Stammzelltherapie

Private Nabelschnurblutbanken

Der 07. April ist Weltgesundheitstag. Anlässlich dessen zelebriert die private Nabelschnurblutbank „Vita 34“ die 150.000. Einlagerung einer Stammzelle. Doch wie sinnvoll sind private Stammzelldepots?
Stammzellen sind für Forschung und Medizin besonders wertvoll.
Stammzellen sind für Forschung und Medizin besonders wertvoll.

Das Gesundwesen ist ein wesentlicher wirtschaftlicher Faktor, auch in Sachsen. Es ist Arbeitgeber, Forschungszentrum und Wirtschaftskraft. So hat beispielsweise die private Stammzellenbank „Vita 34“ ihren Sitz in Leipzig. Vita 34 zählt zu den größten Stammzellbanken deutschlandweit und begeht den Weltgesundheitstag am 07. April mit einem Jubiläum: die Einlagerung der 150.000. Stammzelle. Doch was sind Stammzellen überhaupt und welche Bedeutung haben sie?

Stammzellen – die Ursprungszellen

Stammzellen sind pluripotente Zellen. Das heißt, sie sind noch undifferenziert und können sich in alle Zelltypen entwickeln. So kann aus einer Stammzelle etwa eine Muskel-, eine Blut- oder eine Nervenzelle werden. Deshalb werden sie auch als Ursprungszellen bezeichnet. Ganz am Anfang menschlicher Entwicklung steht die befruchtete Eizelle, ebenfalls eine Stammzelle, die sich dann unbegrenzt teilen und differenzieren kann – bis ein menschlicher Organismus entstanden ist. Diese Fähigkeit der befruchteten Eizelle, einen neuen Organismus zu bilden, nennt man Totipotenz. Nicht jede Stammzelle ist totipotent. So unterscheidet man zwischen embryonalen, fetalen und adulten Stammzellen – je nach Herkunftsort. Adulte Stammzellen finden sich beispielsweise in circa 20 verschiedenen Organen im ausgewachsenen menschlichen Körper. Embryonale Stammzellen sind dementsprechend nur in Embryonen vorhanden. Doch was genau sind embryonale Stammzellen und welche Besonderheit haben sie gegenüber adulten Stammzellen?

Embryonale Stammzellen 

Embryonale Stammzellen weisen für die Forschung und Medizin gegenüber adulten Stammzellen einige Vorteile auf. So sind embryonale Stammzellen totipotent – das heißt, aus ihnen kann ein völlig neuer Organismus gebildet werden. Des Weiteren weisen sie eine längere Lebensdauer und ein höheres Entwicklungspotenzial in andere Zelltypen auf. Die Lebensdauer totipotenter Embryonalzellen ist im Gegensatz zu adulten Stammzellen nicht limitiert. Bei der Gewinnung embryonaler Stammzellen tritt jedoch auch eine gravierende Problematik auf. Embryonale Stammzellen können entweder durch Klonen oder aus sogenannten „überzähligen“ Embryonen generiert werden. Bei beiden Methoden wird bei der Entnahme der Stammzellen der Embryo jedoch zerstört. Nach deutschem Gesetz ist dies ethisch nicht vertretbar, was die Gewinnung embryonaler Stammzellen erschwert.

Nabelschnurblut

Das Blut der Nabelschnur ist reich an Stammzellen – das macht es für Forschung und Medizin äußerst wertvoll. Zwar handelt es sich nicht ausschließlich um totipotente Stammzellen, jedoch in großer Zahl um Blut generierende Stammzellen. Mithilfe dieser können beispielsweise Blutkrebs und andere Erkrankungen, die eine Wiederherstellung des blutbildenden Systems erfordern, behandelt werden. Durch die pluripotente Eigenschaft dieser Nabelschnurstammzellen können sie auch bei anderen Menschen eingesetzt werden. Dementsprechend ist es möglich, das Blut der Nabelschnur nach der Geburt zu spenden. Bisher erfolgte die Einlagerung des Nabelschnurblutes häufig in öffentlichen Blutbanken. Doch private Speicherdepots, wie die von „Vita 34“ nehmen mehr und mehr zu. Diese privaten Stammzellbanken können von Eltern nach der Geburt für ihre Kinder angelegt werden. Ein privates Speicherdepot ermöglicht allerdings nur dem jeweiligen Spender die Nutzung des Nabelschnurblutes und der darin enthaltenen Stammzellen. Bei öffentlichen Blutbanken ist die Nutzung dementsprechend nicht auf den Spender begrenzt.

Redakteurin Nadja Mitzkat hat sich genauer über die Stammzellforschung informiert:

Ein Beitrag von mephisto 97.6 Redakteurin Nadja Mitzkat.
 
 

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