Schauspiel Leipzig

Profilschärfung nach Erkundungsphase

Intendant Enrico Lübbe blickt auf eine erfolgreiche Spielzeit 2014/15 zurück. Wieder konnte das Schauspiel Leipzig mehr Zuschauer in seine Veranstaltungen locken. Die nächste Spielzeit geht bekannte Wege, wird aber experimentierfreudiger.
Schauspielhaus
Das Schauspielhaus in der Bosestraße

25.000 Zuschauer hatten die Veranstaltungen des Schauspiel Leipzig im ersten Quartal 2015. Verglichen mit demselben Zeitraum 2015 sind das 4.000 mehr. Auch die Erlöse konnte das Schauspiel steigern – durch sie und Einsparungen ist es dem Schauspiel inzwischen gelungen, das von Vorgängerintendant Sebastian Hartmann übernommene Haushaltsdefizit zu decken. Bei der Auslastung der Spielstätten liegt das Schauspiel derzeit bei knapp über 70 Prozent. Die künstlerische Bilanz fällt durchwachsen aus. Vor allem die Inszenierungen auf der großen Bühne wie „Hamlet“ oder „Zeiten des Aufruhrs“ schwächelten. Überzeugender waren die Uraufführungen in der Spielstätte Diskothek. Dabei stach vor allem „Das Tierreich“ von Nolte Decar in der Regie von Regiestudent Gordon Kämmerer heraus.

Uraufführungen in der Diskothek

Die Diskothek wird auch in der kommenden Spielzeit ein Ort für Uraufführungen bleiben – fünf neue Stücke von bekannten Autoren wie Wolfram Höll, Ferdinand Schmalz und Lukas Linder stehen dort auf dem Spielplan. Stücke von ihnen waren bereits unter Lübbes Intendanz sehr erfolgreich uraufgeführt worden. In der Baustelle werden wieder kleine Formate gezeigt. Der Umbau der Spielstätte zur vollwertigen Bühne wird voraussichtlich im Herbst vom Leipziger Stadtrat abgesegnet.

Hausregisseure inszenieren auf großer Bühne

Auf der großen Bühne wird Enrico Lübbe „Die Schutzflehenden / Die Schutzbefohlenen“ nach Aischylos und Elfriede Jelinek inszenieren. Dieser Abend steht auch Pate für das Spielzeitmotto für 2015/16: „Wieso dürfen die und wir nicht“. Außerdem kommen die neuen Hausregisseure zum Zug: Philipp Preuss bringt Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ auf die Bühne, Claudia Bauer zeigt „Metropolis“. Nach Georg Schmiedleitners uninspirierten Aufführungen von „Kabale und Liebe“ und „Maria Stuart“ wird der Schiller-Zyklus von Gordon Kämmerer mit „Die Räuber“ vollendet. Und wie in dieser Spielzeit, in der die „Komödie im Dunkeln“ gezeigt wurde, gibt es auch in der nächsten wieder eine Komödie: Enrico Lübbe inszeniert „Der nackte Wahnsinn“.

Fünf neue Schauspieler

Sechs Schauspieler scheiden zur neuen Spielzeit aus dem Ensemble aus. Matthias Hummitzsch und Bernd-Michael Baier gehen in den Ruhestand und auch Mathis Reinhardt, Lisa Mies, Henriette Cejpek und Pina Bergemann werden nicht mehr fest am Schauspiel Leipzig engagiert sein. Ihnen folgen fünf Darsteller nach, darunter Jonas Hien, der bereits in einigen Leipziger Inszenierungen zu sehen war.

Moderator Florian Zinner im Gespräch mit Julien Reimer über die Bilanz der aktuellen und den Ausblick auf die kommende Spielzeit am Schauspiel Leipzig
Schauspielhaus-Bilanz
 

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Eine Übersicht der Premieren und Wiederaufnahmen in der Spielzeit 2015/16 am Schauspiel Leipzig gibt es hier.