Neben verbesserter Kleidung, kann man auch seine Waffen und Unterkünfte verbessern. Die dafür benötigten Rezepte erhält man beim Besiegen der verschiedenen Monster. Die Tierzucht fehlt hier allerdings. Das alles ähnelt einem Rollenspiel "light"!

Die fehlende Story wird auch deutlich, indem es kaum Quests gibt. Die Welt von "Portal Knights" ist bis auf die Monster relativ leer. Wenn man – trotz fehlender Karte – dann auf einen computergesteuerten – Spieler stößt freut einen das sehr. Das lockert das ganze Spiel etwas auf und gibt ihm etwas Abwechslung. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb ist man schnell mit den Entdecken der jeweiligen Welteninseln durch und kann sich zur nächsten Insel teleportieren.

Fazit

"Portal Knights" ist ein durch den Comicstil niedlich und liebevoll gestaltetes Spiel geworden. Egal ob im Einzelspielermodus oder zusammen Online oder im Splitscreen-Modus – die Zeit vergeht bei Spielen wie im Flug. Zwar fehlt ein direkter Baumodus mit unbegrenzten Ressourcen (AdR Mai 2018: in einem kommenden Update wird dieser nachgeliefert), allerdings kann ein Spieler bei genügend Geduld die passenden Ressourcen zusammen sammeln und hat auch im normalen Spielmodus genügend Möglichkeiten, die Inseln nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Einzig die lange Ladezeit beim teleportieren zwischen den Welten ist etwas nervenaufreibend.
Durch die verschiedenen Klassen und die neu generierten Welten lädt das Spiel dazu ein, es immer wieder zu Spielen. Gerade für Videospielneulinge, Familien mit Kindern und leidenschaftliche Sammler (Looter) und Sandboxingfans ist das Spiel ein Muss! Die Schwierigkeiten sind bei leicht bis mittelschwer einzuordnen und die rund 20€ sind "Portal Knights" in jedem Fall wert und absolut fair. 

 

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Conny Poltersdorf
24.05.2018 - 13:08
  Games

Portal Knights

Entwickler: Keen Games

Publisher: 505 Games

Plattformen: PS4, PC, XBox, Nintendo Switch

Kosten: ab 18,99€