Lieferdienste beschweren sich

Problemzone Innenstadt

Jeden Morgen läuft die Leipziger Innenstadt vor Lieferfahrzeugen über. Das schadet vor allem den Lieferdiensten. Sie klagen über zu wenige Parkplätze, zu kurze Lieferzeiten – und fordern vor allem Verständnis.
Leipziger Innenstadt
Morgens stauen sich Transporter und Lieferwagen in der Innenstadt. Für viele Transportdienste ist das ein echtes Problem.

Eigentlich ist es nicht der beste Zeitpunkt, um an der frischen Luft zu sein. Es ist früh am Morgen, die Temperaturen liegen um die null Grad. Zu dieser Zeit fahren Dutzende Lieferdienste durch die Leipziger Innenstadt. Sie liefern Kleidungsstücke, Getränke oder Pakete. Dabei sind es nicht die Witterungsbedingungen, die den Liefernden Probleme bereiten. Viele beklagen sich über zu wenige Ladeflächen und zu kurze Ladezeiten. Ein Anlieferer berichtet: "Ich kann nicht mit der Sackkarre über zwei Straßen laufen, das geht einfach nicht. Ich muss vor den Läden parken. Ansonsten ist das einfach nicht schaffbar."

Eigentlich haben wir das jeden Tag. Und es wird auch nicht besser, sondern schlechter. Viele verstehen das nicht, aber das schwere Zeug kommt nicht von Zauberhand in die Läden rein.

Anlieferer aus der Leipziger Innenstadt

Es gibt Lösungsansätze

Unter solchen Bedingungen seien ordnungsmäßige Lieferungen kaum möglich. Hinzu kommen drohende Strafzettel, wenn Lieferdienste noch nach 11 Uhr in der Innenstadt fahren. Wenn die Strafen sich anhäufen, wird es für manche Betriebe dann finanziell schwierig.

Auch in anderen Großstädten in Deutschland habe man mit ähnlichen Umständen zu kämpfen, wie Marten Bosselmann erklärt. Der Geschäftsführer des "Bundesverbands Paket und Express Logistik" (BIEK) fordert von Städten und Kommunen eine flexible Lösung im Sinne der Lieferdienste. "Wir würden uns wünschen, dass es ein absolutes Halteverbot für den Individualverkehr gibt und für Zustellfahrzeuge eine spezielle Parkfläche bekommen." Ähnliche Konzepte seien in Großstädten bereits Alltag – beispielsweise für Taxistände.

Was macht Leipzig?

Ob die Stadt Leipzig für solche Ideen zu haben ist, ist unklar. Laut einem Bericht der LVZ sei das Problem im Rathaus nicht bekannt gewesen. Dort beruft man sich auf das Planungskonzept "Autoarme Innenstadt". Die Industrie- und Handelskammer kritisiert das. Sie verweist darauf, dass das Planungskonzept auf die heutigen Lieferströme nicht vorbereitet gewesen sei. Den Lieferdiensten hilft es jedenfalls wenig. Sie wollen Verständnis für ihre Situation – vor allem aber wünschen sie sich Veränderungen.

Weitere Informationen aus der Sendung:

Ein Beitrag von Lars-Hendrik Setz
0902 Lieferverkehr
 

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Lars-Hendrik Setz
09.02.2018 - 19:23