200 Jahre Karl Marx

Proletarier aller Länder, vereinigt euch

Als Mitbegründer der kommunistischen Theorie hat Marx mit seinem Werk viele Spuren in der Welt hinterlassen. Dieses Jahr hätte der Philosoph am 05. Mai seinen 200.Geburtstag gefeiert. Doch wie wird Marx in der heutigen Welt betrachtet?
Karl-Marx-Monument in Chemnitz
Karl-Marx-Monument in Chemnitz

 

Das Leben von Karl Marx

200 Jahre ist sein Geburtstag nun her und doch bleibt er umstritten. Am 05. Mai 1818 wurde Karl Marx als drittes von neun Kindern als Sohn des Anwalts Heinrich Marx und seiner Frau Henriette in Trier geboren. Ursprünglich hatte die Familie Marx jüdische Wurzeln. Um aber den Beruf als Anwalt weiter ausüben zu können, konvertierten die Eltern von Marx kurz vor seiner Geburt zum Protestantismus über. Nach dem Abitur begann Marx 1836 ein Jurastudium in Bonn. Danach knüpfte er ein Philosophiestudium in Berlin an. Zu dieser Zeit setzte er sich intensiv mit den Schriften des Philosophen Georg Friedrich Wilhelm Hegel auseinander, welcher als Begründer der Dialektischen Philosophie gilt.

Nach Abschluss seines Studiums arbeitete Marx von 1842 bis 1843 in Köln als Chefredakteur der „Rheinischen Zeitung für Politik, Handel und Gewerbe“, bei der es sich um eine liberal geprägte Zeitung handelte. Diese war jedoch der ständigen Zensur der preußischen Behörden unterworfen und wurde somit später eingestellt. 1843 heiratete Marx seine Jugendliebe Jenny von Westphalen. Später gingen aus ihrer Ehe sieben Kinder hervor. Im Oktober desselben Jahres ging Marx mit seiner Frau nach Paris. Dort begann auch die lebenslange Freundschaft mit dem Fabrikantensohn Friedrich Engels, mit dem er 1847 den „Deutschen Arbeiterverein“ gründete.

Marx und Engels

Beide erkennen, dass sie sich in ihrem politischen Denken ähneln und die Idee einer Gesellschaft verfolgen, in der es keine Klassen gibt und dass die Arbeiter diejenigen sind, die von den Kapitalisten ausgebeutet werden. 1845 wird Marx auf Betreiben der preußischen Behörden aus Paris ausgewiesen.

In den darauffolgenden Jahren bleibt er auf Lebenszeit staatenlos. Während der Revolutionsjahre 1848 geht Marx zurück nach Köln und bringt die „Neue Rheinische Zeitung“ heraus. Jedoch stoßen seine Forderungen nach einem einheitlichen Deutschland auf Kritik bei den preußischen Behörden, weshalb Marx 1849 aus Deutschland ausgewiesen wird und mit seiner Familie nach London geht. Durch seine finanzielle Not ist er ständig auf die Unterstützung seines Freundes Friedrich Engels angewiesen. Gelegentlich ist er als Journalist aktiv. Ebenfalls gründet er dort 1864 die “Internationale Arbeiterassoziation“. Am 14. März 1883 stirbt Marx in London.

Marx und der Kommunismus

Bei dem bekanntesten Werk von Karl Marx handelt es sich um das „Manifest der kommunistischen Partei“, welches Marx im Auftrag für den Bund der Kommunisten verfasste. 1848 konnte es mit Hilfe seines Freundes Friedrich Engels veröffentlicht werden.

In dem Werk behandelt Marx die Theorie einer klassenlosen Gesellschaft. Ziel sei der Kampf der Proletarier gegen die Ausbeutung durch die Kapitalisten. Erst, wenn die Proletarier ihren Kampf gegen die Kapitalisten gewonnen hätten, könne die Kommunistische Revolution beginnen. Vom historischen Kontext lässt sich Marx Werk in die Zeit der Industriellen Revolution einordnen. Neben Revolten waren die 40er des 19. Jahrhunderts vor allem durch Arbeiteraufstände geprägt. Was Marx mit seinem damaligen Werk erreicht hat, erklärt Dr. Thomas Wendt von der Uni Leipzig:

Er hat es geschafft, dass eine Menschheitsepoche, nämlich die des Manchesterkapitalismus ihren Spiegel geistig vorgehalten bekommen hat und hat damit wesentliche Impulse zur Überwindung des unmenschlichen Kapitalismus geliefert.

Dr. Thomas Wendt, Philosophische Fakultät Universität Leipzig

Marx in der heutigen Gesellschaft

Anlässlich seines 200.Geburtstags soll in Marx Geburtsstadt Trier eine 6,30 m hohe Statue aufgebaut werden. Und nicht nur dort hat der Philosoph Spuren hinterlassen. Deutschlandweit gibt es Karl-Marx-Straßen und Statuen. Für den wissenschaftlichen Mitarbeiter der philosophischen Fakultät der Uni Leipzig Dr. Thomas Wendt ist es wichtig, dass heute noch an Karl Marx erinnert wird:

Ich glaube, das Beste, was Karl Marx passieren konnte, ist der Umstand, dass man ihn von diesem Denkmalssockel heruntergeholt hat und damit einer neuen Interpretationsaneignung zugänglich gemacht hat.

Dr. Thomas Wendt, Philosophische Fakultät Universität Leipzig

Jedoch sorgen diese Statuen immer wieder für Diskussionen. Viele Leute machen Karl Marx verantwortlich für die Verbrechen in der DDR und anderen sozialistischen Staaten. Die meisten Politiker dieser Staaten beriefen sich auf Marx Theorie des Kommunismus. Wenn man Dr. Thomas Wendt fragt, ist das aber nicht ein Fehler der Theorie, sondern ein Fehler der Interpretation:

Es ist ganz klar, dass Karl Marx keine geschlossene Theorie vorgelegt hat. Das bedeutet unter anderem, dass natürlich die Rezeptionsgrenzen sehr weit gesteckt sind.

Dr. Thomas Wendt, Philosophische Fakultät Universität Leipzig

Mag Marx auch umstritten sein in der heutigen Welt, so können wir nach Dr. Wendt Wahrhaftigkeit, Mut, Arbeitsdisziplin, die Fähigkeit zu undogmatischem Denken und den Kampf dafür, Wissenschaft für eine humanistische Welt zu entwickeln von Marx lernen.

Redakteurin Wibke Meurer über Karl Marx
Karl Marx 200 Jahre
 

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